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Neuer Genossenschaftspräsident Glaser will die Marke von vier Millionen Mitgliedern knacken

Eine wachsende Bedeutung für die Genossenschaften im Südwesten sieht Dr. Roman Glaser, der neue Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands (BWGV). Der 51-jährige Diplom-Ökonom tritt zum 1. Januar 2013 die Nachfolge von Gerhard Roßwog an, der in Ruhestand geht. Glaser, zuvor Vorstandsvorsitzender der Volksbank Baden-Baden/Rastatt, hält es für möglich, die Marke von vier Millionen Genossenschaftsmitgliedern in Baden-Württemberg zu knacken. Bisher sind im Südwesten 3,6 Millionen Menschen Mitglied in einer von 890 Genossenschaften. Neben den Volksbanken und Raiffeisenbanken tragen die Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft (eG) auch viele landwirtschaftliche Genossenschaften sowie Zusammenschlüsse in den Bereichen Energie, Handwerk, Handel und unter Freiberuflern.

Für Glaser, der mehr als 20 Jahre im bankgenossenschaftlichen Sektor gearbeitet hat, passen Genossenschaften perfekt in die heutige Zeit. „Wenn wir noch keine Genossenschaften hätten, dann müssten wir sie für die Lösung vieler Herausforderungen in Wirtschaft und Gesellschaft erfinden“, sagt der neue Präsident. „Genossenschaften haben einen gesellschaftlichen Gestaltungsauftrag“, so Glaser weiter. Die Unternehmensform der eG biete sich an für die Bewältigung von Herausforderungen etwa in den Bereichen Nahversorgung, außerhäusliche Pflege, neue Wohnformen und nicht zuletzt Energie. Allein in den zurückliegenden vier Jahren sind in Baden-Württemberg mehr als 100 Energiegenossenschaften gegründet worden. Die Gesamtzahl an Genossenschaften im Gebiet des BWGV hat sich 2012 von knapp 820 auf nun 890 erhöht – Tendenz weiter steigend.

Wirtschaftliches Handeln verbunden mit sozialer Verantwortung

Für Glaser sind die zentralen Vorteile von Genossenschaften ihre nachhaltige und vorwiegend regionale Geschäftsausrichtung. Deshalb passen diese besonders gut nach Baden-Württemberg mit seiner mittelständischen Wirtschaftsstruktur, ist Glaser überzeugt. „Wir verbinden wirtschaftliches Handeln mit sozialer Verantwortung“, sagt der neue BWGV-Präsident. Kräftigen Rückenwind erhält Glaser auch von den im Stuttgarter Landtag vertretenen Parteien. „Sie können davon ausgehen, dass Ihr Einsatz für die genossen-schaftliche Rechtsform bei dieser Landesregierung die gebührende Unterstützung finden wird“, versprach jüngst auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann anlässlich der Stabübergabe an der BWGV-Spitze.

„Internationales Jahr der Genossenschaften“ ein voller Erfolg

Der neue BWGV-Präsident zieht eine positive Bilanz des zu Ende gehenden „Internationalen Jahres der Genossenschaften“. „Die Aktionen unserer Mitgliedsunternehmen rund um das Jahr haben nicht nur die Mitglieder und Mitarbeiter unserer Genossenschaften zusätzlich motiviert, sie haben auch sehr dabei geholfen, noch mehr Menschen für diese traditionsreiche und zugleich ausgesprochen moderne Unternehmensform zu interessieren“, freut sich Glaser. „Dass die Vereinten Nationen 2012 zum Jahr der Genossenschaften ausgerufen haben, zeigt die Bedeutung, die die Unternehmensform weltweit hat“, sagt der neue BWGV-Präsident weiter. Über den gesamten Globus verteilt sind rund 800 Millionen Menschen Mitglied in einer Genossenschaft.

Glaser leitete nach verschiedenen Tätigkeiten in der genossenschaftlichen Finanzgruppe Volksbanken Raiffeisenbanken seit 2002 erfolgreich den Vorstand der Volksbank Baden-Baden/Rastatt. Seit 1. Oktober 2012 war Glaser bereits Mitglied des BWGV-Vorstands. Der promovierte Diplom-Ökonom geht mit großer Freude an die neue Aufgabe und sagt: „In meiner Brust schlägt ein genossenschaftliches Herz.“ Glaser ist verheiratet und hat drei Töchter. Er lebt mit seiner Familie im mittelbadischen Ottersweier.

3,6 Millionen Baden-Württemberger sind Mitglied einer Genossenschaft

Der Baden-Württembergische Genossenschaftsverband repräsentiert 226 Volksbanken und Raiffeisenbanken mit einem Geschäftsvolumen von 133 Milliarden Euro sowie 664 Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften mit einem Umsatz von rund neun Milliarden Euro. Diese Genossenschaften werden von 3,6 Millionen Menschen, also jedem dritten Einwohner Baden-Württembergs, als Einzelmitglieder getragen. Sie beschäftigen mehr als 34.000 Mitarbeiter. Der BWGV, der seinen Sitz in Karlsruhe und Stuttgart hat, prüft die Genossenschaften, berät sie in allen rechtlichen und wirtschaftlichen Fragen, organisiert die Aus-, Fort-, und Weiterbildung seiner Mitgliedsunternehmen und vertritt deren Interessen in Politik und Öffentlichkeit. Der Verband zählt zu den bedeutendsten Wirtschaftsorganisationen in Baden-Württemberg.

Bundesweit sind mehr als 20 Millionen Menschen Mitglieder in insgesamt 7.500 Genossenschaften. Mehr als 800.000 Beschäftigte und 35.000 Auszubildende arbeiten in Deutschland für genossenschaftliche Unternehmen.

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