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Landwirtschaftliche Genossenschaften

Winzer- und Weingenossenschaft
BWGV

„Das, was dem einzelnen nicht möglich ist, kann durch vereinte Kräfte erreicht werden.“ Das war die Idee von Friedrich Wilhelm Raiffeisen im 19. Jahrhundert, aus der eine Vielzahl von Genossenschaften entstanden ist. Das Unternehmensziel der Genossenschaften ist es, ihre Mitglieder zu fördern, und nicht, den Gewinn zu maximieren. In Baden-Württemberg stehen 320 landwirtschaftliche Genossenschaften im Dienste ihrer über 98.550 Mitglieder. Landwirte aus dem ganzen Bundesland sind als Mitglieder die Eigentümer dieser Genossenschaften und bündeln darin ihre Kräfte. So können die landwirtschaftlichen Betriebe gegenüber den mächtigen, stark konzentrierten Partnern auf der anderen Seite des Marktes ihre Existenz sichern und sich behaupten.

Die baden-württembergischen Raiffeisen-Genossenschaften versorgen ihre Mitglieder mit Betriebsmitteln, wie zum Beispiel mit Futtermittel, Düngemittel und Maschinen. Sie erfassen und verarbeiten die gesamte Palette der tierischen und pflanzlichen Erzeugnisse. Die landwirtschaftlichen Genossenschaften haben 2018 rund 534.000 Tonnen Weizen, Gerste, Roggen, Hafer und andere Feldfrüchte erfasst. Das sind zwei Prozent weniger als im Vorjahr. Die ZG Raiffeisen sowie die Bezugs- und Absatzgenossenschaften (BAG) bringen das Getreide der Landwirte an den Markt, bündeln für diese den Einkauf von Futter- und Düngemitteln und verkaufen Maschinen, Heizöl und Kraftstoffe. Die Genossenschaften unterstützen ihre Mitglieder mit Preisabsicherungsmodellen, die für die Landwirte in einer zunehmend volatilen Situation Risiken begrenzen helfen.

Im Bereich der landwirtschaftlichen Genossenschaften befinden sich die Unternehmen in einem zunehmenden Spannungsfeld. Der Druck durch Preiswettbewerb, Herausforderungen des Strukturwandels sowie steigende Anforderungen seitens Gesellschaft und gesetzlicher Vorgaben nimmt zu. Die landwirtschaftlichen Genossenschaften bemühen sich um zertifizierte Qualitätssicherungssysteme entlang der gesamten Wertschöpfungskette und stellen sich der Nachhaltigkeitsdiskussion.

Landwirt im getreidefeld

Getreide

Wer bringt das Getreide der Landwirte an den Markt? Wer sorgt durch ein lückenloses Qualitätsmanagement dafür, dass der Weg des Getreides vom Acker bis zur Mühle lückenlos nachverfolgt werden kann? Wer bündelt für die Landwirte den Einkauf von Futter- und Düngemitteln, um günstige Preise zu erzielen? Wer verkauft landwirtschaftliche Maschinen? Wo gibt es Heizöl und Kraftstoffe? Dies alles übernehmen die Genossenschaften der allgemeinen Warenwirtschaft. Zu dieser Gruppe von Genossenschaften gehören im Wesentlichen die ZG Raiffeisen, Karlsruhe, die Bezugs- und Absatzgenossenschaften (BAG) sowie die Lagerhausgenossenschaften. Im Jahr 2018 haben diese Genossenschaften über 1,1 Mrd. Euro umgesetzt. Rund 13.300 Landwirte im Land haben ihre Kräfte in einer dieser Genossenschaften gebündelt.

Landwirt bei seinen Kühen im STall

Milch

Milch, Käse, Butter oder Joghurt aus Milch von einheimischen Bauernhöfen: Dafür sorgen die genossenschaftlichen Milchwerke in Baden-Württemberg. Sie erfassen, veredeln und vermarkten jährlich rund 2,34 Millionen Tonnen Milch. Etwa ein Drittel der Milch aus dem Land wird zu Käse verarbeitet. Ein weiteres Drittel der Rohmilch wird zu Trinkmilch. Die Genossenschaften in diesem Bereich vereinen rund 3.682 Mitglieder. Mit ihrer Mitgliedschaft in einem genossenschaftlichen Milchwerk stärken die Landwirte ihre Position auf den Märkten und wirken in der Willensbildung innerhalb der Genossenschaft mit.

Die Genossenschaft ist ihr verlängerter Arm in die Regale des Einzelhandels hinein. Mit dieser Rechtsform gibt der Landwirt nicht einfach seine Milch als Rohstoff in fremde Hände, sondern er hat Teil an der Wertschöpfung, die durch die Veredelung des Rohstoffs entsteht. Er ist damit Teil einer Solidargemeinschaft, die für ihn ein verlässlicher Partner ist. Vor allem aber bewahrt sich der Landwirt ein Mitspracherecht. Die ehrenamtlichen Vertreter der Milcherzeuger im Vorstand und im Aufsichtsrat eines genossenschaftlichen Milchwerks bestimmen die Produktpolitik sowie die Investitions- und Vermarktungsstrategie.

Porträt der Allgäu Milch Käse eG

 

Weinlese

Weingärtner- und Winzergenossenschaften

Der Wein ist ein uraltes Kulturgut; auch in Baden-Württemberg hat er eine über 2.000-jährige Tradition. Die typischen Steil-, Hang- und Terrassenlagen prägen die Landschaft. Die Winzergenossenschaften im Anbaugebiet Baden und die Weingärtnergenossenschaften im Anbaugebiet Württemberg spielen für den Weinbau im Land die wesentliche Rolle. Sie bringen Jahr für Jahr über 70 Prozent der insgesamt geernteten Weintrauben in ihre Keller, veredeln sie zu hochwertigen Weinen, organisieren die Werbung und den Verkauf.
 
Rund 111 Weingärtner- und Winzergenossenschaften, zwei Landeszentralen eingeschlossen, stehen im Dienste von über 27.527 Weingärtnern und Winzern. Die Weingärtner- und Winzergenossenschaften in Baden-Württemberg haben im Kalenderjahr 2018 zusammen über 529 Millionen Euro umgesetzt.
 
Das Anbaugebiet Baden erstreckt sich etwa 400 Kilometer lang über die neun Bereiche Tauberfranken, Badische Bergstraße, Kraichgau, Ortenau, Breisgau, Kaiserstuhl, Tuniberg, Markgräflerland und Bodensee und ist in 16 Großlagen und 306 Einzellagen gegliedert. Vom Taubergrund bis zum Albtrauf erstreckt sich das Anbaugebiet Württemberg. So vielfältig und abwechslungsreich wie die Landschaft sind die einzelnen Rebflächen. 16 Großlagen und 160 Einzellagen verteilen sich auf unterschiedliche Bereiche.

Erdbeerernte

Obst, Gemüse und Blumen

Frisches Obst, Gemüse und Blumen aus Baden-Württemberg werden von 21 Genossenschaften vermarktet: Äpfel und Zwetschgen, Spargel und Erdbeeren und vielerlei mehr. Die baden-württembergischen Genossenschaften erzielten damit im Jahr 2018 Umsätze von rund 439 Millionen Euro. Über 7.000 Erzeuger im Land haben ihre Kräfte in einer dieser Genossenschaften gebündelt.

Die Gemüse-Erzeuger der Insel Reichenau sind genossenschaftlich in der Reichenau-Gemüse eG organisiert. Sie produzieren täglich frisches Gemüse auf der UNESCO-Weltkulturstätte »Insel Reichenau«.

Porträt der Reichenau-Gemüse eG

FVS Waldgenossenschaft

Sonstige Genossenschaften

In 126 weiteren Raiffeisen-Genossenschaften sind mehr als 51.000 Mitglieder zusammengeschlossen - zum Beispiel in der Viehzentrale Südwest GmbH, die für ihre landwirtschaftlichen Mitglieder den Zugang zum Markt sichert. Die Viehzentrale ist einer der großen Viehvermarkter in Deutschland.

Raiffeisen-Märkte – Alles für Haus und Garten

Der Balkon, ein schöner Garten - für viele Menschen ist dies ein echtes Stück Lebensqualität. Mit mehr als 250 Standorten in Baden-Württemberg sind die Raiffeisen-Märkte der Ansprechpartner für den Hobbygärtner. Sie bieten eine große Auswahl an Qualitätsprodukten, fachlich kompetente Beratung und erstklassigen Service. Neben Pflanzen und Dünger, Sämereien und Erde sowie Gartengeräten haben sich die Raiffeisen-Märkte mit einem großen Angebot an badischen und württembergischen Weinen zu Fachgeschäften entwickelt. Und in den Textilabteilungen finden die Kunden genau die richtige Kleidung für die Arbeit im Garten oder für die Freizeit. Den Raiffeisen-Markt in Ihrer Nähe finden Sie hier.

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