Springe direkt zum Inhalt , zum MenĂĽ .

Flüchtlinge: Perspektiven der Integration durch Genossenschaften

Integration FlĂĽchtlinge Migration Asyl Genossenschaftsverband BWGV
Dieter SchĂĽtz / pixelio.de

/

Die Integration von Flüchtlingen beschäftigt auch die Akteure im Genossenschaftswesen. Im Rahmen einer Arbeitsgruppe des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbandes wurden die Herausforderungen sowie Chancen und Perspektiven der Integration von Flüchtlingen in Genossenschaften diskutiert. Dabei waren Vertreter der meisten genossenschaftlichen Sparten sowie regionaler Vertretungen. Die Analyse der Arbeitsgruppe findet sich im Downloadbereich. Zentrale Feststellungen daraus sind:

„Die beiden wichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche Integration von Migranten in eine Gesellschaft sind Bildung und Arbeit. 30 Prozent der Flüchtlinge sind zwischen 18 und 25 Jahren alt und stellen damit ein großes Potenzial für die berufliche Bildung dar. Allein im Jahresdurchschnitt 2016 halten sich in Deutschland zwischen 320.000 und 390.000 Flüchtlinge mit anerkanntem Schutzstatus im erwerbsfähigen Alter in Deutschland auf.“ Deutschlandweit sind rund 226.097 Arbeitslose im Kontext Flucht registriert. In Baden-Württemberg sind das knapp 16.000 Personen, davon sind 61 Prozent im Alter zwischen 15 und 35 Jahren.

Einigkeit besteht in der genossenschaftlichen Organisation vor diesem Hintergrund daher auch in einem weiteren Punkt: „Schon aus ideellen Gründen liegt es für die genossenschaftliche Gruppe nahe, sich in der aktuellen Flüchtlingssituation zu engagieren. Seit mehr als 160 Jahren sind Hilfe zur Selbsthilfe, zivilgesellschaftliches Engagement und Solidarität grundlegende Charakteristika  der  genossenschaftlichen  Idee. Bereits seit den Zeiten Raiffeisens und Schulze-Delitzschs helfen Genossenschaften überall auf der Welt bei der Linderung von Not  und der Lösung von Problemen.“

Regional setzt der Baden-Württembergische Genossenschaftsverband dabei drei Schwerpunkte:

  1. Unterstützung bei der Bewerberauswahl durch den „Culture Free Test“
  2. Integration in Ausbildungs- und Arbeitsverhältnisse in Genossenschaften
  3. Werbung für die Gründung von Genossenschaften

Unterstützung bei der Bewerberauswahl durch den Culture Free Test

Beim „Culture Free Test“ handelt es sich um einen Test, der die Kompetenzen der Teilnehmer unabhängig von deren Kultur feststellt. Insofern kann er Asylbewerber und Flüchtlinge mit beendetem Integrationskurs und Arbeitserlaubnis dabei unterstützen, ihre Qualifikationen valide nachzuweisen. Ebenso hilft der Test Arbeitgebern, sich über die Kompetenzen der Bewerber ein verlässliches Bild zu machen. Das Interesse an unserem „Culture Free Test“ ist groß. Nachfragen kommen vor allem von Unternehmen und Trägern der sozialen Fürsorge, aber auch die Arbeitsagentur und die IHK testen das Instrument bereits. Weitere Informationen finden sich in der Präsentation im Downloadbereich. Bei weiterführenden Fragen zum Test oder bei Interesse an einem Testzugang reicht eine kurze E-Mail aus und dann lassen wir Ihnen diesen sehr gern einrichten.

Integration in Ausbildungs- und Arbeitsverhältnisse in Genossenschaften

Es gibt einige individuelle Leuchtturmprojekte im genossenschaftlichen Bereich. Das Beispiel von Herrn Staib, der in seiner Bäckerei Flüchtlingen eine Ausbildung ermöglicht, haben wir bereits vor einiger Zeit dokumentiert. Ein Dank ist an dieser Stelle an die Agentur für Arbeit zu richten, da diese stets mit aktuellen Informationen und Materialien aufwartet und so die Unternehmen vor Ort in der praktischen Vermittlung unterstützt. Informationen der Arbeitsagentur zur Integration von Flüchtlingen in Arbeit vor Ort finden Sie im Downloadbereich.

Werbung für die Gründung von Genossenschaften

Eine Idee ist zudem, dass Asylbewerber und aufenthaltsberechtigte Flüchtlinge (mit einem Paten) eine Genossenschaft gründen. Diese Idee basiert zum einen auf Statistiken, die im Migrationsbereich noch großes Potential für Unternehmensgründungen sehen und zum anderen auf den praktischen Erfahrungen, die beispielsweise in Berlin im Kleingewerbebereich (bspw. Döner- und Tabakwarenläden) sichtbar werden. „Gemeinsam mehr erreichen“ könnte hier bei einer gewissen Grundqualifikation ein Schritt in die Selbständigkeit sein. Bereits ab drei Personen kann eine Genossenschaft gegründet werden.

Artikel versenden