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Volksbank Weinheim: Die Weichen stellen für künftige Herausforderungen

VB Weinheim Zukunfts-Workshop
VB Weinheim

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Das Jahr 2028 war das außergewöhnliche Ziel einer exklusiven Reise, zu der die Volksbank Weinheim eG ihre Mitglieder eingeladen hatte. „Reiseleiter“ war der renommierte Zukunftsforscher Sven Gabor Janszky. „Bevor wir uns in 2019 an unsere strategische Planung machen, war es uns wichtig, die Anforderungen und Wünsche an eine moderne Bank von morgen kennenzulernen, um sie bei unseren kommenden Planungen berücksichtigen zu können“, sagt Carsten Müller, Sprecher des Vorstands der Volksbank Weinheim eG.

Zukunftsforscher Janszky, der mit drei weiteren Forschern seines ThinkTanks „2b AHEAD“ nach Weinheim gekommen war, traf auf vertraute Gesichter. Denn bereits 2017 war Janszky Keynote-Speaker beim Neujahrsempfang der Bank. Dieses Mal führte er gleich durch drei Zukunfts-Workshops. Den Auftakt machte er mit 16 Firmenkunden der Bank, die, jeder für sich, in rund sechs Stunden eine Zukunftsstrategie für ihr Unternehmen entwarfen. „Dass wir unseren Firmenkunden dieses besondere Angebot machen konnten, war, wenn Sie so wollen, ein Nebenprodukt unserer Arbeit mit den Mitgliedern“, erklärt Carsten Müller. „Bei diesem Workshop – mit dem wir die Anwesenheit von Herrn Janszky und seinem Team optimal genutzt haben, ging es zunächst nicht um unsere Bank, sondern um die Unternehmer direkt. Die aber vor den gleichen Herausforderungen wie wir stehen.“

Vom Mitglied zum Mitgestalter

VB Weinheim Zukunfts-Workshop
Zukunfts-Werkstatt mit Kleingruppenarbeit: Die Volksbank Weinheim eG arbeitet an ihrer Strategie.

Rund 100 Mitglieder waren der Einladung der Bank zum Mitglieder-Workshop gefolgt. Dazu kamen 25 Teilnehmer aus dem Kreis der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich bankintern für die Teilnahme bewerben konnten. Sven Gabor Janszky startete den Workshop mit einer Gedankenreise in die Lebens- und Arbeitswelt des Jahres 2028. Die wissenschaftlichen Grundlagen für seine Zukunftsprognosen, in der künstliche Intelligenzen zum Beispiel Krankheiten lange vor den ersten Symptomen erkennen können, oder in der Schränke die Kleiderempfehlungen abgeben und in der Autos wie selbstverständlich autonom fahren, zieht der Forscher mit seinem Team aus regelmäßigen Interviews mit 1.500 Topmanagern, die sich in ihren Unternehmen mit den Themen Innovation, Technologie und Strategie beschäftigen. Ein wesentlicher Schrittmacher der Arbeitswelt von morgen seien dabei die QuantencompuQuantencomputer, die Künstliche Intelligenz auf ein ganz neues Level hebe, so Janszky in seinem rund einstündigen Vortrag.

Fragen von heute für morgen

Im Anschluss begann die eigentliche Arbeit für Mitglieder und Mitarbeiter. Jede der vier Gruppen bekam eine eigene Fragestellung. Dabei galt es, den Fokus immer auf die Zukunft, idealerweise auf das Jahr 2028, gerichtet zu haben. Um kurzfristigen Wünschen der Mitglieder, die unter Umständen den Blick in die Zukunft hätten verstellen können, dennoch Gehör zu schenken, hatte das 2bAhead-Team mehrere so genannte Wunschboxen im Raum verteilt. Über diese konnten jederzeit Anregungen zu aktuellen Themen an die Bank adressiert werden.

Die vier Gruppen beschäftigten sich fast eine ganze Stunde mit ihren Fragen. Diese lauteten: Warum gehen Sie in die Filiale? Welche Nicht- Finanzdienstleistungen bietet die Bank der Zukunft an? Wie sieht es in der Filiale der Zukunft aus (architektonisch)? Was müssen die Bankmitarbeiter der Zukunft können?

Um alle Impulse aus dem Gruppenkreis auch erfassen und dennoch strukturiert vorgehen zu können, hatten die Organisatoren für jede Gruppe schon vor Beginn der Veranstaltung zwei Koordinatoren – einen aus dem Kreis der Mitglieder und einen aus dem der Mitarbeiter – bestimmt und sie vorab über ihre Rolle informiert. „Die Zahl der über unseren Workshop generierten Ideen und Ansätze übertraf unsere Erwartungen bei Weitem“, berichtet Carsten Müller begeistert. „Die gewonnenen Ideen können wir, wie geplant, direkt in unseren diesjährigen Strategieprozess einfließen lassen.“

Eigener Workshop für Mitarbeiter Input und Antworten auf die Fragen der Zukunft sind das eine. Eine Antwort darauf zu finden, wie möglichst alle Mitarbeiter auf den Weg in die Zukunft mitgenommen werden können, ist eine ganz andere Herausforderung. Aber auch dafür hat die Volksbank Weinheim eG einen guten, wenn auch im ersten Moment unerwarteten Weg gefunden. „Unter dem Motto ‚Heute haben wir zu, damit wir auch Morgen noch für Sie da sind‘ haben wir erstmalig in der Geschichte der Bank diese geschlossen, um uns mit allen Mitarbeitern einen ganzen Tag Zeit für die Zukunft zu nehmen“, berichtet Vorstandssprecher Carsten Müller. Der Tag startet auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Sven Gabor Janszky, seinem Team und der Reise in die Zukunft des Jahres 2028.

Anders als so mancher dachte

VB Weinheim Zukunfts-Workshop
Zukunftsforscher Sven Gabor Janszky war mit drei weiteren Forschern seines ThinkTanks „2b AHEAD“ nach Weinheim gekommen.

Doch was dann kam, hatten die meisten der 190 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so nicht erwartet. Statt wie bei der Mitgliederveranstaltung sich mit Fragen nach dem „Wie soll was in der Zukunft aussehen“ oder „Was machen wir künftig neu oder anders“ zu beschäftigen, stellte Janszky eine einfache, aber dennoch entscheidende Frage. Wenn man wisse, dass Veränderungen kommen und man auch absehen kann, dass sie im Wesentlichen durch die Digitalisierung geprägt sind, laute die Frage: Welche Eigenschaften müssen die Menschen mitbringen, um mit diesen Veränderungen umzugehen oder wichtiger noch, um sie angehen zu können? Die Antwort: Erstens Veränderungsbereitschaft und zweitens müssen die Menschen die Werkzeuge kennen, um Veränderungen annehmen und umsetzen zu können.

„Enabling Transformation“ ist das Schlagwort, unter dem der ThinkTank um Janszky diese Antwort zusammenfasst und greifbar macht.

Verteilt auf Kleingruppen überlegten die Teilnehmer, welche Prozesse oder Bedingungen ihnen nicht gefallen. Hierbei ging es dem Zukunftsforscher nicht um die Zukunft, sondern um das jetzt und hier. Anschließend suchten die Teilnehmer die organisatorische Regel, die der zu ändernden Situation zu Grunde lag, zu erkennen. Diese Regel war nun Ausgangsbasis, um eine neue Regel zu finden, die die Basis für einen neuen Prozess oder eine neue Rahmenbedingung bilden kann. „Um die Herausforderungen von Veränderungen zu meistern, ist es wichtig, den Prozess dahinter zu verstehen“, so Zukunftsforscher Janszky. „Nur so kann man ihn auch aktiv mitgestalten.“ Am Ende des Tages verfügte jede Gruppe nicht nur über das Know-how des Enabling Transformation, sondern hatte auch einer Übersicht der Dinge, die sie ändern wollen und werden.

Viele gute Ideen – was wird daraus?

Der neue Strategieprozess der Volksbank Weinheim eG startete pünktlich im März 2019. Im Rahmen des Auftaktworkshops hatten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Gelegenheit, ihre Vorstellung von der Zukunft der Bank sowie den künftigen Handlungsfeldern einzubringen. Diese werden aktuell interessierten Mitgliedern der Bank vorgestellt und durch diese auch bewertet, bevor es im Mai in die Ausformulierung der Strategie ging. Das Fazit des Vorstands: „Ich bin mir sicher, dass wir mit dieser Vorgehensweise nicht nur einen intelligenten Weg gefunden haben, die Herausforderungen der Zukunft in konkrete Handlungsfelder zu übersetzen, sondern durch unsere offene Kommunikation und die Integration unserer Mitglieder bereits die Basis für unseren künftigen Erfolg gelegt haben“, so Carsten Müller.

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