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Gastkommentar Manuel Andrack zu Genossenschaften

Manuel Andrack Genossenschaftstour, Raiffeisenjahr 2018
Jens Kreutzfeldt

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Seit Anfang des Jahres bin ich auf Wanderschaft durch Deutschland. Der Anlass meiner Tour ist der 200. Geburtstag von Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Eine schöne Gelegenheit, Genossenschaften in Deutschland zu entdecken: von Rostock bis Freiburg, vom Niederrhein bis Sachsen.

Den Namen Raiffeisen habe ich früher vor allem mit Getreide-Silos an Provinz-Bahnhöfen und mit Banken verbunden. Die großen landwirtschaftlichen Genossenschaften Deutschlands und moderne Volksbanken und Raiffeisenbanken habe ich selbstverständlich besucht und viele überraschende Details erfahren.

Es ist toll zu sehen, wie lebendig und jugendlich der Genossenschaftsgedanke in Deutschland ist. 22,6 Millionen Deutsche sind Genossenschaftler und es werden immer mehr. Ganz jung ist zum Beispiel die Brauereigenossenschaft Oberhaching: Sie wurde vor zwei Jahren gegründet, damit man wieder Bier in der Wirtschaft der Gemeinde trinken kann, alle arbeiten ehrenamtlich. Ich war begeistert und habe einen Anteil gekauft. 2005 wurden in Deutschland 26 neue Genossenschaften gegründet. 2017 waren es schon 190.

Bei meinen Vorträgen über meine Raiffeisen-Tour 2018 ist der Aha-Effekt groß. Ach so, REWE und EDEKA sind auch genossenschaftlich organisiert! Ebenso wie die R+V Versicherungen und die Bausparkasse Schwäbisch Hall.

Beeindruckend war das Pensum der Wein-Tester im genossenschaftlichen Wein-Labor an der Nahe: Zehn Liter pro Tag! Da hilft abends nur eine geschmackliche Abwechslung: „Wer guten Wein machen will, muss viel Bier trinken.“

Herzlich war das Treffen mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Raiffeisenhaus in Flammersfeld. Steinmeier ist als Schirmherr des Raiffeisen-Jahres der oberste Genossenschafts-Fan der Republik.

Einleuchtend waren die Erklärungen in der genossenschaftlichen Akademie in Montabaur. Drei Leute braucht man, um eine Genossenschaft zu gründen, alle haben das gleiche Stimmrecht, egal wie hoch die Einlage ist. Einfach zu merken, drei Leute – wie beim Skat.

Einfach phantastisch ist die Bandbreite der Genossenschaften: Es gibt Kino-, Energie-, Wohnungsbau-, Ärzte-, Zeitungs-, Carsharing-, Apotheken- Genossenschaften. Deutschland ist Genossenschaftsland! Und alle, die ich getroffen habe, sind äußerst zufrieden mit der Idee Raiffeisens, weil sie hochaktuell, fair, demokratisch und sozial ist. Ich merke, je mehr ich die Vielfalt der genossenschaftlichen Idee auf meiner Raiffeisen-Tour erlebe, desto mehr werde ich zu einem Fan dieses Gedankens.

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