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»Digital Learning« Trends für die duale Ausbildung

digital learning
Julien Christ / pixelio.de

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Silicon Valley – die Welthauptstadt der Digitalisierung. Eines der heißesten Themen dieses Hotspots der Neuzeit: Education Technology (EduTech). So der Name für das neue Feld des digitalen Lernens. Tweeten, sharen und liken sind längst im Alltag der meisten Deutschen angekommen. Haben Sie aber auch schon gejodelt? Selbst einen Jodel verfasst und in die digitale Welt entsandt? Oder einen anderen Jodel „upgevotet“? Die mobile SocialMediaApp von dem gleichnamigen Berliner Startup Jodel erfreut sich in den vergangenen Monaten immer größer werdender Beliebtheit. Besonders an den deutschen Universitäten gehört jodeln mittlerweile zum Studienalltag. Ein Jodel ist ein kurzer Text oder ein aufgenommenes Foto mit kurzem Kommentar, der in einem Umkreis von 10 Kilometer für alle Nutzer der App sichtbar ist. Das Besondere: Die Nutzer posten völlig anonym. Das Netzwerk bewertet die anonymisierten Nachrichten dann positiv oder negativ.

Besonders positiv bewertete Posts werden somit zum „Upvote“Hit des Tages. Was hat das Ganze aber mit der dualen Ausbildung zu tun? An solchen Trend-Apps lässt sich gut erkennen, was die Digital Natives (Generation Y/Z), und somit auch Ihre Auszubildenden, anspricht und motiviert. In der Fachliteratur finden sich unter anderem immer wieder zwei Begriffe, die der dualen Ausbildung einen „Upvote“ durch Ihre Azubis verschaffen können: intrinsische Motivation und Gamification.

Kreatives Querdenken

Mit ein bisschen Überlegung lassen sich viele neue Wege finden, um für die jungen Menschen von heute ein motivierendes Lernumfeld zu schaffen. Mit sinnvollen Anwendungen lässt sich zum Beispiel die intrinsische Motivation, die aus einem inneren Anreiz heraus entsteht, der Azubis nutzen. Dieser Begriff aus der Lernpsychologie unterstellt, dass jeder Mensch bestimmte Tätigkeiten einfach gerne macht, weil sie Spaß machen, sinnvoll oder herausfordernd sind oder einen schlichtweg interessieren. Intrinsisch motivierte Tätigkeiten werden um ihrer selbst Willen durchgeführt und nicht, um eine Belohnung zu bekommen oder eine Bestrafung zu vermeiden. Man erkennt den Sinn in der Sache und ist weder über- noch unterfordert.

Bei dem Megatrend Gamification geht es um den Gegenpart. Was verbirgt sich dahinter? Als Gamification wird die Anwendung spieltypischer Elemente in einem spielfremden Kontext bezeichnet. Die Grundidee der Spielmechanismen ist simpel. Wenn Sie etwas tun oder eine Aufgabe erledigen, werden Sie durch regelmäßig kleine Belohnungen und ein positives Feedback sehr viel motivierter.

Das ist der psychologische Mechanismus hinter der Faszination für (Computer-)Spiele. Bei einem Spiel, insbesondere bei einem Computerspiel, erleben Sie immer wieder kleine Erfolge. Sie steigen von Level zu Level auf, Sie verbessern Ihre Fähigkeiten und können die Anforderungen des Spiels immer besser erledigen. So bleiben Sie motiviert beim Spiel. Vielleicht erging Ihnen das selbst schon einmal so während der vergangenen Jahre und dem „AngryBird“- oder „CandyCrushSaga“-Phänomen. Sowohl die intrinsische Motivation als auch Gamification lassen sich bereits heute recht einfach an der einen oder anderen Stelle in den Ausbildungsalltag integrieren. Folgend erhalten Sie ein paar ausgewählte Anregungen.

Best-Practice-Beispiele

Schneller, besser, einfach – Die BerichtsheftApp, die via Smartphone, Tablet oder auch vom PC über eine WebAnwendung bedient werden kann. Eine kostenlose Grundversion lässt sich bei iTunes oder im Android Market herunterladen. Die ProVersion kostet einmalig 4,99 Euro. Die Texteingabe ist sogar via Spracherkennungsfunktion möglich und macht das aus Azubi-Sicht eher lästige Übel um einiges attraktiver. Per Druckfunktion oder per elektronischen Versand lassen sich die Wochenberichte an den Ausbilder zur Freigabe weiterleiten. Auch der Datenschutz wird groß geschrieben. Personenbezogene Daten werden laut AGB und Datenschutzbestimmungen nicht an Dritte weitergegeben. YouTube ist als Medium unseres heutigen Lebens kaum noch wegzudenken. Neben jeder Menge Unterhaltung bietet die Plattform aber auch viele Erklärvideos zu unterschiedlichen komplexen Themenstellungen.

Diesen Umstand erkannten die Gründer von Prüfungs.TV, dem Marktführer innovativer Lernvideos in Deutschland. Bereits über 10.000 Azubis lernen bundesweit mit Prüfungs.TV. Dank einer erfolgreichen Kooperation mit dem BWGV und attraktiven Sonderkonditionen für Mitglieder können Sie hier einen einfachen und effektiven „Upvote“ für Ihre Ausbildung schaffen. Weitere Infos sowie einen Testzugang erhalten Sie unter johannes.schulte@pruefungs.tv. Lernarrangements mal anders – mit der WebQuestMethode! Frei übersetzt bedeutet WebQuest „abenteuerliche Spurensuche im Internet“. Im Rahmen von WebQuests arbeiten Ihre Azubis aktiv an der Aneignung von Wissen. Normalerweise beginnt ein WebQuest mit einer authentischen Fragestellung, die idealerweise die Lerner so motiviert, dass sie sich aus eigenem Interesse der Thematik widmen und einen Lösungsansatz finden wollen. So lässt sich im Bankbereich zum Beispiel die Tatsache nutzen, dass Ihre Azubis selbst alle Berufsstarter sind. Welche sinnvollen Sparmöglichkeiten und Förderungen gibt es für diese Zielgruppe und somit auch für Ihre Azubis? Mit dieser Fragestellung und „bewaffnet“ mit dem eigenen Smartphone machen sich die Azubis nun selbstständig ans Werk. Genaue Ablaufszenarien und Strukturen zu einem WebQuest finden Sie über die Google-Suchfunktion. Verknüpfen können Sie das Ganze auch mit der kostenfreien Online-Anwendung Wordle. Statt Fachbegriffe via Frontalunterricht zu erklären, können Sie diese zu Wortwolken gestalten. Für diese Wortwolken sollen die Azubis dann via WebQuest und dem eigenen Smartphone die Definitionen erkunden. Lernen als Quiz-Challenge. Das bietet Kahoot. Erstellen Sie ein kostenloses Quiz und testen das Wissen Ihrer Azubis auf eine einzigartige Weise. Das Smartphone Ihrer Azubis wird zum Buzzer. Als Ausbilder nutzen Sie getkahoot.com, um ein Quiz zu erstellen. Nachdem Sie ein Quiz erstellt haben, können Sie dieses beispielsweise beim nächsten innerbetrieblichen Unterricht einsetzen. Dank Beamer machen Sie das Quiz für alle sichtbar. Ihre Azubis öffnen via mobilen Browser die Webseite kahoot.it und geben ihren Namen sowie die auf der Projektion ersichtlichen PIN ein. Schon kann das Quiz beginnen. Die Lernenden wählen aus den Antwortmöglichkeiten aus und bekommen dafür Punkte. Am Ende des Spiels gibt es eine Gesamtwertung mit einem Sieger. Gamification in Reinkultur. Und das Beste: Kahoot ist kostenlos.

Der SpieleHype 2016 war eindeutig „Pokémon Go“. Das Faszinierende an diesem Spiel sind weniger die kleinen Monster, sondern die Technik, die sich hinter dieser Spiele-App verbirgt: Augmented Reality. Das ist die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung. Die kleinen Monster erscheinen nicht wie in einem gewöhnlich Computerspiel in einer animierte Landschaft, sondern sie werden in die reale Umwelt projektiert. Und diese Technik können Sie auch in den Ausbildungsalltag integrieren. Wie? Mit der kostenlosen Augmented-Reality-Applikation Aurasma, die Bilder und Objekte mit Auras verknüpft. Auras sind interaktive Elemente, vergleichbar mit 3DAnimation, Videos oder simple Links, die mit einem beliebigen Objekt (zum Beispiel einem Flyer) in Ihrem Unternehmen verknüpft werden. Erstellen Sie somit interaktive Lerninhalte. So können Sie zu diesem Flyer beispielsweise ein Video hinterlegen. Nutzen Ihre Azubis die AurasmaApp und halten ihr Handy auf den Flyer, erscheint das Video und gibt Ihren Azubis Erläuterungen. So können Azubis spielerisch versteckte Elemente herausfinden. Werden auch Sie AurasmaFan. Sie sind auf der Suche nach einer neuen Idee für Ihre Einführungswoche? Wie wäre es mit einer digitalen Schnitzeljagd im Freien oder durch Ihr Unternehmen mit der App Actionbound? Und wieder steht das Smartphone Ihrer Azubis im Mittelpunkt. Actionbound besteht aus zwei Teilen: dem browserbasierten Editor (BoundCreator), mit dem die sogenannten Bounds erstellt werden und der App, mit der auf dem Smartphone oder Tablet die Bounds gespielt werden können. Eine tolle Möglichkeit aus der Abteilung Gamification, die sicherlich auch bei Ihren Azubis für Begeisterung sorgen wird.

Früher brachte die ältere Generation den Jüngeren alles bei. Seit der Generation Y ist das anders. Die Wissensvermittlung in der Ausbildung ist nicht mehr nur eine Einbahnstraße. Eine gute Idee für ein AzubiProjekt ist „Digitale Fitness für Digital Immigrants“. Digital Immigrants ist der Gegenbegriff zu Digital Natives und bezeichnet Personen, die nicht in die digitale Welt geboren wurden oder in selbiger aufgewachsen sind. Lassen Sie Kollegen, Kunden oder in einem Sozialprojekt zum Beipiel Senioren durch Ihre Azubis die digitale Welt näherbringen. Ein generationenverbindender Austausch ist garantiert.

Fazit

Bei aller Digitalisierung beklagen einige den Verlust alter Werte. Ist es aber nicht vielmehr so, dass die jüngere Generation diese Werte nur neu definiert und der unaufhaltsamen Zukunft anpasst? Es bieten sich viele Chancen und diese sollte man nutzen. Ausbilder und Ausbildungsbeauftragte werden sich dabei immer mehr vom klassischen Wissensvermittler wegentwickeln hin zum Coach und Lernprozessbegleiter auf Augenhöhe. Der Lehrende steht nicht mehr im Zentrum der Wissensvermittlung, sondern der Lernende. Ist das nicht eine schöne Entwicklung? Es lohnt sich, ausgetretene Pfade zu verlassen und neue (digitale) Wege zu gehen. Bestenfalls danken es Ihnen Ihre Azubis mit einem „Upvote“ für die duale Ausbildung in Ihrem Haus.

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