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Dachgenossenschaft für Energie hat die halbe Hundert voll

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BĂĽrgerwerke eG

Vorstände von Energiegenossenschaften haben es zurzeit nicht leicht. Der Energiemarkt birgt zahlreiche Herausforderungen wie sinkende Vergütungssätze, komplizierte Ausschreibungsverfahren und Wettbewerb mit Energiekonzernen, die langsam erkennen, dass es auch für sie Geschäftsmodelle mit Energiewendebezug gibt. Deshalb gehen immer mehr Energiegenossenschaften den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung und werden als Teil der Bürgerwerke Energieversorger für ihre Region.

Rückblick: „Was einer nicht schafft, das vermögen viele“

Im Dezember 2013 gründeten neun Energiegenossenschaften gemeinsam die Bürgerwerke eG, um sich mit dieser Dachgenossenschaft ihren eigenen Energieversorger zu erschaffen. Sie wollten die Energiewende wirksam vorantreiben, sich unabhängiger von der Politik machen und über neue Geschäftsfelder wachsen. Die gemeinsame Vision: eine erneuerbare Energieversorgung in Bürgerhand. Die Bürgerwerke ermöglichen den beteiligten Energiegenossenschaften seitdem die Versorgung von Endkunden mit erneuerbarem Bürgerstrom aus Sonnen-, Wind- und Wasserkraft. Die Wertschöpfung bleibt dabei bei der Energiegenossenschaft vor Ort und somit bei den Umsetzern der Energiewende. Inzwischen sind bereits 50 Energiegenossenschaften Teil der Bürgerwerke – Tendenz steigend. Hinter diesen 50 Genossenschaften stehen wiederum mehr als 10.000 Mitglieder aus ganz Deutschland, die jeweils in ihrer Region gemeinsam Bürgerenergieanlagen errichtet haben.

Gemeinsame Lernkurve als Energieversorger

in Bürgerhand In zweieinhalb Jahren als Energieversorger haben die Bürgerwerke gemeinsam mit den Mitgliedsgenossenschaften viel erreicht: Zusammen mit den ersten Mitgliedern wurden die notwendigen Prozesse und Systeme zur Energiebelieferung von Grund auf neu aufgebaut und Schritt für Schritt auf die Bedürfnisse der Energiegenossenschaften angepasst. So können die Energiegenossenschaften über die Bürgerwerke mit einer eigenen Strommarke auftreten, ohne sich um die Abwicklung im Hintergrund kümmern zu müssen. Aber nicht alles hat von Anfang an so geklappt, wie die Genossenschaften sich das vorgestellt hatten: Denn Menschen für einen Wechsel des Stromanbieters zur eigenen Genossenschaft zu begeistern, ist nicht einfach. Mit einer einfachen E-Mail an die Mitglieder ist es nämlich nicht getan.


 

Schaubild Bürgerwerke
Schaubild Bürgerwerke eG

Gemeinsam mussten die Genossenschaften der Bürgerwerke zunächst lernen, wie man die Mitglieder auf den Weg zum eigenen Stromversorger mitnimmt. Eines zeigt sich nach den bisherigen Erfahrungen der Bürgerwerke-Gemeinschaft sehr deutlich: Ein großer Vorteil des Verbunds besteht in gemeinsamen Erkenntnisgewinnen in positiver wie in negativer Hinsicht. Nicht jede Vertriebsaktion für den Bürgerstrom hat den gewünschten Erfolg, auch das gehört zum Lernprozess. Im Verbund profitieren allerdings alle Genossenschaften von den Erfahrungen und Vorarbeiten der anderen. Sie lernen gemeinsam, Menschen von Bürgerstrom zu begeistern und somit auch die Bürgerenergie-Bewegung zu beleben. Parallel zur Entwicklung der Anzahl an Mitgliedsgenossenschaften wurde auch das Team der Geschäftsstelle der Bürgerwerke in Heidelberg verstärkt. Inzwischen betreuen elf Voll- und Teilzeitmitarbeiter die Mitgliedsgenossenschaften, übernehmen administrative sowie energiewirtschaftliche Aufgaben und organisieren Vertrieb, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit im Auftrag der beteiligten Genossenschaften.

Wie die Neue Energie Bendorf eG zum Regionalversorger wurde

Besondere Freude machen Erfolgsbeispiele wie die Neue Energie Bendorf eG (NEB), die sich als Mitgliedsgenossenschaft der Bürgerwerke sehr gut entwickelt hat. Die NEB steht exemplarisch für viele Energiegenossenschaften: engagierte Menschen mit guten Absichten, hohe Ziele, erste Solarprojekte – und dann erfolgt das Ausbremsen durch politische Entscheidungen in Berlin. Damit wollten sich die Engagierten vor Ort allerdings nicht abfinden und entschieden sich für eine Mitgliedschaft bei den Bürgerwerken, um ihre Genossenschaft auf die Herausforderungen der nächsten Jahre vorzubereiten und die Versorgung der eigenen Mitglieder zu ermöglichen. Die NEB nutzt seitdem ihr regionales Bürgerstrom- Angebot, um mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen und so noch mehr Bürger für die genossenschaftlich organisierte Energiewende zu begeistern. Dies gelingt bisher eindrucksvoll: Die Genossenschaft konnte innerhalb eines Jahres 100 Stromkunden in der Region gewinnen und gleichzeitig ihre Mitgliederzahl von rund 100 auf über 210 mehr als verdoppeln. Wertschöpfung, die vorher aus der Region abfloss, bleibt nun vor Ort und unterstützt die ehrenamtlichen Vorstände bei der Umsetzung der nächsten Projekte für die Energiewende.

Ausblick: Bürgerwerke als Plattform für die Bürgerenergie

Auch in diesem Jahr will die Bürgerwerke- Gemeinschaft wie bisher wachsen und sich mit weiteren Mitgliedsgenossenschaften und

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Bürgerstrom-Kunden eine solide Basis für die kommenden Jahre schaffen. Gleichzeitig wird an weiteren Dienstleistungen gearbeitet. So übernehmen die Bürgerwerke für ihre Mitgliedsgenossenschaften ab diesem Frühjahr zum Beispiel Leistungen rund um die Direktvermarktung von Erneuerbaren- Energien-Anlagen. In Zukunft sollen die Bürgerwerke auch verstärkt als Netzwerk und gemeinsame Plattform für Bürgerenergiegenossenschaften dienen. Bei den vielen verschiedenen Expertisen, die im Bürgerwerke-Verbund vorhanden sind, ist es nur logisch, dass bei gemeinsamen Workshops Erfahrungen und Umsetzungswissen ausgetauscht werden. Darüber hinaus sollen zukünftig auch Energieprojekte gemeinsam geplant, finanziert und umgesetzt werden. Ein Beispiel hierfür gab es bereits 2015, als vier Energiegenossenschaften zusammen die Bürgersolaranlage Kirchardt bei Sinsheim finanzierten und so über 1.100 Bürger an der Anlage beteiligen konnten (der Geno Graph berichtete). Wenn wir Bürger die genossenschaftliche Energiewende weiter voranbringen und sie nicht der alten Energiewirtschaft überlassen wollen, brauchen wir Zusammenschlüsse wie die Bürgerwerke. Nur mit vereinter Kraft können wir unser Ziel einer konsequenten und schnellen Energiewende in Bürgerhand erreichen. Deshalb würde sich die Bürgerwerke-Gemeinschaft freuen, wenn sich weitere Energiegenossenschaft aus dem Verbandsgebiet des BWGV für eine Mitgliedschaft begeistern.

Konzeptpräsentation

Interessierte können eine Konzeptpräsentation der Bürgerwerke unter
http://buergerwerke.de/konzept kostenlos herunterladen.


Mehr zur Erfolgsgeschichte der Neue Energie Bendorf eG unter
http://buergerwerke.de/regionalversorger.


Kontakt für Energiegenossenschaften:
Torsten Schwarz, E-Mail: torsten.schwarz@buergerwerke.de
Fon: 06221 - 3 928 920, Mobil: 0173 - 61 54 200

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