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Symposium: Das Ende der Sparkultur?

Sparschwein
Thorben Wengert/pixelio

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Die gegenwärtige Niedrigzinsphase hat weitreichende gesellschaftliche und wirtschaftliche Konsequenzen: die Sparquote geht weiter zurück, die Vorsorge der breiten Bevölkerung wird erschwert und risikoreiche Marktentwicklungen werden befördert. Ein Ende der historisch niedrigen Zinsen ist nicht absehbar – die großen Verlierer sind vor allem die Sparer. Die Erosion der besonders in Deutschland ausgeprägten Sparkultur droht.

Geschichte des Sparens

Die Ursprünge dieser Sparkultur reichen zurück bis ins 18. Jahrhundert. Die Tugend der Sparsamkeit erstreckte sich dabei auf verschiedene Lebensbereiche und galt als Grundlage der persönlichen Absicherung oder betrieblicher Investitionen. Eng mit dieser Kultur des Sparens war auch die Entwicklung der Volksbanken und Raiffeisenbanken verbunden. Auch nach zwei Weltkriegen und einer Hyperinflation, blieb die Tugend der Sparsamkeit ein fester Bestandteil der kulturellen Prägung in Deutschland.

Bilder im Video: CC BY-SA 3.0, BWGV, SVBW, Kreissparkasse Tuttlingen

Aktuelle Entwicklungen zum Sparen

In den vergangenen Jahren hat sich dies jedoch gewandelt – dies belegen Zahlen des Statistischen Bundesamts. So sank die Sparquote von 12,7 Prozent im Jahr 1991 auf 10,5 Prozent im Jahr 2008 und ist inzwischen bei 9,4 Prozent (2014) angekommen. Dieser Trend wird sich aufgrund der niedrigen Zinsen weiter fortsetzen. Die Sparer werden für das risikoarme Anlegen ihres Geldes auf dem Sparbuch bestraft, weil die niedrige Verzinsung langfristig die Inflationsrate nicht mehr ausgleicht. Neben diesen negativen Auswirkungen auf das Sparverhalten, hat das Niedrigzinsumfeld noch weitere problematische Folgen. Krankenkassen, die Rentenversicherung und die Bundesagentur für Arbeit geraten zunehmend unter Druck, denn die Sozialkassen sind per Gesetz gezwungen, in sichere Anlagen zu investieren, vor allem Staatsanleihen. Da diese immer weniger Rendite abwerfen, wollen die Sozialkassen jetzt auch in riskantere Anlagen investieren dürfen. Dadurch würden Entwicklungen befördert, deren Risiken letztlich wiederum die Bevölkerung zu tragen hätte. Axel Weber, ehemaliger Bundesbankpräsident, vermutet gar, dass die Niedrigzinsphase und die genannten Folgen die Deutschen zwingen werde, viel länger zu arbeiten.

Hier lauern also gesellschaftliche Gefahren. Die geldpolitisch gesetzten Rahmenbedingungen haben zu einem Kulturwandel geführt, der weitreichende Auswirkungen auf langfristige Entscheidungen hat; risikoarmes Sparen als Grundlage finanzieller Absicherung droht seinen Reiz zu verlieren.

Symposium am 30. Oktober 2015

Einladung zum Sparer-Symposium

Der Baden-Württembergische Genossenschaftsverband widmet sich dieser Entwicklung  gemeinsam mit dem Sparkassenverband Baden-Württemberg im Rahmen eines Symposiums anlässlich des Weltspartags 2015. Unter dem Titel „Das Ende der Sparkultur?” werden Ulrich Bindseil, Direktor der EZB-Generaldirektion Finanzmarktoperationen, Peter Simon MdEP, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft im Europäischen Parlament und Prof. Dr. Gunther Schnabl, Direktor des Instituts für Wirtschaftspolitik der Universität Leipzig, ihre Standpunkte zur aktuellen Niedrigzinspolitik und deren Konsequenzen darlegen. Moderiert von Bernd Wittkowski, Mitglied der Chefredaktion der Börsen-Zeitung, findet die Veranstaltung am Freitag, den 30. Oktober 2015, von 10 Uhr bis 12.30 Uhr in der Alten Reithalle in Stuttgart statt. Die Veranstaltung richtet sich an Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie deren Kunden und Mitglieder.

Einladung

Sparer-Symposium am 30. Oktober 2015

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Antwortkarte

Sparer-Symposium am 30. Oktober 2015

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