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Parlamentarischer Abend: Offener Dialog mit den Abgeordneten

Parlamentarischer Abend 2014
BWGV

Die Fraktionsspitzen, Vertreter der Regierung und Mandatsträger aller Parteien waren vor Ort im GENO-Haus Stuttgart. Mit mehr als 100 Gästen wurde die Rekordteilnehmerzahl des Vorjahres nochmals übertroffen. Die Mitglieder des Verbandsrats und des BWGV konnten sich somit über den bestbesuchten Parlamentarischen Abend des BWGV freuen. Im offenen Austausch mit den Mandatsträgern wurde Zustimmung und Wertschätzung für die Leistungen von Genossenschaften ersichtlich.

Strategischer Partner der Genossenschaften

BWGV-Präsident Dr. Roman Glaser ging in seiner Rede auf die Herausforderungen für Genossenschaften durch aktuelle politische Vorhaben und die besondere Verantwortung des Verbands als strategischer Partner der Genossenschaften ein. Denn die Genossenschaften haben sich in ihrer Geschichte als einmalige Rechts- und Unternehmensform bewährt. Im Jubiläumsjahr 2014 wurde dies den Mitgliedern nicht zuletzt in den drei fachspezifischen Jubiläumsveranstaltungen  in Reutlingen, in Breisach und in Karlsruhe eindrucksvoll gezeigt (der Geno Graph berichtete). Schon bei den genossenschaftlichen Gründervätern ging es vor allem um eines: unbürokratisch und effektiv den Menschen in einer Zeit helfen, die geprägt war von Hungersnöten und einem großen sozialen Ungleichgewicht. Diese Probleme stellen sich glücklicherweise so nicht mehr, jedoch gibt es weiterhin Herausforderungen für Bürger und Unternehmen, die gemeinsam gelöst werden müssen. Genossenschaften bieten hierfür eine verlässliche und demokratische Struktur und stellen den Menschen in den Mittelpunkt ihres Handelns.

Absage an Kooperativgesellschaft

Auf die Zukunft gerichtet verwies Glaser darauf, dass daher beispielsweise auch keine weitere, zudem haftungsbeschränkte neue Rechtsform einer Kooperativgesellschaft notwendig ist. Er zeigte darüber hinaus das schwierige politische Umfeld auf, in dem es sich zu behaupten gilt: Der Niedrigzins belastet das klassische Geschäft auch der Genossenschaftsbanken. Gleichzeitig wurde in den vergangenen Jahren eine hohe Regulierungsdichte aufgebaut. „Da wir den akuten Krisenmodus seit längerem hinter uns gelassen haben, sollte nun auch wieder verstärkt Proportionalität und Differenzierung in der Regulierung an Bedeutung gewinnen“, so Glaser. Ebenso hat die EEG-Reform deutliche Spuren hinterlassen. Das Geschäft der Energiegenossenschaften wurde durch unpraktische Detailregelungen merklich erschwert. Dabei besitzen besonders die Nahwärmegenossenschaften in Baden-Württemberg ein großes Potenzial. Damit richtete der BWGV-Präsident eine klare Aufforderung an die Mandatsträger.

Genossenschaften „Triebfeder für heimische Wirtschaftskreisläufe“

Der Gastredner des Abends, Landtagspräsident Guido Wolf, ging ebenso auf die Besonderheiten der Genossenschaften ein. So werden oftmals „ungewollt aber faktisch unnötig“ die Eigenheiten von Genossenschaften nicht berücksichtigt und somit das wirtschaftliche Handeln erschwert. Dabei betonte Wolf, dass gerade Genossenschaften „Triebfeder für heimische Wirtschaftskreisläufe“ sind und in besonderer Verantwortung für die Region eine tragende Rolle in Baden-Württemberg einnehmen. Umrahmt wurde der politische Dialog von der badischen Weinkönigin Josephine Schlumberger und der scheidenden württembergischen Weinkönigin Theresa Olkus. Sie erläuterten den Gästen den besonderen Genuss genossenschaftlicher Weine.

Baden-Württembergisches Jahr der Genossenschaften 2015

Das Miteinander am Parlamentarischen Abend des BWGV zeigte den auch im Tagesgeschäft gepflegten offenen Dialog, den die Abgeordneten mit den Mitgliedern und dem Verband führen. Es zeigte die enge Verbundenheit vor Ort und den intensiven Austausch zu politisch-regulatorischen und wirtschaftlichen Themen. Genossenschaftliche Anliegen werden aktiv eingebracht und entsprechend wahrgenommen. Darauf bauen wir auch mit Blick auf alle anstehenden Herausforderungen im kommenden Jahr, dem „Baden-Württembergische Jahr der Genossenschaften 2015“ unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Winfried Kretschmann MdL, auf.

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