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Genossenschaftstag in Lahr: Schon mehr als 3,8 Millionen Baden-Württemberger sind Mitglied

Der Genossenschaftstag der baden-wĂĽrttembergischen Genossenschaften findet am Samstag, 4. Juli, auf dem Rathausplatz in Lahr statt.
BWGV

In Baden-Württemberg gibt es schon mehr als 3,8 Millionen Genossenschaftsmitglieder. Diese Schwelle ist in den vergangenen Tagen überschritten worden, teilt nun der Baden-Württembergische Genossenschaftsverband (BWGV) in Lahr (Ortenaukreis) mit. „Diese sehr erfreuliche Entwicklung zeigt, wie beliebt Genossenschaften bei den Menschen sind, aber auch, wie sehr sich unsere Rechts- und Unternehmensform für die Bewältigung vieler Zukunftsherausforderungen eignet“, sagt BWGV-Präsident Dr. Roman Glaser auf einer Pressekonferenz anlässlich des Genossenschaftstags 2015. Dieser findet am Samstag, 4. Juli, auf dem Rathausplatz in Lahr statt. Mit 3,8 Millionen Mitgliedern – mehr als jeder dritte Einwohner – gilt Baden-Württemberg als das „Land der Genossenschaften“. In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Genossenschaftsmitglieder im Land um mehr als 570.000 angewachsen. Ursache dieser Entwicklung sind zahlreiche Neugründungen von Genossenschaften aber auch, dass immer mehr Menschen Mitglied bei ihrer Volksbank oder Raiffeisenbank werden.

Noch nie gab es so viele unterschiedliche Genossenschaften in Baden-Württemberg wie heute. Die aktuell 842 Unternehmen in der Rechtsform der eG verteilen sich auf rund 50 verschiedene Branchen – und durch Neugründungen nimmt diese enorme Vielfalt von Jahr zu Jahr weiter zu. „Genossenschaften können sowohl ein Modell für Kooperationen im Mittelstand sein als auch den Strukturwandel im ländlichen Raum begleiten“, erläutert Glaser. In den vergangenen zehn Jahren sind allein im Südwesten 250 neue Genossenschaften gegründet worden. „Dies zeigt, wie hervorragend sich unsere Unternehmensform für viele Geschäftsideen und Formen der Kooperation eignet“, sagt der BWGV-Präsident. Im ersten Halbjahr 2015 gab es in Baden-Württemberg bisher fünf Gründungen, 17 weitere Genossenschaften befinden sich derzeit in der Gründungsphase.

Kretschmann: „Genossenschaft ist ein Erfolgsmodell“

Um die enorme Vielfalt und Stärke der Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft (eG) zu zeigen, veranstaltet der BWGV 2015 das „Baden-Württembergische Jahr der Genossenschaften“. Es steht unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Winfried Kretschmann. „Das genossenschaftliche Geschäftsmodell ist ein Erfolgsmodell, das sich  – gerade auch in Krisenzeiten – bewährt hat“, lobte Kretschmann bereits zu Beginn des Festjahres 2015. „Genossenschaften fördern die regionale Wertschöpfung, binden bürgerschaftliches Engagement ein und erfüllen nachhaltig anstehende Aufgaben“, so Kretschmann, der selbst Mitglied einer Genossenschaftsbank ist. „Wenn die Menschen vor Ort die Initiative ergreifen und Lösungen für dringende Aufgabenfelder durch die Gründung einer Genossenschaft finden, so ist das sehr begrüßenswert.“ Eine ganz besondere Ehre ist der aus Deutschland stammenden Genossenschaftsidee in diesem Frühjahr zuteil geworden: Als erster und bisher einziger deutscher Vorschlag wurde sie für die repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit bei der UNESCO nominiert.

2015 ist das „Baden-Württembergische Jahr der Genossenschaften“

Die Vielfalt an genossenschaftlichen Unternehmen in Baden-Württemberg reicht von den Handelsriesen Intersport und Euronics bis zum Landgasthof, Dorfladen oder zur genossenschaftlich organisierten Kinderbetreuung und Schule. Vermehrt gegründet werden auch Gesundheitsgenossenschaften, Kooperationen für Berater, Gärtner und Druckereien sowie Schwimmbad- oder Kultur- und Marketing-Genossenschaften. Auch in der interkommunalen Zusammenarbeit und bei Infrastrukturprojekten wie etwa dem Breitbandausbau bieten sich häufig Genossenschaften an. Diese Vielfalt und Stärke wird im „Baden-Württembergischen Jahr der Genossenschaften 2015“ mit vielen unterschiedlichen Veranstaltungen und Aktivitäten jeweils bei Genossenschaften vor Ort gezeigt. Höhepunkt des Jahres wird das Zukunftsforum mit Ministerpräsident Kretschmann am 30. September in Stuttgart sein, bei dem auch erstmals der „Genossenschaftspreis“ für herausragende Maßnahmen und Projekte verliehen wird. Bewerbungen werden noch bis zum Samstag, 4. Juli, angenommen. Informationen zu dem Preis gibt es unter: http://www.bwgv-info.de/de/der-genossenschaftspreis-2015-72.htm.

Genossenschaftstag in Lahr: Viel Unterhaltung und interessante eGs

Auch der traditionell am ersten Samstag im Juli begangene Internationale Genossenschaftstag steht dieses Jahr ganz im Zeichen des „Baden-Württembergischen Jahres der Genossenschaften 2015“. Auf dem Rathausplatz in Lahr präsentieren sich von 10 bis 15 Uhr zahlreiche Genossenschaften aus Baden-Württemberg mit ihren vielfältigen und erfolgreichen Geschäftsmodellen – von Banken über Handwerks- und Handelsgenossenschaften bis zu Landwirtschafts- und Energiegenossenschaften. Neben den Volksbanken der Region – Achern, Bühl, Breisgau-Nord, Kinzigtal, Lahr und Offenburg – und der Genossenschaftlichen FinanzGruppe sind die Kaminbauer der Hagos eG aus Stuttgart, die Baugenossenschaft Familienheim Mittelbaden eG (Achern) und Edeka Südwest (Offenburg) vertreten. Zudem präsentieren sich in Lahr die ZG Raiffeisen eG (Karlsruhe) mit ihren Tochterunternehmen Raiffeisen Baucenter, ZG Raiffeisen Energie und ZG Raiff-eisen Technik, der Gewinnsparverein Südwest (Karlsruhe), der Obstgroßmarkt Mittelbaden (Oberkirch) und der Badische Winzerkeller (Breisach) in Kooperation mit der Winzergenossenschaft Lahr.

Der Genossenschaftstag der baden-württembergischen Genossenschaften findet am Samstag, 4. Juli, auf dem Rathausplatz in Lahr statt.
Flyer zum Genossenschaftstag in Lahr am 4. Juli 2015

Wir freuen uns auf Ihren Besuch auf dem Genossenschaftstag.

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Daneben ist auch für Unterhaltung gesorgt: Auftritte diverser Tanz-, Turn- und Musikgruppen aus der Region stehen ebenso auf dem Programm des Genossenschaftstags wie Clown Pat aus dem Europa-Park, badische Comedy mit „De Hämme – Helmut Dold“ und ein abwechslungsreiches Kinderprogramm. Der Genossenschaftstag in Lahr wird um 10:15 Uhr durch Oberbürgermeister Dr. Wolfgang G. Müller und BWGV-Präsident Glaser eröffnet. Weitere Informationen, Fotos und einen Film zum Genossenschaftstag gibt es unter: http://www.bwgv-info.de/de/genossenschaftstag-62.htm.

„Genossenschaften genießen großes Vertrauen der Menschen, weil sie sich mit ihren seriösen und regionalen Geschäftsmodellen immer wieder als ein Hort der Stabilität erweisen. Das hat sich ganz besonders in der Finanz-marktkrise gezeigt“, verdeutlicht BWGV-Präsident Glaser. „Noch nie hat ein Kunde einer Volksbank oder Raiffeisenbank auch nur einen Cent seiner Einlagen verloren.“ Darüber hinaus sind Genossenschaftsbanken seit mehr als 150 Jahren zuverlässige und faire Partner des Mittelstands in Deutsch-land – gerade auch in schwierigen Zeiten. Nicht zuletzt hat die schwere Finanzmarktkrise 2007/2008 einen wahren Mitgliederboom bei den Genossenschaftsbanken in ganz Deutschland ausgelöst.

„Menschliches Geschäftsmodell mit regionalem Bezug“

Der Trend, Mitglied einer Genossenschaft zu sein oder zu werden, ist auch in der Ortenau und im Breisgau ungebrochen. „Die genossenschaftliche Idee macht unser Geschäftsmodell einzigartig und hat sich in allen gesellschaftlichen Bereichen bewährt“, betont Peter Rottenecker, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Lahr. Das Institut ist stellvertretend für die Volksbanken der Region – Achern, Bühl, Breisgau-Nord, Kinzigtal, Lahr und Offenburg – Gastgeber des Genossenschaftstags in Lahr. „Die Menschen suchen gerade in unruhigen Zeiten nach Werten und einem menschlichen Geschäftsmodell mit regionalem Bezug“, verdeutlicht Rottenecker. „Vertrauen, Respekt, Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und Sicherheit sind genossenschaftliche Werte, auf die wir immer vertraut haben und auch in Zukunft vertrauen werden.“ In diesem Jahr feiert die Volksbank Lahr ihr 150-jähriges Bestehen. „Dass der mittlerweile 9. baden-württembergische Genossenschaftstag in unserem Jubiläumsjahr am Hauptsitz unserer Bank in Lahr stattfinden wird, freut mich ganz besonders“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Lahr.

Die Mitgliedschaft ist die große Besonderheit

„Im Mittelpunkt des Genossenschaftstags steht das Alleinstellungsmerkmal der Genossenschaften, die Mitgliedschaft“, betont Rottenecker. „Mitglieder sind Bankteilhaber. Für sie wurden die Genossenschaftsbanken gegründet und ihnen gehört die Bank“, sagt der Vorstandsvorsitzende. Bei der Volksbank Lahr vertrauen inzwischen mehr als 53.200 Mitglieder auf diese Stärke. Die sechs Volksbanken der Region haben zusammen etwa 220.000 Genossenschaftsmitglieder. Mehr als 1.400 Mitarbeiter betreuen ein Kundenvolumen von gut 15 Milliarden Euro. Die Bilanzsummen der sechs Genossenschaftsbanken summieren sich auf mehr als 8 Milliarden Euro. Genossenschaftsbanken sind als leistungsfähige und kompetente Partner der Menschen und Unternehmen fest in ihren Regionen verankert. Sie übernehmen Verantwortung als Arbeitgeber, Ausbilder, Sponsor, Investor und vor allem als Finanzierer des örtlichen Mittelstands. Insgesamt gibt es in Baden-Württemberg 212 Volksbanken und Raiffeisenbanken, die mit fast 24.000 Mitarbeitern ein Geschäftsvolumen von gut 142 Milliarden Euro betreuen und mehr als 3,64 Millionen Mitglieder zählen.

Die Kräfte bündeln – und dabei eigenständig bleiben

Die eingetragene Genossenschaft bietet sich immer dann an, wenn Wirtschaftsakteure ihre Kräfte bündeln und die Vorteile der Kooperation nutzen möchten, ohne dabei ihre Eigenständigkeit aufzugeben. Dies wird seit mehr als 150 Jahren unter anderem in der Landwirtschaft, im Handel und Handwerk praktiziert. Heute geschieht dies vermehrt unter Freiberuflern, in den Bereichen Pflege und neue Wohnformen, bei der örtlichen Nahversorgung, im Bereich Bildung und bei der Erzeugung und dem Vertrieb erneuerbarer Energie. In den vergangenen Jahren gab es mit mehr als 140 Gründungen die größten Zuwächse bei Energiegenossenschaften. Insgesamt gibt es im Südwesten 294 gewerbliche Genossenschaften, die mit 4.600 Mitarbeitern fast 5 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften. Die 336 landwirtschaftlichen Genossenschaften in Baden-Württemberg erzielen einen Umsatz von mehr als 3,6 Milliarden Euro – mit Getreide, Obst, Gemüse, Milch, Wein und vielem mehr. Sie beschäftigen fast 5.900 Mitarbeiter im gesamten Bundesland.

Der Wesenskern einer jeden Genossenschaft ist: Das Mitglied steht immer im Mittelpunkt, es bestimmt mit und wird gefördert. „Wie keiner anderen Rechts- und Unternehmensform gelingt es der Genossenschaft, wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Verantwortung zu verbinden“, verdeutlicht BWGV-Präsident Glaser. Genossenschaften sind sehr stark in ihren Regionen verankert und sorgen somit für eine erhebliche Wertschöpfung vor Ort. Die Bekanntheit von Genossenschaften in Baden-Württemberg ist beachtlich, wie eine aktuelle Untersuchung für den BWGV zeigt (http://www.bwgv-info.de/de/umfrage-zu-genossenschaften-die-bekanntheit-abgefragt-569.htm). Insbesondere die Volksbanken und Raiffeisenbanken kennen 98 Prozent der Bevölkerung.

34.500 Menschen im Südwesten arbeiten bei Genossenschaften

Der BWGV, der 2009 aus dem Badischen und dem Württembergischen Genossenschaftsverband hervorgegangen ist, hat gut 900 Mitglieder, davon 842 Genossenschaften mit mehr als 3,8 Millionen Einzelmitgliedern. Etwa 34.500 Menschen in Baden-Württemberg arbeiten für genossenschaftliche Unternehmen, darunter rund 3.500 Auszubildende. Weitere Informationen zum „Baden-Württembergischen Jahr der Genossenschaften“ und zu den Genossenschaften in Baden-Württemberg finden Sie unter: www.bwgv-info.de. Aktuelle Meldungen, Infos und spannende Nachrichten zu den Genossenschaften in Baden-Württemberg gibt es auch auf dem neuen BWGV-Twitter-Kanal. Folgen Sie uns: https://twitter.com/genobw.

Pressemitteilung

Der Genossenschaftstag findet am 4. Juli 2015 in Lahr statt.

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