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Genossenschaft als Lösung für Herausforderungen in der Kommunalwirtschaft

Als Genossenschaft können die Kommunen gemeinsam mit ihren Bürgern die Herausforderungen lösen.
S. Hofschlaeger / pixelio.de

Kommunen stehen am Scheideweg: Große gesellschaftspolitische Herausforderungen bestimmen ihren Alltag und überlagern teilweise dringende kommunalwirtschaftliche Thematiken. Genossenschaften bieten Kommunen Chancen, kommunalwirtschaftliche Herausforderungen gemeinsam mit ihren Bürgern zu lösen.

Kommunen sind an der Belastungsgrenze

In unserer Geno-Graph-Artikelserie zu genossenschaftlichen Geschäftsmodellen in der Kommunalwirtschaft haben wir in den vergangenen Monaten viele unterschiedliche Branchen und kommunalwirtschaftliche Aufgabenbereiche beleuchtet: von der Ärzteversorgung über Kinder- und Seniorenbetreuung über genossenschaftliche Bildungsformate, Energieeffizienzprojekte, bis hin zur Breitbandversorgung und Mobilitätssicherung vor allem im ländlichen Raum. In allen Bereichen zeichnete sich über die vergangenen Jahre ein infrastrukturelles Defizit ab, das vor allem auch durch die allgemeine demografische Entwicklung im Land vorangetrieben wurde. Die Herausforderungen in den Kommunen und Gemeinden wachsen stetig. Doch während noch zu Beginn des vergangenen Jahres infrastrukturelle Defizite ganz oben auf der Agenda der Kommunen standen, sind es im Augenblick Fragen, die sich mit der Unterbringung und Integration von Flüchtlingen beschäftigen. Ärztemangel auf dem Land, schleppendender Ausbau des Breitbands, die Probleme mit der Energiewende. All jene Themen werden zurzeit „von einer gesellschaftlichen Herausforderung überlagert – nämlich der Flüchtlingsthematik“, so Roger Kehle, Präsident des Gemeindetags bei seiner Mitgliederversammlung im Oktober des vergangenen Jahres.

Genossenschaften bieten Hilfe zur Selbsthilfe

Hat uns die Wirklichkeit eingeholt oder bieten Genossenschaften dennoch Chancen für die Kommunen im Lichte der rasanten gesellschaftspolitischen Entwicklungen der vergangenen und kommenden Monate? Wir sind der Ansicht, dass die Chancen für Genossenschaften in kommunalwirtschaftlichen Bereichen heute größer sind denn je. Auch und gerade weil die Gesellschaftsform bereits in ihrer Entstehungsgeschichte in einem der größten gesellschaftspolitischen Umschwünge des 19. Jahrhunderts wurzelt. Mit den negativen Folgen der Industrialisierung bot sie Landwirten und Handwerksbetrieben Zugang zu Bankdienstleistungen und Ein- und Verkaufsgemeinschaften, bekämpfte so Armut und Abhängigkeit. Die Rechtsform hat mit ihrer über 150-jährigen Geschichte bewiesen, dass sie gerade in Krisen- und Wandlungsprozessen besonders stabile und bürgernahe Modelle hervorbringt. Mit ihren Leitprinzipien der Hilfe zur Selbsthilfe, demokratischen Entscheidungsverfahren, Regionalität und der Wahrung von Transparenz bietet sie heute Bürgern die Chance, kommunale Herausforderungen selbst zu lösen. Gleichzeitig bietet sie auch Gründungsinteressierten die Möglichkeit, den Schritt in die Selbstständigkeit nicht im Alleingang, sondern gemeinsam mit Gleichgesinnten zu wagen.

Förderauftrag der Genossenschaftsbanken

Als Mitinitiatoren neuer Projekte und Gründungen verfügen die Volksbanken und Raiffeisenbanken über einzigartige Kompetenzen. Sie kennen nicht nur die regionalen Bedarfe, sie verfügen auch über wertvolles Wissen bei der Finanzierung von Gründungen. Im Rahmen ihrer regionalen Verankerung sind sie gleichzeitig oftmals auch Impulsgeber und Triebfeder für maßgebliche lokale Neuerungen und kommunalwirtschaftliche Projekte. Diese Unterstützung gilt es zu nutzen und auszubauen.

Leistungen des BWGV

Bei Fragen der Inanspruchnahme der Förderprogramme von Bund und Land können Sie sich gerne an uns wenden. Unsere Experten bereiten Ihnen auch gerne themenspezifische Präsentationen vor, angepasst an ihre Situation. Unter iv-geno@bwgv-info.de können zusätzlich aktuelle Informationsblätter des BWGV zu den sechs Themenbereichen Gesundheitsgenossenschaften, Genossenschaften im Breitbandausbau, Genossenschaften und neue Mobilität, Familiengenossenschaften, Genossenschaften für Energie und Energieeffizienz sowie Bildungsgenossenschaften angefragt werden.

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