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Genossenschaftliche Energie belebt Architekten-Messe

Archikon-Messe mit dem BWGV
Petra Bork / pixelio.de

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Die Stuttgarter Architekten-Messe Archikon mit Fokus auf Nachhaltigkeit zeigte praxisorientierte Strategien beim Wohnungsbau auf. Beim bundesweit größten Architektenkongress trafen sich über 1.200 Gäste, um sich über die heutigen Bautrends in Sachen Energieeffizienz und nachhaltiges Bauen zu informieren. Vor allem die einzelnen Hausbewohner und die Bauherren müssten bei diesem bedeutenden Thema überzeugt werden und die Vorteile der einzelnen Maßnahmen müsse stärker verdeutlicht werden, so der Keynote-Sprecher Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker. Der BWGV war mit der DG Hyp, dem genossenschaftlichen Spezialisten in Sachen gewerbliche Immobilienfinanzierung, vor Ort, um langfristige und vor allem ganzheitliche Lösungskonzepte zum klimaneutralen Gebäudebestand aufzuzeigen. Beispiele und Lösungswege sind dabei im genossenschaftlichen Bereich schon vorhanden und müssen den Architekten und Bauherren näher gebracht werden. Bei Interesse steht Axel Klima als Ansprechpartner beim BWGV zur Verfügung (axel.klima@bwgv-info.de).

Energetische Sanierungsfinanzierung durch Genossenschaftsbanken

Archikon-Messe mit dem BWGV
Am Messestand des BWGV: (v.l.n.r.) Lukas Winkler, Axel Klima, beide BWGV, und Götz Nagel von der DG Hyp.

Lösungswege und erste Ansätze sind aus den Kooperationen zwischen Genossenschaften und dem Wohnungsbau bereits in mehrfacher Weise vorhanden. Dies zeigen die Volksbanken und Raiffeisenbanken bei der Finanzierung der energetischen Sanierung. So bietet die langjährige Kooperation zwischen Umweltministerium, Bausparkasse Schwäbisch Hall und BWGV in Zusammenarbeit mit „Zukunft Altbau“ Ideen, Konzepte und Lösungsansätze zum Thema energetische Gebäudesanierung. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit kann auch das Sanierung(s)Mobil von Volksbanken und Raiffeisenbanken gemietet werden.

Nahwärmegenossenschaften erklärt

In der Praxis arbeiten Nahwärmegenossenschaften am klimaneutralen Gebäudebestand. Die Genossenschaften setzten dabei dort an, wo die Versorgung der Bewohner mit kostengünstigem Strom und Wärme sichergestellt werden soll. Das genossenschaftliche Prinzip, bei dem die Bürger beziehungsweise Mitglieder der Genossenschaft ihre benötigte Wärme selbst erzeugen, überzeugte auch die Besucher der Messe. So war Lukas Winkler, Berater für Energiegenossenschaften beim BWGV, ein gefragter Ansprechpartner am Stand des BWGV.

Da auch im Wohnungsbau mit dem Genossenschaftsprinzip schon gute Erfahrungen gemacht wurden, liegt die Verbindung zwischen Energiegenossenschaft und Wohnungsbau sehr nahe. So sollen auch in Zukunft Konzepte entstehen, bei der die Energiegenossenschaften die Bereitstellung von regenerativ erzeugter Wärme und Strom übernehmen. Die Bürger vor Ort können durch die Gemeinschaft der Genossenschaft ihren eigenen Strom für den Selbstverbrauch produzieren, den Strom in einem Speicher speichern oder die Überschüsse in das öffentliche Netz einspeisen.

Quartiersbewohner und Genossenschaftsmitglieder

Doch nicht nur die Energieversorgung an sich bindet innerhalb der genossenschaftlichen Quartierslösung die Menschen zusammen. Das vom Ministerium für Soziales und Integration geschaffene Internet-Portal „Quartier 2020 – Gemeinsam.Gestalten“ soll Kommunen Unterstützung bei der Etablierung und Weiterentwicklung von Quartieren zur Verfügung stellen. Neben dem Aspekt des Klimawandels sollen die Zielsetzungen des Projekts auch Lösungsansätze im Hinblick auf die globalen und nationalen Entwicklungen wie Dezentralisierung, Regulierung und demographischer Wandel aufzuzeigen. Architekten und Bauherren müssen sich in Zukunft also mehr Gedanken um die generelle räumliche Anbindung der Wohngebäude in das Quartier machen. Denn der Zusammenhang für die soziale Verantwortung, die Berücksichtigung von Mitbestimmung und gesellschaftlicher Integration sowie Interesse an einem langfristigen Engagement im Quartier werden auch in Zukunft die entscheidenden Faktoren bei der Lage der Gebäude spielen. Auf Grundlage der angestrebten Vollversorgung mit lokal/dezentral erzeugter regenerativer Energie hat die genossenschaftliche Rechtsform schon jetzt gezeigt, dass damit der Zusammenhalt und das Wertversprechen an die Bewohner und Genossenschaftsmitglieder des Quartiers deutlich gesteigert werden kann.

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