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Carsharing geht auch im ländlichen Raum

Ettenheimer Bürgerenergie eG Carsharing
Ettenheimer Bürgerenergie eG

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Viele Partner ermöglichten die Einführung des Carsharings als zusätzliche Mobilitätsoption für die Ettenheimer Bürger: Die Bürgerenergiegenossenschaft hat das Auto, ein Renault Zoe, angeschafft und war federführend bei der Umsetzung, die 13.000-Einwohner-Stadt Ettenheim und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) unterstützten das Projekt bei der Umsetzung, die Südwestdeutsche Landesverkehrs-AG (SWEG) fördert das Autoteilen-Projekt in der zweijährigen Startphase mit einem monatlichen Zuschuss. Das Renault-Autohaus Tri AG, Kippenheim, unterstützt die Initiative ebenfalls finanziell. Robert Dees vom Café Dees stellt den Stellplatz zur Verfügung, der sich auf dem Parkplatz hinter dem Café befindet. Der Standort kann gut mit Öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Stadtbus erreicht werden, da sich die Bushaltestelle des Städtischen Gymnasiums in unmittelbarer Nähe befindet.

Einmalige Nutzer-Registrierung

Gefördert wurde das Projekt im Rahmen der Förderrichtlinie Elektromobilität vor Ort durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur – mit über 9.000 Euro. Der Renault Zoe wurde von der Bürgerenergiegenossenschaft Ettenheim gekauft und kann über den Carsharing-Anbieter Stadtmobil Südbaden in Freiburg genutzt werden. Die Kunden schließen direkt mit dem Anbieter Stadtmobil Südbaden einen Rahmenvertrag ab. Danach können sie alle Fahrzeuge des Anbieters rund um die Uhr selbstständig buchen – nicht nur in Ettenheim. Die Registrierung kann auch im Bürgerbüro des Ettenheimer Rathauses erledigt werden. Eine Beratung über die Funktionsweise und Tarife erfolgt über den Anbieter Stadtmobil Südbaden in Freiburg oder durch Jonas Meßmer von der Bürgerenergiegenossenschaft. Die Registrierung ist nach wie vor auch direkt bei der Genossenschaft möglich. Nach dieser einmaligen Registrierung kann der E-Flitzer bequem über Telefon, Internet (www.stadtmobil-suedbaden.de) oder Smartphone (App „Carsharing Deutschland“) gebucht werden. Für das Ettenheimer Carsharing-Projekt war ein Schüler kreativ. Joscha Bold, Gymnasiast aus Ettenheim hat das Logo, das auf dem Elektro-Auto angebracht ist, entwickelt.

Vorteile für Genossenschaftsmitglieder

Die ersten fünf Carsharing-Nutzer, die sich im Bürgerbüro registrieren ließen, bekamen einen Nutzungsgutschein über 20 Euro. Jeder registrierte Nutzer erhält eine Zugangskarte, mit der er das Auto öffnen kann, indem er diese an den Checkpoint an der Frontscheibe hält. Anschließend wird der Fahrzeugschlüssel im Handschuhfach aus der Buchse gezogen und kann danach wie jedes andere Privatauto genutzt werden. Die Fahrtkosten belaufen sich auf 20 Cents pro gefahrenem Kilometer und 1,80 Euro pro Stunde. Mitglieder der Bürgerenergiegenossenschaft haben bei der Nutzung des E-Autos Vorteile. So bekommen sie 10 Prozent Preisermäßigung auf den Fahrpreis, sie sparen die Anmeldegebühr und müssen auch keine Kaution hinterlegen. Bis zum Jahresende 2020 sparen sie außerdem die Grundgebühr.

Über zwei Jahre waren Vertreter der Stadtverwaltung, der VCD-Ortsgruppe Ettenheim, der Stadtmobil Freiburg und der Bürgerenergiegenossenschaft im Gespräch, um ein solches Angebot auf die Beine zu stellen. Voraussetzung für einen Förderantrag war das Elektromobilitätskonzept der Verwaltungsgemeinschaft Ettenheim.

„Sinnvoller Baustein der zukünftigen Mobilität“

Jonas Meßmer von der Ettenheimer Bürgerenergie eG, Ansprechpartner für das Carsharing, ist überzeugt: „Carsharing ist ein sinnvoller Baustein der zukünftigen Mobilität. Insbesondere im ländlichen Raum als Alternative zum Zweit- oder Drittwagen. Auch für junge Leute, die kein Auto unterhalten möchten, ist es eine nützliche Ergänzung zum Fahrrad, dem Bus und dem Elternauto. Carsharing bedeutet Mobilität zum Festpreis ohne sich um Wartung, Reinigung, Reparaturen und einen Parkplatz kümmern zu müssen.“

Wichtig für den Erfolg in Ettenheim sei, dass über Privatpersonen hinaus auch Unternehmen das Angebot nutzen. Jörg Bold, Vorstandsmitglied der Ettenheimer Bürgerenergie eG, führt als Beweggründe an: „Etwa 20 Prozent der energiebedingten Treibhausgas-Emissionen stammen aus dem Verkehrssektor. Keine Energiewende ohne eine Verkehrswende.“ Auch Ettenheims Bürgermeister Bruno Metz freut sich: „In vielen Gesprächen mit Bürgern und auch bei der Bürgerwerkstatt wurde der Wunsch nach Carsharing an die Verwaltung herangetragen. Die Kooperation mit der Bürgerenergiegenossenschaft bietet nun eine gute Möglichkeit, interessierten Menschen in Ettenheim Carsharing anzubieten.“

„Noch ist die Auslastung nicht soweit, dass das Fahrzeug sich wirtschaftlich trägt“, sagt Jörg Bold. Es gebe aber regelmäßig Interesse und Anmeldungen. „Wir planen in 2020 noch ein weiteres Fahrzeug anzuschaffen, um eine hohe Verfügbarkeit bieten zu können. Wir sind davon überzeugt, dass Carsharing in einer Kleinstadt funktionieren kann, wissend das es einen langen Atem benötigt“, so Bold. Aus Sicht der Genossenschaft biete das gemeinsame Nutzen von E-Mobilen einen zusätzlichen Mitgliedervorteil „und unterstreicht unser Ziel, eine gemeinwohlorientierte Institution vor Ort zu sein“.

Carsharing Ettenheimer Bürgerenergie eG
Das Ettenheinmer Carsharing-E-Auto soll ab 2020 einen „Kollegen“ bekommen. Im Bild dritter von rechts Jörg Bold, Vorstand der Ettenheimer Bürgerenergie eG.

 

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