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Winwin Office Network eG: „Gemeinsam sind wir stark“

Der Sitz der Genossenschaft ist in Fellbach-Schmiden, dem Standort des Mitglieds FCS GmbH, welches der Finanzierungspezialist innerhalb der „Winwin“ ist.
BWGV

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Es gibt nichts Besseres als das: win-win. Vorteile für alle Beteiligten. Jeder ist der Gewinner. Diese Doppelsieg-Strategie mit dem Ziel, dass alle Beteiligten einen Nutzen haben, diese Situation und Konstellation, in der gleichwertige Partner den für beide Seiten positiven Interessenausgleich schaffen, ist die Idealvorstellung. Doch geht das? Gibt’s das? Eine junge eingetragene Genossenschaft realisiert das sehr erfolgreich und reell. Mit Grundsatz und Einsatz. Ihr Name ist Programm: „winwin Office Network eG“. Die Gruppe mit Sitz in Fellbach-Schmiden agiert mit aktuell 31 mittelständischen Mitgliedsunternehmen aus ganz Deutschland mit der Servicebetreuung von IT-Büroinstallationen in den Bereichen Informationstechnologie (IT) und Bürokommunikation – der Wachstums-Branche, die sich rasant entwickelt und verändert. Diese Entwicklung im Blick und im Griff zu behalten, ist ihr Anspruch, gemeinsam gewinnen das Ziel.

Vorstand arbeitet pro bono

Seit dem Start im Herbst 2010, der mit sieben Gründungsmitgliedern erfolgte, bestätigt sich das Konzept „Gemeinsam sind wir stark“. Der Kern von Genossenschaft auch mitten in einer Wirtschaftswelt des Kapitalismus, der nach einem Zitat des britischen Ökonomen, Politikers und Mathematikers John Maynard Keynes (1883– 1946) „auf der merkwürdigen Überzeugung basiert, dass widerwärtige Menschen aus widerwärtigen Motiven irgendwie für das allgemeine Wohl sorgen werden“. Das stellen die Macher von „Winwin“ auf den Kopf. Ganz einfach: Idealismus ist das ganz große Gewicht, „das leistet sich die Genossenschaft“, sagt Frank Eismann, Sprecher des vier Köpfe zählenden Vorstands. Er arbeitet neben den eigenen beruflichen Aktivitäten als Geschäftsführer der Kölner Unternehmensgruppe IT-Systemhaus Ditcon und der Finanzholding GFC Management und Beteiligungsgesellschaft fünf volle Tage im Monat nur für „Winwin“, pro bono, also ohne Gehalt. Das ist ganz wichtig: keine Bezahlung für die Vorstände. Mit den Partnern Sven Hagenbach, Claudia Müller und Florian Nasser ist sich Eismann einig in dieser Auffassung von Engagement: „Man macht es freiwillig, weil man davon lebt, etwas zu schaffen, andere weiterzubringen. Das motiviert, das beflügelt.“ Mehr noch. Wer pro bono arbeite, verliere nicht den Blick fürs Wesentliche, sondern gewinne ihn. „Das haben wir geschafft.“ Deshalb, so Eismann, sei die Genossenschaft selbstbewusst in Außendarstellung und Entwicklung. „Und wir werden es bleiben.“

pro bono

In der Wirtschaft Bereitstellung von beruflichen Kompetenzen für gemeinnützige Aktivitäten. Im Unterschied zum klassischen Ehrenamt bringen die pro-bono-Kräfte ihre spezifischen Kenntnisse und Fähigkeiten ein. Das Engagement ist dabei zeitlich begrenzt, freiwillig und ohne Bezahlung oder zu einer Bezahlung, die deutlich unter dem marktüblichen Preis liegt. Pro-bono-Engagement kann privat sein oder als Corporate Volunteering über den Arbeitgeber organisiert werden. Pro-bono-Engagement ist insbesondere in den Bereichen Marketing, Technologie, strategische Beratung und Medizin weit verbreitet.

Bundesweit 90.000 Installationen in Betreuung

Davon profitieren die 31 Unternehmen der Office Network „Genossenschaft für Bürokommunikations-Fachhändler und IT-Systemhäuser“ mit insgesamt 550 Mitarbeitern. Diese Mitglieder bündeln aktuell einen Außenumsatz von 100 Millionen Euro jährlich (2013). Sie betreuen mit Service bundesweit 90.000 Installationen: Druck- und Kopiersysteme, Multifunktionssysteme, Managed Print Services (MPS), Server & Storage, Client Management, Telefonanlagen und Software. Ein Partner der Genossenschaft, Epson, einer der weltweit größten Hersteller im Bereich bildverarbeitender Technologie, profiliert sich mit energie- und schadstoffarmen Produkten. Eismann: „Wir arbeiten nur mit Herstellern zusammen, die ihre Produkte umweltfreundlich entwickeln.“ Selbstbewusstsein ist selbstverständlich in der Selbstdarstellung. Die Genossenschaft sieht sich als „führender Zusammenschluss mittelständischer Unternehmen aus den Bereichen Informationstechnologie und Bürokommunikation. Innerhalb unserer Gemeinschaft bündeln wir ein qualifiziertes Fachwissen von über 25 Jahren operativer Markterfahrung“. Wichtig auch dies: „Win- win“ übernimmt das komplette Delkredere, das Risiko eines Forderungsausfalls, handelsrechtlich eine besondere Art des Garantievertrags. Konkret: Die gesamte Verrechnung und Abrechnung läuft über die Genossenschaft. Sie will „eine starke Gemeinschaft sein für unsere Kunden, Partner und Mitarbeiter“. Sie schafft den Know-how-Transfer zwischen den Mitgliedern, ein bundesweites Servicenetz und die gemeinsame Abwicklung von Aufträgen mit Großkunden und öffentlichen Auftraggebern in ganz Deutschland, führt Einkaufsaktivitäten und Finanzvolumina zusammen.

Klare Strategie definiert

Frank Eismann ist Sprecher des vier Köpfe zählenden Vorstands der Winwin Office Network eG.
Frank Eismann ist Sprecher des vier Köpfe zählenden Vorstands der Winwin Office Network eG.

Ist sie einzigartig? Nein, sagt Frank Eismann. In diesem Bereich seien in Deutschland auch andere Genossenschaften qualifiziert tätig und länger auf dem Markt. Doch dass „Winwin“ sich so schnell entwickelt hat, das habe seinen Grund auch in den vielfältigen Themenfeldern. Die Genossenschaft mit Zentrale in einem modernen Bürogebäude in Fellbach-Schmiden, dem Sitz des Mitglieds FCS, dem Finanzierungsspezialisten in der Genossenschaft, ist offen für weitere Mitglieder. Allerdings, so Eismann, „wir leisten es uns, dass sie zu ,Winwin‘ passen müssen und dass sie sich in unsere Strategie einordnen.“ Diese Strategie zielt auch auf Ausbildung im großen Rahmen, geleistet aus eigenem „Win-win“-Kreis. Ausbildung in Sachen Organisation, Unternehmensführung, Unternehmensentwicklung, Technik, Vertrieb, Administration, Marktwirtschaft. Mit zertifizierten Abschlüssen. Außerdem bietet die Genossenschaft die Möglichkeit des dualen Studiums bei Unternehmen und „Winwin“, beispielsweise Betriebswirtschaftsstudenten, Informatikern, IT-Kaufleuten. Ein Strategieschwerpunkt ist die eigene Schulungs- und Ausbildungsakademie. Das von Stuttgart aus gesteuerte Trainingscenter bietet Mitarbeitern der Mitgliedsunternehmen, auch Managern und den Unternehmern selbst, Weiterbildung mit modernstem Equipment bei Trainingseinheiten zwischen zwei und drei Tagen.

Aus- und Weiterbildung wird groß geschrieben

Know-how-Vermittlung, Ausbildung, Weiterbildung, zentrales Recruitment, also Personal- und Nachwuchsbeschaffung: Das sind zusammen mit der Grundidee der bundesweiten Servicestruktur die großen Bausteine im Gesamtgefüge des genossenschaftlichen Unternehmens. „Uns ist bewusst, dass nur mit hoch qualifizierten und motivierten Mitarbeitern eine Spitzenstellung der jeweiligen Mitgliedsunternehmen im Markt erreicht oder gefestigt werden kann“, begründet Frank Eismann diese ehrgeizige Leistung. Strategisches Ziel der Office Network eG sei es daher, ein Angebot bereitzustellen, „das allen Mitgliedern mit Aus- und Weiterbildung ein kontinuierliches Wachstum ermöglicht“. Aus- und Weiterbildung sind damit die Antwort auf Fach- und Führungskräftemangel in Deutschland, den demografischen Wandel und auf einen Bürokommunikationsmarkt im Umbruch: „Die besten Köpfe von morgen sichern durch maßgeschneiderte Qualifikation, Personalentwicklung, Unternehmensentwicklung“. Mit dem Vorteil der eigenen Akademie, der Möglichkeit kurzfristiger Schulungen und Seminare und der Nutzung interner Potenziale und Ressourcen verweist die Genossenschaft auf die Kooperation mit ausgewählten Dienstleistern und die ständige Aktualisierung der Inhalte. Die aktive Unterstützung aller Mitgliedsunternehmen reicht vom Recruiting bis zum Outplacement und zur mitgliederübergreifenden Kommunikation. „Winwin“ verdeutlicht mit John F. Kennedy: „Es gibt nur eines, was auf Dauer teurer ist als Bildung: keine Bildung“.

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