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VR-Agrartag: Landwirte sind zunehmend in der Rolle als Unternehmerpersönlichkeiten gefordert

Ausschnitt Flyer VR-Agrartag 2014
BWGV

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„Landwirtschaftliche Betriebe versorgen die Bevölkerung mit gesunden und verantwortungsbewusst erzeugten Nahrungsmitteln, sie sind gerade in strukturschwachen Regionen wichtige Arbeitgeber und pflegen Kulturlandschaften. Die volkswirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft ist enorm.“ Darauf wies Dr. Roman Glaser, Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands (BWGV), anlässlich des VR-Agrartags der Volksbanken und Raiffeisenbanken am 27. November in Öhringen hin.

In der Kultura Öhringen diskutierten rund 400 Landwirte und Vertreter der genossenschaftlichen Banken aus der ganzen Region darüber, wie ein landwirtschaftlicher Betrieb trotz vielfältiger Herausforderungen heute erfolgreich sein kann. Das Fazit: Insbesondere die betriebswirtschaftlich und strategisch handelnde Unternehmerpersönlichkeit ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor. „Neben der Produktion hochwertiger Erzeugnisse und fachlichem Know-how wird es für die Landwirte immer wichtiger, vorausschauend und unternehmerisch zu handeln“, erklärte der Verbandspräsident.

„Meine Zukunft – die gestalte ich“ hat der BWGV den diesjährigen Agrartag überschrieben. Nur wer sich als Erzeuger und Produzent nicht zum Spielball von externen Faktoren machen lasse, sondern die eigene Wirtschaftlichkeit erhöhe, Innovationen antreibe und wo notwendig auch Kooperationen wage, könne auf lange Sicht erfolgreich sein, betonte Glaser.

Neben nicht beeinflussbaren Umweltbedingungen seien es insbesondere politische und wirtschaftliche Entwicklungen, die die Landwirte vor wachsende Herausforderungen stellen und ihr Ergebnis beeinflussen. Steigende regulierungsgetriebene Anforderungen etwa bei der Umsetzung von Pflanzenschutzmittelrichtlinien müssten zum Teil auf Kosten des Ertrags umgesetzt werden. Glaser: „Internationale Entwicklungen wie der Importstopp von Agrarprodukten durch Russland bedürfen Marktentlastungsmaßnahmen.“

Verlässlicher Partner für die Landwirte sei der genossenschaftliche Verbund: Gerade in der Partnerschaft mit den regionalen Volksbanken und Raiffeisenbanken könnten die Landwirte auf verlässliche Finanzierungsmöglichkeiten setzen und somit ihre notwendige Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit ausbauen. „Es gibt keine andere Berufsgruppe in Deutschland, die eine so starke genossenschaftliche Durchdringung hat, wie die der Landwirte. Fast jeder Landwirt ist Mitglied einer Genossenschaft“, betonte Glaser. Statistisch gesehen sei jeder landwirtschaftliche Betrieb in Deutschland an nahezu zwei Genossenschaften beteiligt.

Unter dem Dach des BWGV sind rund 350 landwirtschaftliche Genossenschaften aktiv, die jährlich einen Umsatz von etwa 3,7 Milliarden Euro erwirtschaften. Sie zählen mehr als 110.000 Mitglieder und rund 5.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Glaser: „Erfolgreiche Genossenschaften sind in sämtlichen landwirtschaftlichen Sparten existenziell wichtig für die baden-württembergischen Landwirte.“

Bundesweit üben rund 660.000 Menschen in Deutschland ihre überwiegende Tätigkeit in der Land- und Forstwirtschaft aus – die Hälfte davon als eigenständige Unternehmer. Einschließlich der vor- und nachgelagerten Bereiche zählt die Landwirtschaft etwa 4,6 Millionen Beschäftigte.

Presse-Information

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