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VR-Agrartag in Öhringen: Landwirte profitieren von Genossenschaften

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Die Landwirtschaft ist weiterhin ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Darauf weist der Baden-Württembergische Genossenschaftsverband (BWGV) hin. „In Deutschland ist jeder neunte Beschäftigte in der Landwirtschaft und den ihr vor- und nachgelagerten Bereichen tätig“, erklärte Verbandspräsident Dr. Roman Glaser beim VR-Agrartag der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Öhringen (Hohenlohekreis). „Diese tragen etwa sieben Prozent zur gesamten Bruttowertschöpfung bei.“ Bei der BWGV-Veranstaltung in der Kultura in Öhringen diskutierten rund 400 Landwirte und Vertreter der genossenschaftlichen Banken aus der gesamten Region das Thema „Diversifizierung oder Spezialisierung – Wohin geht der Weg als zukunftsorientierter Wachstumsbetrieb“.

Die Teilnehmer des VR-Agrartags zeigten sich darin einig, dass stark schwankende Märkte, ein harter Wettbewerb sowie der rasant voranschreitende Strukturwandel die Landwirtschaft vor große Herausforderungen stellt. „Die Anforderungen an die Landwirte nehmen kontinuierlich zu, aber einen allgemeingültigen Königsweg wird es wohl nicht geben“, sagte Glaser. „Aber gleich welcher Weg eingeschlagen wird, die Genossenschaft ist der verlässliche Partner an der Seite der Landwirte.“ Dabei profitieren Landwirte auch bei ihren Erträgen stark von genossenschaftlichen Strukturen. Dies verdeutliche eine neue Untersuchung im Auftrag der Europäischen Kommission in 27 Mitgliedstaaten der EU, betonte der Verbandspräsident. Demnach haben Genossenschaften einen positiven Einfluss auf die Stellung der Produzenten in der Wertschöpfungskette. „In Ländern, in denen landwirtschaftliche Genossenschaften über relevante Marktanteile verfügen, wie in Deutschland sind die durchschnittlichen Erzeugerpreise höher als in Staaten, in denen Genossenschaften keine Rolle spielen“, sagte Glaser.

„Genossenschaften sind unverzichtbar für den ländlichen Raum“

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und geringer werdender öffentlicher Finanzmittel sind Genossenschaften nach Glasers Einschätzung für den gesamten ländlichen Raum unverzichtbar. „Gerade landwirtschaftliche Genossenschaften bieten vielfältige Möglichkeiten, regionale Strukturen zu bewahren, die Wertschöpfung vor Ort zu sichern, Innovationen anzustoßen und somit dem ländlichen Raum Perspektiven zu geben“, erläuterte er. In diesem Zusammenhang verwies er zudem auf die immense gesellschaftlichte Bedeutung von Genossenschaften gerade in Baden-Württemberg. „Insgesamt zählen wir im Südwesten rund 3,7 Millionen Genossenschaftsmitglieder“, so Glaser. „Allein im vergangenen Jahr kamen mehr als 70.000 neue Mitglieder hinzu.“ Damit bekenne sich jeder dritte Einwohner im Land zu der genossenschaftlichen Rechtsform.

Mit Blick auf die Zukunft der Landwirtschaft rief der Verbandspräsident zu einer stärkeren Anerkennung der Landwirte und ihrer Leistungen auf. „Den deutschen Verbrauchern stand noch nie eine so große Vielfalt an gesunden Nahrungsmitteln zur Verfügung“, erklärte er. „Und seit jeher waren die Landwirte flexibel und haben sich auf verändernde Rahmenbedingungen eingestellt.“ Der Baden-Württembergische Genossenschaftsverband vereint aktuell 850 Genossenschaften unter seinem Dach, darunter rund 350 landwirtschaftliche Genossenschaften mit etwa 114.000 Mitgliedern.

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