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Studie: Genossenschaften zufrieden mit der Rechtsform

Vielfalt der Genossenschaften
BWGV

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Genossenschaften sind äußerst zufrieden mit ihrer Rechtsform. Das ist das Ergebnis einer nun vom Bundeswirtschaftsministerium in Berlin veröffentlichten Befragung. „Dies freut uns sehr und bestätigt uns in unserer täglichen Arbeit“, sagt Dr. Roman Glaser, der Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands (BWGV), in Stuttgart. „Genossenschaften sind ideal für die Bewältigung sehr vieler Zukunftsherausforderungen geeignet – im ländlichen Raum, aber auch in den Städten.“ Mit gut 3,8 Millionen Mitgliedern – mehr als jeder dritte Einwohner – gilt der Südwesten als das „Land der Genossenschaften“. Um die enorme Stärke und Vielfalt dieser bewährten Rechtsform zu zeigen, veranstaltet der BWGV 2015 das „Baden-Württembergische Jahr der Genossenschaften“. Es steht unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

„Wir freuen uns sehr über die hohe Zustimmung bei den Genossenschaftsgründern. Die positive Rückmeldung der jungen Genossenschaften zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit mit unseren Prüfungsverbänden während und nach der Gründung ist“, sagt Dr. Eckhard Ott, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbands (DGRV) in Berlin. Das Seminar für Genossenschaftswesen der Universität zu Köln und die Kienbaum Management Consultants GmbH haben hunderte von Genossenschaften nach ihrer Zufriedenheit mit der Rechtsform befragt. Die umfassendste Studie dieser Art soll „Potenziale und Hemmnisse von unternehmerischen Aktivitäten in der Rechtsform der Genossenschaft“ herausstellen.

Wichtige Rolle des Prüfungsverbands im Gründungsprozess

95 Prozent der Genossenschaftsgründer sind zufrieden mit der gewählten Rechtsform, 87 Prozent mit der Arbeit ihres Prüfungsverbands und 95 Prozent der genossenschaftlichen Gründer beurteilen die Beratung durch ihren Genossenschaftsverband im Gründungsprozess als hilfreich. Auch die kleineren Genossenschaften wie etwa Dorfläden oder Energiegenossenschaften sind von den unterstützenden Wirkungen der Prüfung und Beratung durch den Verband überzeugt. „Die Gründer stufen die Vorteile der obligatorischen Gründungsbegutachtung und Pflichtprüfung – wie Sicherheit und Vertrauen – mehrheitlich viel höher ein, als damit verbundene Kosten und administrative Belastungen“, sagt BWGV-Präsident Glaser.

Noch nie gab es so viele unterschiedliche Genossenschaften in Baden-Württemberg wie heute. Die aktuell 850 Unternehmen in der Rechtsform der eG verteilen sich auf rund 50 verschiedene Branchen – und durch Neugründungen nimmt diese enorme Vielfalt von Jahr zu Jahr weiter zu. „Genossenschaften können sowohl ein Modell für Kooperationen im Mittelstand sein als auch den Strukturwandel im ländlichen Raum begleiten“, erläutert Glaser.

250 Genossenschaften in vergangenen zehn Jahren gegründet

 „Genossenschaften stehen für eine enorme Vielfalt und Stärke “, sagte Glaser mit Verweis auf die vielen Betätigungsfelder für Unternehmen dieser Rechtsform. In den vergangenen zehn Jahren sind allein in Baden-Württemberg rund 250 neue Genossenschaften gegründet worden. „Dies zeigt, wie hervorragend sich unsere Unternehmensform für viele Geschäftsideen und Formen der Kooperation eignet“, betonte der BWGV-Präsident. Die Vielfalt an genossenschaftlichen Unternehmen in Baden-Württemberg reicht von den Handelsriesen Intersport und Euronics bis zum Landgasthof, Dorfladen oder zur genossenschaftlich organisierten Kinderbetreuung und Schule. Vermehrt gegründet werden auch Gesundheitsgenossenschaften, Kooperationen für Berater, Gärtner und Druckereien sowie Schwimmbad- oder Kultur- und Marketing-Genossenschaften. Auch in der interkommunalen Zusammenarbeit und bei Infrastrukturprojekten bieten sich häufig Genossenschaften an. Diese Vielfalt und Stärke wird im „Baden-Württembergischen Jahr der Genossenschaften 2015“ mit unterschiedlichen Veranstaltungen und Aktivitäten jeweils bei Genossenschaften vor Ort gezeigt. Höhepunkt wird das Zukunftsforum mit Ministerpräsident Kretschmann am 30. September in Stuttgart sein, bei dem auch erstmals der „Genossenschaftspreis“ für herausragende Maßnahmen und Projekte verliehen wird.

Die Kräfte bündeln – und dabei eigenständig bleiben

Die eingetragene Genossenschaft (eG) bietet sich an, wenn Wirtschaftsakteure ihre Kräfte bündeln und die Vorteile der Kooperation nutzen möchten, ohne dabei ihre Eigenständigkeit aufzugeben. Dies geschieht vermehrt unter Freiberuflern, in den Bereichen Pflege und neue Wohnformen, bei der örtlichen Nahversorgung, im Bereich Bildung und bei der Erzeugung und dem Vertrieb erneuerbarer Energie. Traditionell sehr stark sind die Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie der landwirtschaftliche Sektor. In den vergangenen Jahren gab es mit mehr als 140 Gründungen die größten Zuwächse bei Energiegenossenschaften. Der Wesenskern einer jeden Genossenschaft ist: Das Mitglied steht immer im Mittelpunkt, es bestimmt mit und wird gefördert. „Wie keiner anderen Rechtsform gelingt es der Genossenschaft, wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Verantwortung zu verbinden“, verdeutlicht Glaser. Genossenschaften sind sehr stark in ihren Regionen verankert und sorgen somit für eine erhebliche Wertschöpfung vor Ort.

34.500 Menschen im Südwesten arbeiten bei Genossenschaften

Der BWGV, der 2009 aus dem Badischen und dem Württembergischen Genossenschaftsverband hervorgegangen ist, hat gut 900 Mitglieder, davon 850 Genossenschaften mit gut 3,8 Millionen Einzelmitgliedern. Mehr als 34.500 Menschen in Baden-Württemberg arbeiten für genossenschaftliche Unternehmen, darunter etwa 3.500 Auszubildende. Weitere Informationen zum „Baden-Württembergischen Jahr der Genossenschaften“ und zu den Genossenschaften in Baden-Württemberg gibt es unter: www.bwgv-info.de.

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