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Genossenschaften präsentieren sich

Genossenschaftstag 2014
BWGV

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Seit 2004 wurden allein im Südwesten rund 250 neue Genossenschaften ins Leben gerufen. „Die vielen Gründungen zeigen, wie hervorragend sich die eingetragene Genossenschaft für viele Geschäftsideen und zur Bewältigung von Zukunftsherausforderungen eignet“, sagte Dr. Roman Glaser, Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands (BWGV), anlässlich des Genossenschaftstags 2014 in Heilbronn. Bei der Veranstaltung am Samstag, 5. Juli, auf dem Kiliansplatz präsentierten sich bei fast durchgängig gutem Wetter die Genossenschaften im Südwesten mit ihren vielfältigen und erfolgreichen Geschäftsmodellen – von Banken über Handwerk und Handel bis zu Landwirtschafts- und Energiegenossenschaften. Auch die Schülergenossenschaft Flash Grafix aus Mutlangen war mit dabei.

„Die eingetragene Genossenschaft ist ein Traditionsmodell mit großer Zukunft“, verdeutlichte Glaser. „Sie verbindet in idealer Weise wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Verantwortung – und sie kommt dem Wunsch der Menschen nach Mitbestimmung entgegen.“ Neben zahlreichen Energiegenossenschaften werden unter anderem auch Dorfläden, Gesundheitsgenossenschaften, Kooperationen für Berater, Gärtner und Druckereien sowie Schwimmbad- oder Gasthaus-Genossenschaften gegründet. „Ohne Genossenschaften würde etwas fehlen – ein wichtiges Stück Mittelstand in Baden-Württemberg“, sagte Glaser zu den vielen interessierten Zuhörern auf dem Kiliansplatz.

Genossenschaften sind Rückgrat der Regionen

Die eingetragene Genossenschaft (eG) bietet sich an, wenn Wirtschaftsakteure ihre Kräfte bündeln und die Vorteile der Kooperation nutzen möchten, ohne dabei ihre Eigenständigkeit aufzugeben. Dies geschieht vermehrt unter Freiberuflern, in den Bereichen Pflege und neue Wohnformen, beider örtlichen Nahversorgung, im Bereich Bildung und bei der Erzeugung und dem Vertrieb erneuerbarer Energie. Entsprechend rechnet Glaser mit weiteren Gründungen in den kommenden Jahren. Vor allem im ländlichen Raum sind Genossenschaften das Rückgrat ganzer Regionen. „Sie haben eine gesellschaftlichen Gestaltungsauftrag“, verdeutlichte der Verbandspräsident.

Beim Genossenschaftstag, der von Glaser und Harry Mergel, dem Oberbürgermeister der Stadt Heilbronn, eröffnet wurde, zeigte sich die enorme Vielfalt der 160 Jahre alten Unternehmensform. „Baden-Württemberg kann getrost als das Land der Genossenschaften bezeichnet werden“, sagte der BWGV-Präsident. Denn mit gut 3,73 Millionen Menschen ist mehr als jeder dritte Einwohner im Südwesten Mitglied mindestens einer Genossenschaft. „Ich freue mich sehr, Sie in unserer Stadt begrüßen zu dürfen“, sagte der Oberbürgermeister. Genossenschaften mit Ihrem Motto ‚Einer für alle, alle für einen‘ spielten in Heilbronn traditionell eine sehr große Rolle, betonte Mergel mit Verweis auf Intersport, die Volksbank Heilbronn sowie die Genossenschaftskellerei Heilbronn-Erlenbach-Weinsberg. „Alle drei Genossenschaften investieren kräftig in ihre eigene Zukunft und damit auch in die Zukunft der Stadt“, lobte Mergel bei der Eröffnung der Veranstaltung auf dem Kiliansplatz.

In Heilbronn waren neben den Volksbanken und Raiffeisenbanken im Kreis auch die Kaminbauer der Hagos eG, Intersport Deutschland, die Bäckereigenossenschaft BÄKO Region Stuttgart und die Weingärtnergenossenschaften der Region vertreten. Zudem präsentieren sich im und um das Riesenzelt auf dem Kiliansplatz die Vitfrisch Gemüse-Vertrieb eG, die BayWa sowie die BayWa r.e. renewable energy, der Gewinnsparverein der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Baden-Württemberg und die Energiegenossenschaft EnerGeno Heilbronn-Franken.

„Genossenschaften sind ein Hort der Stabilität“

„Genossenschaften genießen großes Vertrauen der Menschen, weil sie sich mit ihren seriösen und regionalen Geschäftsmodellen immer wieder als ein Hort der Stabilität erweisen. Das hat sich ganz besonders in der Finanzmarktkrise gezeigt“, verdeutlichte BWGV-Präsident Glaser. „Noch nie hat ein Kunde einer Volksbank oder Raiffeisenbank auch nur einen Cent seiner Einlagen verloren.“ Darüber hinaus sind Genossenschaftsbanken seit mehr als 150 Jahren zuverlässige und faire Partner des Mittelstands in Deutschland – gerade auch in schwierigen Zeiten. Die Zahl der Genossenschaftsmitglieder in Baden-Württemberg hat in den vergangenen zehn Jahren um
mehr als 350.000 zugelegt.

„Die Volksbanken und Raiffeisenbanken im Kreis Heilbronn sind durch ihre guten wirtschaftlichen Verhältnisse sowie ihr mitglieder- und kundenorientiertes Geschäftsmodell hervorragend aufgestellt, um ihre gute Marktstellung zum Wohle der Mitglieder und Kunden weiter auszubauen“, sagte Siegfried Seitz, Vorstandsvorsitzender der VBU Volksbank im Unterland eG, Schwaigern, und Vorsitzender der Genossenschaftlichen Bezirksvereinigung (GBV) Heilbronn. Im Gegensatz zu anderen Bezirksvereinigungen in Baden-Württemberg sind in Heilbronn nicht nur die elf örtlichen Volksbanken und Raiffeisenbanken, sondern auch eine landwirtschaftliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft (BAG), die BayWa und neun Weingärtnergenossenschaften zusammengeschlossen. „Neben den gemeinsamen Wurzeln von Geld und Ware verbindet uns die Einzigartigkeit der gemeinsamen Rechtsform eG“, erläuterte Seitz. In der Fachgruppe Banken der GBV Heilbronn arbeiten die elf Genossenschaftsbanken partnerschaftlich zusammen.

„Hauptfelder der Zusammenarbeit sind Vertriebs-, Marketing- und Ausbildungsfragen“, berichtete Seitz. Die Volksbanken und Raiffeisenbanken in der Bezirksvereinigung sind mit mehr als 140.000 Mitgliedern, rund 920 Mitarbeitern, 5,6 Milliarden Euro Bilanzsumme und einem Gesamtkundenvolumen von über 10 Milliarden Euro ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region. Insgesamt gibt es in Baden-Württemberg 217 Volksbanken und Raiffeisenbanken, die mit fast 24.000 Mitarbeitern ein Geschäftsvolumen von mehr als 135 Milliarden Euro betreuen und gut 3,5 Millionen Mitglieder zählen.

Auch in anderen Branchen boomt die genossenschaftliche Kooperation. „Die eingetragene Genossenschaft als Unternehmensform ist aktueller denn je“, sagte Jörg Beck, Niederlassungsleiter bei der BÄKO Region Stuttgart. „Zweck unserer Genossenschaft ist die wirtschaftliche Förderung und Betreuung der Mitglieder“, verdeutlichte er. Die BÄKO Region Stuttgart eG betreut und unterstützt ihre Mitglieder und Kunden des Bäcker- und Konditorenhandwerks nach dem genossenschaftlichen Prinzip – und das bereits seit 1899. Die in Stuttgart gegründete Bäckergenossenschaft ist
die älteste im Bundesgebiet. Die BÄKO Region Stuttgart eG mit Hauptsitz in Stuttgart-Weilimdorf ist mit ihren Niederlassungen in Uhingen und Öhringen die am Umsatz gemessen drittgrößte von 34 BÄKO-Genossenschaften in Deutschland. Sie betreut mit 230 Mitarbeitern etwa 750 Mitgliedsbetriebe des backenden Handwerks und erzielt einen Umsatz (2013) von 166,5 Millionen Euro. Kim Roether, Vorstand von Intersport, verdeutlichte die Vorteile der genossenschaftlichen Kooperation im Sportwaren-Einzelhandel. Insgesamt gibt es im Südwesten 290 gewerbliche Genossenschaften, die mit 4.800 Mitarbeitern fast 5 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften.

Rund 75 Prozent der Rebflächen in der Region genossenschaftlich vermarktet

In der Landwirtschaft haben Genossenschaften eine lange Tradition – und auch heute spielen sie eine wichtige Rolle. „Rund 75 Prozent der Rebflächen in der Region werden genossenschaftlich vermarktet“, berichtete Karl Seiter, geschäftsführender Vorstand der Genossenschaftskellerei Heilbronn-Erlenbach-Weinsberg. „Dies ist deshalb von besonderer Bedeutung, weil dadurch Vermarktungseinrichtungen geschaffen wurden, die den Veränderungen des Marktes gerecht werden“, verdeutlichte er. Die Weingärtnergenossenschaften seien heute ein verlässlicher und starker Partner für den Lebensmittelhandel und den Getränkefachgroßhandel. „Somit haben die Weingärtner in unserer Region eine gute Zukunftschance“, zeigte sich Seiter zuversichtlich. Mehr als 60 Prozent der Württemberger Rebfläche befinden sich im Stadt- und Landkreis Heilbronn.

Stolz sind die Weingärtner in der Region auf die traditionellen Rebsorten wie Trollinger, Lemberger, Schwarzriesling und Samtrot. Aber auch Weißweine wie Riesling werden angebaut. In den vergangenen Jahren sind bei den Weingärtnergenossenschaften vielerorts größere Betriebseinheiten entstanden. „Deshalb sieht sich die genossenschaftliche Weinszene gut aufgestellt“, berichtete Seiter. Insgesamt erwirtschaften die 343 landwirtschaftlichen Genossenschaften im Südwesten einen Umsatz von knapp 3,7 Milliarden Euro – mit Getreide, Obst, Gemüse, Milch, Wein und vielem mehr. Sie beschäftigen 5.700 Mitarbeiter im gesamten Bundesland.

Für Unterhaltung war in Heilbronn ebenfalls gesorgt: Auftritte zahlreicher Tanz- und Musikgruppen aus der Region begeisterten die Besucher des von Radio Ton unterstützten Genossenschaftstags ebenso wie die ebenso unterhaltsame wie kreative Erlebnis-Back-Show der „Wildbakers“ und der Sänger Michael Eb mit Band. Die Kinder tobten sich auf dem Kletterberg und im Riesenkicker aus.

Überschrift

Die Genossenschaften stellten sich mit Aktionen vor.
Die Genossenschaften stellten sich mit Aktionen vor.
Gute Stimmung auf dem Kiliansplatz in Heilbronn.
Gute Stimmung auf dem Kiliansplatz in Heilbronn.
Bei den WildBakers gab es wilde Backkunst.
Bei den WildBakers gab es wilde Backkunst.
Auch turnerische Leistungen waren geboten.
Auch turnerische Leistungen waren geboten.
Das Käthchen von Heilbronn und die Weinkönigin Theresa Olkus.
Das Käthchen von Heilbronn und die Weinkönigin Theresa Olkus.
Regionale Tanzgruppen präsentierten sich auf dem Genossenschaftstag 2014.
Regionale Tanzgruppen präsentierten sich auf dem Genossenschaftstag 2014.
Das Wetter spielte auch 2014 wieder mit.
Das Wetter spielte auch 2014 wieder mit.
Michael Eb und Band sorgten am Genossenschaftstag für musikalische Unterhaltung .
Michael Eb und Band sorgten am Genossenschaftstag für musikalische Unterhaltung.
Volksbanken und Raiffeisenbanken spendeten für regionale Projekte.
Volksbanken und Raiffeisenbanken spendeten für regionale Projekte.
Zur Einstimmung kam die Guggenmusikgruppe „Schäpsturmfetzer“.
Zur Einstimmung kam die Guggenmusikgruppe „Schäpsturmfetzer“.

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