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BWGV vergibt GENO-Wissenschaftspreis an Nachwuchswissenschaftler aus Hohenheim

Preisträger GENO-Wissenschaftspreis 2014: (v.l.) Christian Willersinn, Hildegard von Lutz, Dr. Johannes Klaus
BWGV

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Ein in Karlsruhe arbeitender Nachwuchswissenschaftler von der Universität Stuttgart-Hohenheim ist mit dem GENO-Wissenschaftspreis des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands (BWGV) ausgezeichnet worden. Dr. Johannes Klaus erhielt die mit 3.000 Euro dotierte Auszeichnung für seine herausragende Dissertation zum Thema „Exportpotenziale genossenschaftlich organisierter Molkereiunternehmen in Süddeutschland“.

Der insgesamt mit 5.000 Euro dotierte GENO-Wissenschaftspreis wird alle zwei Jahre vergeben und würdigt außerordentlich gute Dissertationen sowie Diplom- oder Masterarbeiten. Zwei weitere Auszeichnungen mit einem Preisgeld von jeweils 1.000 Euro gingen an Christian Willersinn und die Italienerin Hildegard von Lutz. Die von der Jury bewerteten Beiträge stammen alle von Studierenden im Fachgebiet Agrarinformatik und Unternehmensführung beziehungsweise der Forschungsstelle für Genossenschaftswesen an der Universität Hohenheim.

Der baden-württembergische Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, Franz Untersteller, unterstrich die praktische Bedeutung des Wissenschaftspreises: „Bewährte Instrumente und Formen wie das Genossenschaftswesen bleiben nur dann attraktiv, wenn sie auf aktuelle Herausforderungen passende Lösungen liefern können.“ Ein gutes Beispiel dafür seien die beeindruckenden Steigerungsraten im Bereich der Energiegenossenschaften. Sie ermöglichten einen wichtigen Beitrag zur notwendigen Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger beim Generationenprojekt Energiewende.

BWGV-Präsident Dr. Roman Glaser betonte in seiner Ansprache die außerordentliche Qualität der diesjährigen Beiträge: „Die hohe Qualität machte die Auswahl für unsere Jury nicht einfach.“ Für den Genossenschaftsverband ist der Wettbewerb von großer Bedeutung: „Da sowohl der BWGV als auch seine Mitgliedsgenossenschaften als Arbeitgeber die fachliche Qualifikation und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter seit jeher als elementare Säule ansehen, ist es uns wichtig, gemeinsam mit der Universität Hohenheim sowie dem Verein zur Förderung der Forschungsstelle für Genossenschaftswesen im zweijährigen Turnus herausragende, wissenschaftliche Arbeiten zu prämieren“, sagte Glaser. Den Preisträgern rief er zu: „Sie sind die künftigen Entscheidungsträger und damit wichtige Multiplikatoren zwischen Wissenschaft und Forschung sowie den Entscheidungsträgern und Mitgliedern in den Genossenschaften vor Ort.“ Mit dem während des Studiums angeeigneten fundierten Fachwissens hätten sie die besten Voraussetzungen die örtlich verwurzelten Genossenschaften langfristig und zielorientiert zu führen und zu beraten.

In seiner preisgekrönten Dissertation stellt der in einem Milchviehbetrieb in Waltenhofen (Landkreis Oberallgäu) aufgewachsene Johannes Klaus die Anforderungen des Internationalisierungsprozesses an ein Unternehmen den Voraussetzungen gegenüber, die die genossenschaftlichen Molkereien in Süddeutschland mit sich bringen. Letztendlich seien nicht Mengen und Umsätze entscheidend für Molkerei-Unternehmen, sondern die Renditen. Und diese könnten auch mit einer stärkeren Hinwendung auf das Inland erwirtschaftet werden, da internationale Wettbewerber wie Australien oder Neuseeland vor allem in Bezug auf Kostenführerschaft deutliche Vorteile hätten. Die genossenschaftliche Unternehmensform biete hervorragende Chancen, um inländische Marktchancen noch stärker zu nutzen, etwa durch die Betonung der Regionalität. „Klaus gelingt eine umfassende und auf breite Expertise gestützte Arbeit, die die Situation der Molkereiunternehmen sehr gut darstellt“, heißt es in der Bewertung.

Die mit jeweils 1.000 Euro vom BWGV bedachten weiteren Wissenschaftspreise werden für zwei Masterarbeiten verliehen. Der in Worms geborene und aktuell in der Schweiz tätige Christian Willersinn arbeitete über „Möglichkeiten und Grenzen von Genossenschaften zur Erhaltung der Lebensqualität im ländlichen Raum“. Seine Schlussfolgerung, dass Genossenschaften in der Regel dort entstehen, wo sich ein Mangel manifestiert, der gemeinsam behoben werden kann, sei treffend, urteilte die Jury. Hildegard von Lutz aus Südtirol lotete in ihrer Masterarbeit die Möglichkeiten zu „Fusionen von Obstgenossenschaften in Südtirol“ aus. Dabei gelinge ihr ein interessanter sozioökonomischer Ansatz, indem sie den Blick vor allem auf die Mitglieder ausrichte.

Der GENO-Wissenschaftspreis wird verliehen für Diplomarbeiten, Masterarbeiten oder Dissertationen, die sich mit praxisbezogenen Fragestellungen und Entwicklungen im Genossenschaftswesen befassen. Neben den Bereichen der genossenschaftlichen Kredit- und Warenwirtschaft können sich die Arbeiten auch mit der Geschichte der Genossenschaften oder dem Aufbau genossenschaftlicher Strukturen im Ausland auseinandersetzen. Gefördert werden qualifizierte Diplomanden und Doktoranden am Lehrstuhl für Kreditwirtschaft oder am Lehrstuhl für Agrarpolitik der Universität Hohenheim.

Presse-Information

BWGV vergibt GENO-Wissenschaftspreis an Nachwuchswissenschaftler aus Hohenheim

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