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BWGV-Präsident Gerhard Roßwog übergibt an Dr. Roman Glaser

Stabübergabe beim Genossenschaftsverband: Nach beinahe 35 Jahren in der genossenschaftlichen Organisation hat Gerhard Roßwog, der Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands (BWGV), die Amtsgeschäfte an seinen Nachfolger Dr. Roman Glaser übergeben. Der 61-jährige Südbadener Roßwog wurde bei einem Festakt in der Alten Reithalle in Stuttgart unter anderem von Ministerpräsident Winfried Kretschmann gewürdigt. Für seine großen Verdienste um das Genossenschaftswesen hat Roßwog am Abend die Raiffeisen-Schulze-Delitzsch-Medaille in Gold erhalten. Das ist die höchste Auszeichnung, die die Genossenschaftsorganisation zu vergeben hat. Sie wird an maximal 100 lebende Personen verliehen.

Roßwog hat das Präsidentenamt seit der Fusion des badischen mit dem württembergischen Genossenschaftsverband im Jahr 2009 mit „Geradlinigkeit, Berechenbarkeit, Beharrlichkeit, gepaart mit Fach- und Sachverstand, Weitblick und Vorsicht, Flexibilität und badischem Humor“ ausgefüllt, sagte Helmut Gottschalk, Vorsitzender des BWGV-Verbandsrats, beim Festakt in der Alten Reithalle in Stuttgart. „Dies sind traditionell persönliche Eigenschaften eines Kaiserstühlers“, so der Chef des wichtigsten Gremiums des BWGV. Roßwog habe als erster Präsident des BWGV „mit ebenso integrer wie auch integrativer Schaffenskraft gewirkt“, sagte Gottschalk weiter. Die erfolgreiche Fusion der beiden Verbände zum BWGV sei „ein wesentlicher Teil der beruflichen Lebensleistung“ Gerhard Roßwogs.

Ministerpräsident Kretschmann würdigte erfolgreiche Ära von Roßwog

„Modern und bürgernah – diese Grundideen der Genossenschaften verkörpert und lebt Gerhard Roßwog im besten Sinne“, sagte der Ministerpräsident. Er verwies besonders auf die Stabilität und Seriosität der Genossenschaftsbanken. Lobend erwähnte er auch die zunehmende Zahl von Energiegenossenschaften, die ein wichtiger Baustein der Energiewende seien. „Gerhard Roßwog hat den BWGV hervorragend für die Zukunft aufgestellt“, so Kretschmann.

Uwe Fröhlich, der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) sowie des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbands (DGRV), dankte dem scheidenden Präsidenten Roßwog für sein „leidenschaftliches Engagement und den überragenden Einsatz“ für die Genossenschaften in Deutschland.

Die Nachfolge als BWGV-Präsident tritt zum 1. Januar 2013 Dr. Roman Glaser an. Der 51-jährige Mittelbadener leitete nach verschiedenen Tätigkeiten im bankgenossenschaftlichen Sektor seit 2002 erfolgreich den Vorstand der Volksbank Baden-Baden/Rastatt. Seit 1. Oktober 2012 ist Glaser bereits Mitglied des BWGV-Vorstands. Der promovierte Diplom-Ökonom geht mit großer Freude an die neue Aufgabe und sagte: „In meiner Brust schlägt ein genossenschaftliches Herz.“ Glaser ist verheiratet und hat drei Töchter.

Fusion der beiden Verbände war Roßwogs größter Erfolg

Die berufliche Laufbahn von Gerhard Roßwog begann im Jahr 1978 als Prüfungsassistent beim Badischen Genossenschaftsverband. 1996 wurde er Vorstandsmitglied des Verbands, im Jahr 2002 Vorstandssprecher. Der Wirtschaftsprüfer und Diplom-Kaufmann war in dieser Funktion einer der Architekten des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands, dessen Präsident er seit der Verschmelzung der beiden Genossenschaftsverbände aus Baden und Württemberg im Jahr 2009 ist.

Als Repräsentant der baden-württembergischen Genossenschaftsorganisation gehörte Roßwog zahlreichen Gremien an, unter anderem dem Verwaltungsrat des DGRV, dem Verbandsrat des BVR, dem Präsidium des Deutschen Raiffeisenverbands (DRV) und des Deutschen Weinbauverbands. Roßwog wurde in Endingen am Kaiserstuhl als Sohn eines Bankvorstands, Landwirts und Winzers geboren. Der Träger der Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg ist verheiratet und hat zwei Söhne und eine Tochter.

3,6 Millionen Baden-Württemberger sind Mitglied einer Genossenschaft

Der Baden-Württembergische Genossenschaftsverband repräsentiert 226 Volksbanken und Raiffeisenbanken mit einem Geschäftsvolumen von 133 Milliarden Euro sowie 664 Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften mit einem Umsatz von rund neun Milliarden Euro. Diese Genossenschaften werden von 3,6 Millionen Menschen, also jedem dritten Einwohner Baden-Württembergs, als Einzelmitglieder getragen. Der BWGV, der seinen Sitz in Karlsruhe und Stuttgart hat, prüft die Genossenschaften und berät sie in allen rechtlichen und wirtschaftlichen Fragen. Der Verband ist eine der wichtigsten Wirtschaftsorganisationen in Baden-Württemberg. Bundesweit sind mehr als 20 Millionen Menschen Mitglieder in insgesamt 7500 Genossenschaften. Mehr als 800.000 Beschäftigte und 35.000 Auszubildende arbeiten in Deutschland für genossenschaftliche Unternehmen.

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