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VR-Innovationspreis Mittelstand 2018

VR-Innovationspreis Mittelstand
BWGV

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Sie ist hauchdünn, ultraleicht, rollbar und wetterfest, sie kann problemlos zugeschnitten werden und ihre Einsatzmöglichkeiten sind geradezu grenzenlos: Die digitale Lichttapete der Karlsruher Firma LightnTec GmbH ist wie ein flexibler Monitor, der mit Bildern, Texten oder Filmen bespielt werden kann. Die LEDs werden mitsamt der notwendigen Stromversorgung und Elektronik auf Folie aufgebracht, die dann fast überall als Tapete installierbar ist. Für diese universell einsetzbaren einzigartigen Displays erhält das erst 2016 gegründete Unternehmen den VR-InnovationsPreis Mittelstand 2018 der baden-württembergischen Volksbanken und Raiffeisenbanken. Dr. Roman Glaser, Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands (BWGV), überreichte den mit 20.000 Euro dotierten Preis gemeinsam mit Staatssekretärin Theresa Schopper beim VR-Mittelstandstag am Mittwoch, 27. Juni, in Stuttgart. Der VR-InnovationsPreis gehört zu den wichtigsten und am höchsten dotierten Auszeichnungen für den baden-württembergischen Mittelstand.

Darüber hinaus wurden zwei weitere zukunftsweisende Innovationen beim Mittelstandstag der baden-württembergischen Volksbanken und Raiffeisenbanken ausgezeichnet: Die Montag GmbH aus Biberach an der Riß erhält den ebenfalls mit 20.000 Euro dotierten Preis des Handwerks für die Entwicklung eines Fensters, das auch in geöffnetem Zustand hohen Schallschutz bietet. So ist eine natürliche Luftzirkulation bei gleichzeitig hohem Schallschutz möglich. Zum Einsatz kommen zum klassischen Fenster eine vorgelagerte Prallscheibe sowie spezielle Dämmmaterialien in den luftdurchlässigen Zwischenräumen. Den mit 10.000 Euro dotierten Förderpreis der Volksbanken und Raiffeisenbanken erhält die Babybe GmbH aus Stuttgart. Das 2013 gegründete Unternehmen hat ein System entwickelt, das eine Verbindung zwischen einem Frühchen im Brutkasten zu seiner Mutter ermöglicht. In Echtzeit werden dabei Atmung und Herzschlag der Mutter auf ein Gelkissen in den Inkubator übertragen, auf dem das Baby liegt. Studien haben nachgewiesen, dass sich dieser bionisch nachgeahmte Körperkontakt positiv auf die Entwicklung des Frühchens auswirkt.

Kretschmann: Baden-Württemberg steht für ureigene Innovationskraft

„Ob der fortschreitende Klimawandel, der Rückgang fossiler Energieträger, die Verknappung natürlicher Ressourcen oder die Umsetzung der Energiewende und die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft: Unser Land steht vor vielen richtungsweisenden Herausforderungen“, so der Schirmherr des VR-InnovationsPreises, Ministerpräsident Winfried Kretschmann. „Um die ökonomische Stärke Baden-Württembergs zu sichern und gleichzeitig das Prinzip der Nachhaltigkeit in unserer Wirtschaft zu verwirklichen, sind wir auf die ureigene Innovationskraft unserer hiesigen Unternehmen ganz entscheidend angewiesen.“

Wie groß der Erfindungsreichtum und die Innovationskraft in Baden-Württemberg sind, beweise einmal mehr der VR-InnovationsPreis, betonte Staatssekretärin Theresa Schopper bei der Preisverleihung: „Es kommt nicht von ungefähr, dass es die Volksbanken und Raiffeisenbanken sind, die diesen Preis vergeben. Mit ihren Prinzipien der Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung stehen Genossenschaften für eine gelebte Kultur des Mittelstandes – und diese Kultur zeichnet Baden Württemberg in ganz besonderer Weise aus. Die selbst mittelständisch strukturierten Genossenschaftsbanken kennen ihre Kunden und deren Geschäftsmodelle sehr gut und sind daher wertvoller Partner für Wirtschaft und Handwerk.“

Glaser: Volksbanken und Raiffeisenbanken finanzieren Zukunft

„Unsere Volksbanken und Raiffeisenbanken wissen um die Potenziale der Unternehmen und unterstützen diese bei der Verwirklichung ihrer Ideen und der Umsetzung von Innovationen“, sagte Glaser bei der Preisverleihung vor mehr als 1.200 mittelständischen Unternehmerinnen und Unternehmern sowie Bankvertretern im Internationalen Congresscenter der Messe Stuttgart. Der BWGV-Präsident machte deutlich, dass die baden-württembergischen Volksbanken und Raiffeisenbanken zu den wichtigsten Kreditgebern für kleinere und mittelständische Unternehmen gehören: Allein im zurückliegenden Jahr haben die Volksbanken und Raiffeisenbanken das Wachstum und die Innovationskraft kleiner und mittelständischer Unternehmen mit Krediten in Höhe von fast 37 Milliarden Euro unterstützt. „Unsere Volksbanken und Raiffeisenbanken finanzieren Neugier und Mut – und damit Zukunft“, betonte Glaser beim VR-Mittelstandstag.

Unter dem Motto „Demokratie und Digitalisierung“ beschäftigten sich der ehemalige Bundestagspräsident Professor Dr. Norbert Lammert, die geschäftsführende Gesellschafterin der Profilmetall-Gruppe Daniela Eberspächer-Roth, das SAP-Vorstandsmitglied Bernd Leukert sowie der Futurist und Unternehmer Christopher Peterka mit den besonderen Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung.

VR-InnovationsPreis Mittelstand mit 50.000 Euro dotiert

Traditionell im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Verleihung des mit insgesamt 50.000 Euro dotierten VR-InnovationsPreises Mittelstand. Der Hauptpreis ging an die LightnTec GmbH für die Innovation „Licht und dessen Steuerung auf Dünnschichtfolie“. Das Karlsruher Unternehmen bestückt dünne Folien mit einer kaum sichtbaren Leiterbahnmatrix aus Kupferdrähten und versieht sie anschließend mit Platinen und LEDs. Die LEDs sind im Abstand von 50 Millimetern angebracht und können einzeln angesteuert werden. Auf diese Weise entsteht ein ungemein dünnes LED-Display, das sich ganz einfach auf jede gewünschte Größe und Form zuschneiden lässt. Aufgrund des gegenüber herkömmlichen LED/LCD-Displays um rund 90 Prozent geringeren Gewichts (gerade einmal 250 Gramm pro Quadratmeter) sind diese LED-Tapeten überall einsetzbar und kommen ohne eine aufwändige und teure Unterkonstruktion aus. An Decken, auf Böden oder Wänden können die Lichttapeten unkompliziert angebracht werden – und aufgrund des wetterfesten Materials problemlos auch draußen, etwa vollformatig an Gebäuden oder Hochhaus-Fassaden.

Die eingesetzte Technik sorgt für eine hohe Helligkeit von 5.000 Candela pro Quadratmeter, sodass die Wände auch bei Tageslicht gut sichtbar sind. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der von Florian Kall und Lutz Nehrhoff von Holderberg entwickelten Innovation liegt in der einfachen Ansteuerung der Lichtfolie, auf der – wie auf einem Monitor – Filme, Bilder, Präsentationen, Animationen oder Lichteffekte abgespielt werden können. Somit können Flächen digitalisiert werden, die bisher niemals digitalisierbar waren. Daher haben die Erfinder auch eine außergewöhnliche Fläche für ihre LED-Lichttapete im Blick: Sie wollen einen Zeppelin mit der Folie bekleben.

Preis des Handwerks für völlig neuartiges Fenster

Mit dem Preis des Handwerks der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken wurde die Montag GmbH aus Biberach an der Riß ausgezeichnet. Bis ins Jahr 1728 geht die Geschichte des Unternehmens zurück, das heute auf den Bau von Fenstern und Fassaden für Großprojekte in Deutschland und Europa spezialisiert ist. Mit diesem Know-how hat sich das von den beiden Geschäftsführern Robert Franzen und Thorsten Voß geleitete Unternehmen im Jahr 2015 an die Entwicklung eines vollkommen neuartigen Fensters gemacht, das auch bei geöffnetem Zustand stark schalldämmende Wirkung hat. Bisherige Lärmschutzfenster funktionieren lediglich in geschlossenem Zustand.

Mit der Innovation aus Oberschwaben können die Nutzer das Fenster für eine natürliche Luftzirkulation geöffnet lassen, bei ebenso hohem Schallschutz wie im geschlossenen Zustand. Dies gelingt dadurch, dass vor dem eigentlichen Fenster eine Prallscheibe angebracht ist, die wie über ein Labyrinth Luft in den Innenraum zwischen Prallscheibe und Innenfenster zirkulieren lässt. Stark schallabsorbierende Oberflächen und Dämmmaterialien aus der Automobil- und Luftfahrtbranche reduzieren dort den Schall noch einmal, sodass das Fenster ohne Lärmbelastung geöffnet bleiben kann.

Förderpreis für System, das Frühchen mit ihren Müttern verbindet

Die im Jahr 2013 gegründete und von Camilo Anabalon, Maximilian Blendinger und Raphael Lang geleitete Babybe GmbH aus Stuttgart erhält den diesjährigen Förderpreis der Volksbanken Raiffeisenbanken. Das Start-up-Unternehmen hat ein System entwickelt, mit dem ein zu früh geborenes Kind, das über mehrere Wochen im Brutkasten versorgt werden muss, die gleichen Empfindungen hat, als ob es auf dem Bauch seiner Mutter liegt. Atmung und Herzschlag der Mutter oder des Vaters werden direkt in Echtzeit auf eine Gelmatratze in den Inkubator übertragen, auf dem das Kind liegt. Aufgenommen werden die Lungenbewegung und die Herztöne des Elternteils über ein weiteres Gelkissen in Schildkrötenform, das sich die Mutter oder der Vater auf den Brustkorb legt.

Die aufgenommenen Signale werden per Funk an ein außen am Brutkasten angebrachtes Empfangsgerät übertragen und von dort an die Matratze weitergeleitet, die sich mit Hilfe von Luft bewegt, und so die natürlichen Bewegungen nachahmt. Bis zu 30 Meter Abstand zwischen Mutter und Kind sind möglich. Und wenn die Mutter oder der Vater nicht in unmittelbarer Nähe zu ihrem Kind sein können, dann ist es mit dem Babybe auch möglich, Daten aufzuzeichnen und in Dauerschleife abzuspielen. Anhand einer klinischen Pilotstudie konnte nachgewiesen werden, dass dieser bionisch nachgeahmte Körperkontakt zu einer schnellen Verbesserung der Vitalfunktionen (Atmung, Herzschlag, Sauerstoffsättigung des Bluts) sowie einer beschleunigten Gewichtszunahme der frühgeborenen Kinder führt.

Videos mit Porträts der Gewinner

Hauptpreis LightnTec GmbH

Preis des Handwerks Montag GmbH

Förderpreis BABYBE GmbH

Informationen zur Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken finden Sie unter: www.finanzgruppe.de.

 

 

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