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VR-InnovationsPreis Mittelstand geht an Ingenieurfirma Buck aus Reutlingen

VR-Innovationspreis Mitttelstand
BWGV

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Diese Innovation eröffnet eine neue Dimension der Mensch-Maschine-Interaktion: Signale des Menschen werden über eine neu entwickelte flexible Plattform direkt dynamisch in die Bewegung von Maschinen integriert. Dies ermöglicht etwa in der Krebstherapie die effiziente Bestrahlung sich bewegender Tumore – beispielsweise durch die Kompensation der Atembewegung eines Lungentumors. Für diese außergewöhnliche, in vielfältigen Branchen und Bereichen einsetzbare Plattform erhält die Buck Engineering & Consulting GmbH (BEC) aus Reutlingen den VR-InnovationsPreis Mittelstand 2017 der baden-württembergischen Volksbanken und Raiffeisenbanken. Dr. Roman Glaser, Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands (BWGV), überreichte den mit 20.000 Euro dotierten Preis gemeinsam mit Staatsminister Klaus Peter Murawski beim VR-Mittelstandstag am Donnerstag, 22. Juni, in Baden-Baden.

Zwei weitere zukunftsweisende Innovationen wurden beim Mittelstandstag der baden-württembergischen Volksbanken und Raiffeisenbanken ausgezeichnet: Die merath metallsysteme GmbH erhält den ebenfalls mit 20.000 Euro dotierten Preis des Handwerks. Das Waiblinger Unternehmen hat unter dem Namen „fabre“ ein neues System entwickelt, um die Abgase von Blockheizkraftwerken zu reinigen. Dabei kombiniert fabre – das steht für Formaldehyd basierte Abgasreinigung – unterschiedliche Technologien, sodass bestehende Blockheizkraftwerke einfach und ohne Eingriff ins Motorenmanagement nachgerüstet werden können. Dabei ist das System so effektiv, dass es bereits künftig geforderte Abgasgrenzwerte unterschreitet.

Den mit 10.000 Euro dotierten Förderpreis der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken erhält die CONIAS Risk Intelligence  aus Mannheim für ihr auf wissenschaftlicher Methodik beruhendes Analyse- und Bewertungssystem globaler politischer Risiken. Über eine speziell entwickelte Software und eine sich permanent aktualisierende Datenbank können Konfliktpotenziale, wie etwa die Wahrscheinlichkeit kriegerischer Auseinandersetzungen, überall auf der Welt erkannt und vorhergesagt werden.

Kretschmann: „Baden-Württemberg braucht mutige Unternehmer“

„Innovation ist nicht nur eine Frage der Technologie, sondern vor allem des Denkens und der Kreativität von Menschen“, teilte Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der Schirmherr der Veranstaltung, anlässlich der Verleihung des VR-InnovationsPreises mit. „Baden-Württemberg braucht mutige Unternehmer und Existenzgründer, die die Zukunft unserer mittelständisch geprägten Wirtschaft mitgestalten und dafür sorgen, dass wir weiterhin eine der innovativsten Regionen der Welt bleiben.“ Staatsminister Klaus-Peter Murawski stellte hierbei auch die Bedeutung der regionalen Banken heraus: „Kleine und mittelständische Unternehmen brauchen Bankpartner, die sie kennen und neue Ideen unterstützen. Ich danke heute den genossenschaftlichen Banken für ihre Bereitschaft, dabei eine wichtige Rolle zu übernehmen. Ganz besonders freue ich mich, dass wir in dem Bereich der Medizin einen Preisträger auszeichnen konnten: Die personalisierte Medizin bildet aus meiner Sicht ein ganz wichtiges, zukünftiges Innovationsfeld.“

BWGV-Präsident Glaser lobt beeindruckende Innovationskraft

„Die diesjährigen Preisträger unterstreichen auf beeindruckende Weise die Innovationskraft des Mittelstands in Baden-Württemberg und wie Unternehmen Zukunftsthemen vorausdenken und in die Tat umsetzen“, sagte Glaser bei der Preisverleihung. „Wirtschaftliche Innovationen made in Baden-Württemberg sind oftmals eine Antwort auf neue Kundenbedürfnisse und zukünftige Herausforderungen. Dieser starke Praxisbezug macht den Mittelstand so erfolgreich und wertvoll für die gesamte Gesellschaft.“

Volksbanken und Raiffeisenbanken sind Partner des Mittelstands

„Unsere regional verwurzelten und selbst mittelständisch strukturierten Volksbanken und Raiffeisenbanken im Land sind der starke Finanzpartner des Mittelstands“, betonte der BWGV-Präsident vor rund 2.000 mittelständischen Unternehmerinnen und Unternehmern sowie Bankvertretern. Allein im zurückliegenden Jahr haben die Volksbanken und Raiffeisenbanken das Wachstum und die Innovationskraft kleiner und mittelständischer Unternehmen mit Krediten in Höhe von rund 35 Milliarden Euro unterstützt.

Aber nicht nur hinsichtlich verlässlicher Finanzierungsmöglichkeiten sieht Glaser eine starke Verbindung zwischen Genossenschaftsbanken und Mittelstand: „Der Mittelstand muss branchenübergreifend bei der Digitalisierung unterstützt werden. Genossenschaften mit ihrem einzigartigen Know-how in Bezug auf Kooperationen können hierbei eine entscheidende Rolle spielen und somit dazu beitragen, dass Baden-Württemberg führende Wirtschafts- und Innovationsregion Europas bleibt.“

Innovationspreis: Insgesamt 50.000 Euro für drei Preisträger

Traditionell verleihen die baden-württembergischen Volksbanken und Raiffeisenbanken beim VR-Mittelstandstag den mit insgesamt 50.000 Euro dotierten VR-InnovationsPreis Mittelstand in drei Kategorien: Der Hauptpreis des renommierten Wettbewerbs ging in diesem Jahr an die in Reutlingen ansässige Buck Engineering & Consulting GmbH, die zu den führenden Anbietern für robotische Lösungen in den Bereichen Industrie, Forschung und Medizintechnik gehört. Matthias Buck hat im Jahr 2003 noch als Student in einer Garage das Unternehmen gegründet. Den Innovationspreis erhält BEC für die Entwicklung einer flexiblen Plattform, die erstmalig erlaubt, Befehle und Signale des Menschen dynamisch in die Bewegung von Maschinen zu integrieren. Sie findet etwa bei der Bestrahlung von Krebspatienten Anwendung: Der robotische Behandlungstisch richtet sich automatisch zur Strahlenquelle aus, und das System kann die Positionsveränderung der bestrahlten Stelle, etwa durch die Atmung des Patienten im Lungenbereich, in Echtzeit kompensieren. Dadurch kann der Tumor im Zentrum des Therapiestrahls gehalten und sehr zielgerichtet bestrahlt werden.

Aber auch bei Flugsimulationen erlaubt die Lösung von BEC neue Möglichkeiten: Der Pilot sitzt in einem Cockpit, das am Roboter befestigt ist, und steuert in einer virtuellen Welt ein Flugzeug. Die Flugbewegungen werden von der BEC-Plattform umgerechnet und in Echtzeit auf den Roboter übertragen. Der enorme Bewegungsbereich des Roboters ermöglicht ein äußerst realitätsnahes Training kritischer Situationen. Das Besondere an der Technologie: Das Unternehmen setzt nicht auf vorprogrammiert ablaufende Programme, sondern vertraut im Bereich der Mensch-Roboter-Kooperation auf interaktiv gesteuerte Simulatoren. Eine der größten Herausforderung ist immer, die elektrischen und mechanischen Sicherheitsanforderungen zu erfüllen, wenn Mensch und Maschine in eine so enge Interaktion treten.

Handwerkspreis geht an innovativen Betrieb in Waiblingen

Mit dem Preis des Handwerks der genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken wurde die merath metallsysteme GmbH ausgezeichnet. Formaldehyd basierte Abgasreinigung, kurz „fabre“, nennt das Waiblinger Unternehmen ihr vollkommen neu entwickeltes System, um Stickoxide und Formaldehyd aus dem Abgas von mit Biogas betriebenen Blockheizkraftwerken zu filtern. Die leicht nachrüstbare Anlage vereint dabei zwei Prinzipien: eine Abgaswäsche und einen Abgaswärmetauscher. Das Abgas wird zuerst durch einen mit Fluid getränkten Filter geleitet (Wäsche). Durch chemische Reaktionen mit dem Fluid werden das krebserregende Formaldehyd und die Stickoxide zum Kunstharz Aminoplast sowie zu Wasser und Stickstoff. Außerdem werden weitere Schadstoffe wie Schwefel- und Kohlenstoffoxide sowie Feinstaub entfernt. Nach der Wäsche wird das Abgas in einem Wärmetauscher abgekühlt, wodurch etwa zwei Drittel der noch enthaltenen Flüssigkeit kondensieren. Auf diese Weise werden nach der Wäsche übrig gebliebene Schadstoffe weiter reduziert. Dadurch wird nicht nur die Geruchsbelästigung durch Abgase deutlich reduziert, sondern auch gesundheitliche Risiken für Beschäftigte und Anwohner werden beseitigt.

Das nach der chemischen Reinigung verbleibende Fluid entspricht leicht verschmutztem Abwasser und darf in das Abwassersystem eingeleitet werden. Das Aminoplast kann als Ausgangsstoff für die Biogasgewinnung wieder in den Biogasfermenter zurückgeführt werden. Im Gegensatz zu bereits bekannten Abgasreinigungssystemen verschwendet fabre zudem auch keine wertvolle Energie durch Nachverbrennung. Somit leistet merath mit seiner Innovation einen entscheidenden Beitrag zum Umweltschutz und unterschreitet dabei wie selbstverständlich geltende und sogar künftige Grenzwerte deutlich. Dabei wird die von merath entwickelte Lösung in mit Biogas betriebenen Blockheizkraftwerken ebenso eingesetzt, wie in solchen, die mit Klärgas, Deponiegas, Holzgas oder Pflanzenölen betrieben werden. Das funktioniert schon heute bei Anlagen mit einer elektrischen Leistung von bis zu 500 Kilowatt. Die merath metallsysteme GmbH ist Gehäuse-Experte für Elektronik und blickt dabei auf mehr als achtzig Jahre Erfahrung im Bereich der Metallverarbeitung zurück.

Förderpreis für politikwissenschaftliche Prognose-Software

Die im Jahr 2014 als Ausgründung aus der Politikwissenschaft der Universität Heidelberg hervorgegangene CONIAS Risk Intelligence (Mannheim) hat sich mit einer eigens entwickelten Software und einer sich permanent aktualisierenden einzigartigen Datenbank darauf spezialisiert, politische Risiken und Konfliktpotenziale überall auf der Welt frühzeitig zu erkennen und vorherzusagen. Dafür bekam das junge Unternehmen aus Mannheim den Förderpreis der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken verliehen. Unternehmen, die nach einem geeigneten Standort suchen, neue Märkte erschließen wollen oder auf der Suche nach neuen Lieferanten oder sicheren Transportwegen sind, erhalten über dieses einzigartige Bewertungssystem eine auf Fakten und empirischen Daten basierende Entscheidungsgrundlage. Die Erfahrung mit der Methodik zeigt auch, dass bereits im Land aktive Unternehmen in der Regel vor einem kriegerischen Konflikt auch genügend Zeit bleibt, ihre Prozesse neu zu organisieren oder Mitarbeiter abzuziehen.

Treibende Kraft hinter dem Start-up ist Dr. Nicolas Schwank, der jahrelang an der Universität Heidelberg zu Konflikten, Krisen und Kriegen forschte. Der Experte hat es sich mit seiner digitalen Lösung für die Bewertung politischer Risiken zum Ziel gesetzt, konkrete Aussagen zu allen denkbaren Standorten weltweit auch unterhalb der Staatsebene treffen und eine entsprechende Risikoeinschätzung zu diesen vornehmen zu können. Das Besondere: Diese Einschätzungen sind über geografisches Kartenmaterial, Grafiken, Tabellen und kurzen Texten ungemein transparent gestaltet, sie basieren auf klar nachvollziehbaren empirischen Ereignissen und können um eigene Daten ergänzt werden. Der Entscheider selbst bleibt also mündig und muss sich an keine Experteneinschätzung gebunden fühlen.

Videofilme zu den Preisträgern

Hauptpreis: Buck Engineering & Consulting GmbH

Preis des Handwerks: merath metallsysteme GmbH

Förderpreis: CONIAS Risk Intelligence GmbH

 

Steckbriefe zu den Preisträgern

 

Kurzbeschreibung der Preisträger

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