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„Sterne des Sports“: Sportvereine meistern gesellschaftliche Herausforderungen

Gruppenbild aller Preisträger Sterne des Sports mit Kunstturner Andreas Toba (ganz Links), Vizepräsident LSB BW Martin Lenz (ganz rechts) und Dr. Peter Müller (2.v.r.)
BWGV

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Hohe Auszeichnung für außergewöhnliches bürgerschaftliches und gesellschaftliches Engagement: Drei Sportvereine aus Baden-Württemberg sind gestern Abend (5. Dezember) in Karlsruhe von den Volksbanken und Raiffeisenbanken im Land mit den „Sternen des Sports“ in Silber ausgezeichnet worden. Der TSV Stetten am kalten Markt (Kreis Sigmaringen) wurde mit dem „Großen Stern des Sports“ in Silber geehrt für den Umbau einer ehemaligen Förderschule in ein Fitness- und Gesundheitszentrum für die ganze Bevölkerung. Der TSV vertritt Baden-Württemberg nun im bundesweiten Wettbewerb um die „Sterne des Sports“ in Gold, die am 23. Januar 2017 von Bundespräsident Joachim Gauck in Berlin verliehen werden. Jeweils ein „Kleiner Stern des Sports“ in Silber ging an den Verein OnkoAktiv am NCT Heidelberg (Rhein-Neckar-Kreis) sowie an die TSG Wilhelmsdorf (Kreis Ravensburg).

„Unsere Preisträger zeigen eindrucksvoll, wie sich Sportvereine auf vielfältige Weise gesellschaftlichen Herausforderungen stellen und diese meistern“, betonte Dr. Roman Glaser, Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands (BWGV), anlässlich der Preisverleihung. „Ehrenamtlich tätige Bürgerinnen und Bürger sind eine unverzichtbare Stütze unseres Gemeinwesens und unserer Gesellschaft“, lobte Glaser. Mit der Auszeichnung „Sterne des Sports“ wollen die Genossenschaftsbanken herausragende Projekte würdigen und allen Ehrenamtlichen in den Vereinen für ihren täglichen Einsatz danken.

Sterne des Sports 2016
Kleiner und Großer Stern in Silber - Gruppenbild aller Preisträger - Kunstturner Andreas Toba (ganz links), Vizepräsident LSB BW Martin Lenz (ganz rechts) und Dr. Peter Müller (2.v.r.)
Sterne des Sports 2016
Großer Stern in Silber - TSV Stetten a.k.M.e.V. / Projekt: Umbau einer Förderschule in ein Fitness- und Gesundheitszentrum - Kunstturner Andreas Toba (2.v.l.), Vereinsvorstand Hans-Joachim Lehmann (4.v.l.), Vorstandsprecher Voba Albstadt eG Robert Kling (3.v.l.), Marketingleiter Voba Albstadt eG Frank Durst (2.v.r.), Vizepräsident LSB BW Martin Lenz (ganz links) und Dr. Peter Müller, BWGV (ganz rechts)
Sterne des Sports 2016
Kleiner Stern in Silber OnkoAktiv am NCT Heidelberg e.V. / Projekt: Das netzwerk OnkoAktiv des Vereins OnkoAktiv am NCT Heidelberg e.V. -Kunstturner Andreas Toba (2.v.l.), Vereinsvertreter Dr. Joachim Wiskemann (5.v.l.), Vorstand Voba Kurpfalz eG Michael Hoffmann (3.v.r.), Marketingleiterin Voba Kurpfalz eG Isabell Boos (4.v.r.), Vizepräsident LSB BW Martin Lenz (ganz links) und Dr. Peter Müller, BWGV (ganz rechts)
Sterne  des Sports 2016
Kleiner Stern in Silber - TSG Wilhelmsdorf / Abteilung Sport für Menschen mit Behinderung / Projekt: In der Vereinsabteilung Verein(t) - Kunstturner Andreas Toba (ganz Links), Abteilungsleiter Michael Stäbler (3.v.l.), Vorstand Voba Altshausen Franz Schmid (4.v.l.), Marketing Voba Altshausen Brigitte Fischer, Vizepräsident LSB BW Martin Lenz (2.v.l.) und Dr. Peter Müller (ganz rechts)
Sterne des Sports 2016
Rahmenprogramm: Sportakrobatik Trio POWER - Deutscher Meister (Janina Hiller, Celine Caro und Pia Seckler)
Sterne des Sports 2016
Sterne des Sports 2016
Dr. Peter Müller, BWGV
Sterne des Sports 2016
(v. l.) Vizepräsident LSB BW Martin Lenz, Kunstturner Andreas Toba, Dr. Peter Müller, BWGV, und Moderator Jens Zimmermann
Sterne des Sports 2016
Vizepräsident LSB BW Martin Lenz
Sterne des Sports 2016
Kunstturner Andreas Toba

 

Seit dem Jahr 2004 werden die „Sterne des Sports“ von den Volksbanken und Raiffeisenbanken in Deutschland gemeinsam mit dem Deutschen Olympischen Sportbund und den Landessportbünden verliehen. „Dieser Wettbewerb gehört zu den bedeutendsten Auszeichnungen im deutschen Sport“, stellt Martin Lenz, Vizepräsident des Landessportverbands Baden-Württemberg, heraus: „Die Sterne des Sports sind gewissermaßen die Oscars des Breitensports.“

Landessieger überzeugt mit Fitness- und Gesundheitszentrum

Mit dem TSV Stetten ehrt die Jury dieses Jahr einen Verein zum Landessieger, der ein sehr außergewöhnliches Projekt angepackt und umgesetzt hat: Mehr als 4.000 ehrenamtliche Stunden haben Vereinsmitglieder geleistet, um eine leer stehende Förderschule in ein modernes Fitness- und Gesundheitszentrum umzubauen. Dabei konnte der TSV auf die Unterstützung der Gemeinde und von Sponsoren bauen. Die Grundidee des Projektes ist, dass sich die Sportvereine in der Region vor dem Hintergrund rückläufiger Mitgliederzahlen Gedanken über innovative Zukunftsmodelle gemacht haben. Angesichts zunehmender Nachfragen nach Angeboten im Fitness- und Gesundheitsbereich ist so die Idee entstanden, unter Vereinsägide ein entsprechendes Zentrum mit dem Schwerpunkt Gesundheitssport für die gesamte Bevölkerung zu schaffen.

Das Konzept ging auf: Heute nutzen mehr als 350 Bürgerinnen und Bürger aller Altersgruppen das Fitness- und Gesundheitszentrum des TSV Stetten, der dafür extra eine eigene Abteilung gegründet hat und Mitglieder zu Geräte-Fitness-Trainern ausbilden ließ. Das Zentrum ist mit modernen Geräten ausgestattet und verfügt über separate Bereiche für Cardiosport, Freihantel-Training, Reha- und Präventionssport sowie eigenen Räumen für Fitness-Kurse. Außerdem wurde ein Sauna- und Wellness-Bereich integriert. Mit dem „Großen Stern des Sports“ in Silber verbunden ist ein Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro.

Sportprogramme für an Krebs erkrankte Menschen

Mit einem „kleinen Stern des Sports“ in Silber und 1.250 Euro Preisgeld ausgezeichnet wurde der Verein OnkoAktiv am NCT Heidelberg, der am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Sportprogramme anbietet, die auf die Bedürfnisse von an Krebs erkrankten Menschen ausgerichtet sind. Damit Krebskranke auch an ihrem jeweiligen Wohnort ein geeignetes qualifiziertes Bewegungs- und Sport-Angebot finden, wurde das „Netzwerk OnkoAktiv“ gegründet. Es vermittelt Krebspatienten geeignete Vereine und Einrichtungen. Gleichzeitig bietet es über eigens ins Leben gerufene Netzwerktreffen Schulungen und Weiterbildungen für Trainer und Übungsleiter in Vereinen, Gesundheitszentren oder Rehabilitationseinrichtungen an. Mittlerweile hat OnkoAktiv mehr als 500 krebserkrankte Menschen in der und über die Metropolregion Rhein-Neckar hinaus an Vereine und Gesundheitsanbieter vermittelt. Bei einer Krebserkrankung kann sich körperliches Training positiv auf Physis, Psyche sowie die soziale Integration auswirken und Komplikationen und Nebenwirkungen der medizinischen Therapie abmildern.

Sportverein integriert Menschen mit geistiger Behinderung

Ebenfalls einen „kleinen Stern des Sports“ in Silber und 1.250 Euro Preisgeld erhielt die TSG Wilhelmsdorf. Unter dem Namen „Verein(t)“ beteiligen sich Menschen mit und ohne geistige Behinderung aktiv am Vereinsleben. Sie übernehmen Verantwortung in der eigenen Abteilung „Sport für Menschen mit Behinderung“ – sowohl sportlich als auch in der administrativen Vereinsstruktur. Der TSG geht es darum, im Verein eine „echte Beteiligungskultur“ zu leben und somit sicherzustellen, dass das Vereinsleben von möglichst vielen Mitgliedern gestaltet wird – auch von Menschen mit geistiger Behinderung. Das übergeordnete Ziel ist eine erweiterte Teilhabe von Menschen mit geistiger Behinderung am gesellschaftlichen Leben durch mehr Selbst- und Mitbestimmung im Freizeitbereich. Dafür steht das Projekt „Verein(t)“ und dafür wurde im Jahr 1990 die Abteilung „Sport für Menschen mit Behinderung“ gegründet. Heute zählt die Abteilung rund 150 Mitglieder mit geistiger Behinderung im Alter von sieben bis 71 Jahren, die in 14 verschiedenen Sport- und Bewegungsgruppen trainieren.

Die Auszeichnungen „Sterne des Sports“ werden auf kommunaler, Landes- und Bundesebene vergeben. Eine Jury aus Vertretern des Sports, der Volksbanken und Raiffeisenbanken, der Kommunen sowie der Medien bewerten die eingehenden Bewerbungen. Im Rahmen einer festlichen Feierstunde in der BWGV-Akademie in Karlsruhe-Rüppurr haben Dr. Peter Müller, stellvertretender Bereichsleiter beim BWGV, und Martin Lenz, Vizepräsident des Landessportverbands Baden-Württemberg, die Preise an die drei Vereine überreicht.

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