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Neue Veranstaltungsreihe: Bürgerbeteiligung gelingt am besten durch Genossenschaften

Bürgergenossenschaften
BWGV

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Ein enormes Potenzial für weitere Genossenschaftsgründungen sieht der Baden-Württembergische Genossenschaftsverband (BWGV). „Mithilfe von Genossenschaften lassen sich lokale und regionale Zukunftsprojekte hervorragend realisieren und zugleich die Bürger vor Ort mit einbinden“, sagt Monika van Beek, Vorstandsmitglied des BWGV, auf einer Veranstaltung des Verbands zum Thema „Bürgerbeteiligung“ am Donnerstag, 8. November, in der Volksbank Stuttgart. Diese ist der Auftakt der „Veranstaltungsreihe Bürgergenossenschaften“, mit der der BWGV auf das große Potenzial und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Genossenschaften hinweisen will.

„Die Sicherung örtlicher Infrastruktur – vor allem in ländlichen Gebieten – wird vermehrt zu einer Gemeinschaftsaufgabe. Genossenschaftliche Lösungen haben den großen Vorteil, dass sie sich sehr gut für die unterschiedlichsten Einsatzmöglichkeiten eignen und zugleich die Bürger vor Ort aktiv mit einbinden und so die Akzeptanz und auch die Erfolgsaussichten von Projekten erhöhen“, erläutert Verbandsdirektorin van Beek. Nicht zuletzt gilt die eingetragene Genossenschaft (eG) als die stabilste und mit Abstand insolvenzsicherste Rechtsform. Außerdem bleibt die Wertschöpfung in der jeweiligen Region erhalten und wird sogar weiter ausgebaut. „Gerade in der Kombination aus bürgerschaftlichem, kommunalem und unternehmerischem Engagement kann Großes erwachsen“, verdeutlicht van Beek. Die Rechts- und Unternehmensform der eingetragenen Genossenschaft bietet passende Lösungen zum Beispiel für die Nahversorgung mit Lebensmitteln (Dorfläden), für Kinderbetreuung und Bildung, Pflege, moderne Mobilität, Gesundheitsdienstleistungen, zum Beispiel durch Ärztegenossenschaften, oder auch für die Quartiersentwicklung und bedarfsgerechtes Wohnen.

Staatsrätin Erler: Genossenschaften schaffen Nähe und Akzeptanz

Die Veranstaltungsreihe des BWGV erläutert genossenschaftliche Lösungsmöglichkeiten und stellt praktische Beispiele vor. Bei der ersten Veranstaltung nun in Stuttgart steht das Thema „Bürgerbeteiligung“ im Mittelpunkt. „Gerade um die Bürgerinnen und Bürger bei wichtigen Projekten einzubinden und somit mehr Nähe und Akzeptanz zu schaffen, eignen sich Genossenschaften ganz hervorragend. Denn es ist deren Grundidee, in Gemeinschaft das zu schaffen, was der einzelne nicht zu leisten vermag. Und wir können mit Stolz sagen, dass die Form der Genossenschaft tief in Baden-Württemberg verwurzelt ist – und es auch weiter sein soll. Darum wollen wir gezielt auf die Bürgerinnen und Bürger zugehen und zur Partizipation ermuntern“, sagt Gisela Erler, Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung. Neben Fachvorträgen – unter anderem von Prof. Dr. Reiner Doluschitz, Leiter der Forschungsstelle für Genossenschaftswesen an der Universität Hohenheim, und Steffen Jäger, Erster  Beigeordneter im Gemeindetag Baden-Württemberg – besteht die Möglichkeit zum direkten Austausch mit Praktikern. Folgende Genossenschaften stellen sich vor: der Genossenschaftsladen im Löwen in Tübingen, die Bürgerenergie Ostfildern und die Kommunale Daseinsvorsorge durch Bürgergenossenschaften (KoDa eG), ein Verbundprojekt, das Genossenschaften für soziale, kulturelle und wirtschaftliche Dienstleistungen der Daseinsvorsorge in Kommunen gründet.

Die Veranstaltung zum Thema „Bürgerbeteiligung“ ist Auftakt der „Veranstaltungsreihe Bürgergenossenschaften“, die der BWGV 2018 und 2019 an verschiedenen Orten in Baden-Württemberg durchführt. Mit der Veranstaltungsreihe will der Verband die Menschen für Bürgergenossenschaften interessieren und deren vielfältige Einsatzmöglichkeiten beleuchten. Weitere Schwerpunktthemen dabei sind: „Ländlicher Raum“, „Bürgersozialgenossenschaften“, „WohnenPlus“ und „Mobilität“. Zu den Organisatoren der Veranstaltungsreihe gehören neben dem BWGV auch die SPES – Studiengesellschaft für Projekte zur Erneuerung der Strukturen und die Initiative K-Punkt – Ländliche Entwicklung im Kloster Heiligkreuztal. Projektpartner sind: der Gemeindetag und der Städtetag Baden-Württemberg, der Landkreistag Baden-Württemberg, das Gemeindenetzwerk Bürgerengagement und Ehrenamt Baden-Württemberg, die Allianz für Beteiligung, das Zentrum für zivilgesellschaftliche Entwicklung an der Evangelischen Hochschule Freiburg (ZZE) und die Akademie Ländlicher Raum Baden-Württemberg.

3,92 Millionen Mitglieder allein in Baden-Württemberg

Mit mehr als 3,92 Millionen Mitgliedern ist Baden-Württemberg das „Land der Genossenschaften“ – der Südwesten hat deutschlandweit die mit Abstand höchste Dichte an Genossenschaftsmitgliedern. „Unsere Mitgliederentwicklung zeigt, wie beliebt Genossenschaften bei den Menschen sind, aber auch, wie sehr sich unsere Rechts- und Unternehmensform für die Bewältigung vieler Zukunftsherausforderungen eignet“, sagt van Beek. In den vergangenen zehn Jahren sind allein im Südwesten 280 neue Genossenschaften gegründet worden. Genossenschaften bieten ein alternatives Wirtschaftsmodell, bei dem alle Mitglieder gleichermaßen teilhaben und auch mitbestimmen können. Es zählt das Wohl aller und nicht der Profit weniger. In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Genossenschaftsmitglieder in Baden-Württemberg um 500.000 angewachsen. Noch nie gab es im Südwesten so viele unterschiedliche Genossenschaften wie heute. Die 800 Genossenschaften verteilen sich auf rund 50 Branchen.

Neben den gut 170 Volksbanken und Raiffeisenbanken im Südwesten zählen zu den BWGV-Mitgliedern unter anderem landwirtschaftliche Genossenschaften, Genossenschaften des Handels und Handwerks sowie Energiegenossenschaften.  Aktuelle Meldungen, Infos und Nachrichten zu den Genossenschaften gibt es auch auf dem BWGV-Twitter-Kanal unter  https://twitter.com/genobw und. Unseren Newsletter können Sie hier abonnieren: https://www.wir-leben-genossenschaft.de/newsletter/.

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