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Generationenberatung mit Experten-Netzwerk – ein Interview mit der Volksbank Karlsruhe

Generationenberatung Volksbank Karlsruhe eG
Rainer Sturm / pixelio.de

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Hätte Star-Schauspieler James Dean die „Generationenberatung“ der Volksbank Karlsruhe gekannt, wäre er womöglich nicht tödlich verunglückt. Denn er wäre in seinem Porsche 550 Spyder deutlich langsamer unterwegs gewesen, weil er gewusst hätte, dass – ohne Testament – sein Rabenvater der Universalerbe seines zukünftigen, großen Vermögens werden würde. Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass Ehegatten, Lebensgefährten und Kinder im Notfall für einander gesetzlich vertretungsberechtigt sind, wenn sie ihre Angelegenheiten nicht selbstständig regeln können. Vielmehr bedarf es immer dann, wenn eine volljährige Person nicht selbst handlungsfähig ist, einer ausdrücklichen Ermächtigung in Form einer erteilten Vollmacht. Fehlt diese, so ist ein gerichtliches Betreuungsverfahren unausweichlich. Aber wen das Gericht als Betreuer einsetzt, lässt sich nicht vorhersagen. Unter Umständen ist dann eine familienfremde Person am Zug.

Frei nach dem Leitspruch des großen Künstlers Michelangelo gilt also, „man soll sein Leben so planen, als ob man ewig lebe und so organisieren, als ob man morgen sterbe“. Daran anknüpfend unterstützt die Volksbank Karlsruhe dabei, den Übergang von Vermögens- oder Unternehmenswerten nach individuellen Vorstellungen zu  regeln. Im Geno-Graph-Gespräch erläutert Sandra Foltin, ausgebildete Generationenberaterin, Ziele und Inhalt des seit 2019 bestehenden Angebots.

Frau Foltin, warum hat sich die Volksbank Karlsruhe des Themas „Generationenberatung“ angenommen?

Volksbank Karlsruhe eG Generationenberatung Sandra Foltin
Sandra Foltin, Generationenberaterin der Volksbank Karlsruhe, kann auf ein Experten-Netzwerk zurückgreifen. Denn ihre bepreiste Beratung geht weit über das Übliche hinaus.

Nun, wir alle wünschen uns natürlich Konstanz und Planbarkeit im Leben. Doch das ist leider allzu oft nicht der Fall. Das Leben wandelt sich wie die vier Jahreszeiten, vergleichbar mit den Blättern eines Baumes. Deshalb sollten wir auch auf unschöne Ereignisse wie Unfall, Krankheit oder Tod stets vorbereitet sein. Denn dafür ist es nie zu früh, aber häufig zu spät. Die Praxis zeigt, dass viele Menschen Angst vor den Wechselfällen des Lebens haben. Sie neigen dazu, einen großen Bogen um diese heiklen Themen zu machen und sagen sich häufig „ich bin doch noch zu jung zum Sterben“, „das passiert mir doch nicht“ oder „das wird schon gutgehen“. Aus diesem Grund hat die Volksbank Karlsruhe 2019 ihr Beratungsportfolio um die so genannte Generationenberatung erweitert. Denn die Bank hat erkannt, dass sich viele Kundinnen und Kunden gerade mit Blick auf die rechtzeitige Regelung von Erbschaftsfragen oder der Unternehmensnachfolge auf sich allein gestellt fühlen.

Das heißt auch, viele schieben die Regelung ihres Nachlasses zu lange vor sich her?

Exakt. Nur 30 Prozent der Deutschen besitzen überhaupt ein Testament, und bei vielen ist dieses dann auch noch fehlerhaft. Denn durch die Komplexität passiert es schnell, dass sich Fehler einschleichen und das Testament dann auslegungsbedürftig oder nicht rechtskräftig ist. Und fehlt die Verfügung von Todes wegen generell, dann gilt die gesetzliche Erbfolge. Doch genau diese Tatsache wird häufig nicht den individuellen Zielen und Wünschen gerecht. Siehe das Beispiel James Dean. Zudem entstehen oft Streitigkeiten und Liquiditätsabflüsse, die man hätte vermeiden können. Um den Familienfrieden und das Vermögen zu sichern, sollte man daher frühzeitig ein Testament verfassen. Wie gesagt, das fällt nicht jedem leicht. Im Zentrum unserer Generationenberatung stehen daher die Themen Werte erhalten und sich selbst und Hinterbliebene schützen.

Wie werden Ihre Kunden auf das Beratungsangebot aufmerksam? Plakatieren Sie großflächig?

Nein, die Generationenberatung ist ein sehr sensibles Projekt. Dabei gehen wir auf unsere Kunden zu und sprechen die genannten Themen mit viel Empathie an. Bei Interesse an unserem Beratungsangebot nehmen wir den Kunden an die Hand und begleiten ihn mit dem Ziel, exakt die Maßnahmen zu ergreifen, die für ihn wirtschaftlich und rechtlich sinnvoll sind. Unsere Beratung findet daher auch dort statt, wo es der Kunde wünscht: In der Filiale, zu Hause oder im Unternehmen. Da sind wir sehr flexibel.

Auf wen gehen Sie dabei zu, wie sieht Ihre Zielgruppe aus?

Unser Beratungsangebot richtet sich an unsere Kunden, Kollegen sowie an interessierte Nichtkunden. Der Schwerpunkt liegt in der Altersklasse zwischen 50 und 75 Jahren. Jeder sollte Kenntnis davon erlangen, dass er frühzeitig und weitsichtig Regelungen treffen muss, wenn er Streit oder Vermögensverlust vermeiden will und sich und seine Lieben schützen möchte.

Und wie verläuft so eine Beratung in der Praxis?

In der Beratung ziehen wir mit dem Kunden Bilanz. Die aktuelle familiäre und finanzielle Situation wird analysiert, zudem wird geprüft, welche Regelungen und welche finanziellen Anwartschaften bereits vorhanden sind. Darüber hinaus halten wir die Ziele und Wünsche des Kunden fest. Für spezielle Themen können wir dann auf unser gewachsenes Experten-Netzwerk zurückgreifen, bestehend aus Fachanwalt für Erbrecht, Notar, Steuerberater, Stiftungsberater oder auch Bestatter. Unsere Kunden erhalten somit stets den passenden und kompetenten Ansprechpartner. Wichtig ist auch, dass bei unseren Gesprächen die Angehörigen mit eingebunden werden, die bei vielen Themen eine wichtige Rolle spielen.

Das heißt, bei der Generationenberatung wird nicht nur die Frage nach dem Testament geklärt?

Sie ist ein Teil der Beratung, es gehören jedoch noch viele weitere Themen dazu. Wir besprechen etwa, welche Vollmachten für verschiedene Lebensbereiche sinnvoll sind und wie die Kunden mit einer Patienten- oder einer Trauerverfügung ihre Angehörigen entlasten können. Auch die finanzielle Vorsorge für das Alter sowie für den Krankheits- und Pflegefall spielt eine wichtige Rolle. Und für viele unserer Kunden gilt es auch zu klären, wie es bei der Unternehmensnachfolge aussieht.

Das sind in der Tat äußerst sensible Themen, die man oft erstmal nicht angehen oder besprechen möchte. Ist die Kundenakquise deshalb komplizierter als zu „weicheren“ Themen?

Wichtig ist, dass uns die Kunden vertrauen. Bedenken Sie: Wir haben das Thema Generationenberatung bisher kaum öffentlich beworben und doch haben wir bereits zahlreiche Gespräche geführt. Die Qualität unseres Angebots spricht sich in den betreffenden Kreisen herum, sodass wir einen guten Zuspruch verzeichnen. Viele unserer Kunden geben uns im Anschluss an die Beratung Rückmeldung, dass Sie dank der Generationenberatung Entscheidungen und Regelungen getroffen haben und nachts wieder ruhig schlafen können.

Sie sprachen von einem Experten-Netzwerk. Das heißt, Ihre Beratung geht weit über das Übliche hinaus. Verlangen Sie dafür ein Honorar?

Ein klares Ja. Wir sind uns der Qualität und der Hochwertigkeit unseres Angebots bewusst, ebenso der hohen Komplexität der Themen. Wir verlangen daher ein Pauschalhonorar von 490 Euro. Dies umfasst eine Beratungszeit von insgesamt 15 Stunden. In der Regel planen wir drei Kundengespräche, die im Abstand von vier Wochen stattfinden.

Und dieser Preis wird auch bezahlt?

Ja. Wir hatten in den zurückliegenden Monaten über 80 dieser Beratungsgespräche (Anm. d. Red.: Stand Mitte Dezember 2019). Und das, obwohl wir uns bei der Werbung noch zurückhalten. Die Menschen sind also durchaus bereit, auch in Zeiten der „Kostenlos-Mentalität“ für eine qualitativ hochwertige Beratung zu zahlen, wenn sie einen entsprechenden Nutzen daraus ziehen können.

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