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„Gemeinsam stark gegen den Hunger" – die Rolle von Genossenschaften aus Forschersicht

Publikum beim World Food Day 2018 an der Universtät Hohenheim
Gunter Endres

Wissenschaftler aus dem Agrar- und Ernährungsbereich forschen an Möglichkeiten, gesunde, für alle zugängliche und nachhaltige Nahrungsmittel zu produzieren. Beim Forscher- und Expertentreffen World Food Day Colloquium an der Universität Hohenheim in Stuttgart präsentierten Mitte Oktober 2018 internationale Experten innovative Forschungsprojekte, die für Entwicklungsländer relevant sind, und erläuterten die Bedeutung von Genossenschaften bei der globalen Ernährungssicherung.

BWGV ist Partner

Das World Food Day Colloquium ist eine Kooperation des Food Security Center und des Hans-Ruthenberg-Instituts der Universität Hohenheim, der Stiftung Fiat Panis und des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands (BWGV). Anlass für diese Konstellation auf Veranstalterseite sind der 200. Geburtstag der Universität Hohenheim und das Raiffeisenjahr 2018, in dem die Genossenschaftsidee anlässlich des 200. Geburtstages ihres Mitbegründers Friedrich Wilhelm Raiffeisen gefeiert wird.

Armutsbekämpfung, Umweltschutz und Frieden und Wohlstand für alle: Unter diesem Motto verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen am 25. September 2015 in New York ihre 17 „Ziele für nachhaltige Entwicklung“ (Sustainable Development Goals, SDGs), die bis 2030 umgesetzt werden sollen. Auf dem World Food Day Colloquium des Food Security Center der Universität Hohenheim diskutierten Experten nicht nur, ob einzelne Nationen diese Ziele erreicht haben. Sie erläuterten auch innovative Forschungsprojekte im Agrar- und Ernährungsbereich, die für Entwicklungsländer relevant sind. Weiter gingen die Experten der Frage nach, welche Rolle Genossenschaften bei der globalen Ernährungssicherung einnehmen, welche Fortschritte in den vergangenen Jahren mit ihrer Hilfe erzielt wurden, und welche Herausforderungen sie sich im Hinblick auf die SDGs stellen müssen.

Im Zeichen von Friedrich Wilhelm Raiffeisen

In seinem Grußwort erinnerte BWGV-Präsident Dr. Roman Glaser an die vielfältigen Leistungen Raiffeisens, basierend auf den Prinzipien Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung und den Werten Solidarität, Demokratie und soziale Verantwortung, sowie an die Gründungszeit des ersten Vorgängers des BWGV, der 1864 in Stuttgart aus der Taufe gehoben worden war. Glaser stellte die starke Durchdringung Deutschlands und besonders Baden-Württembergs mit Genossenschaften heraus uns skizzierte die Ziele und Aufgaben der durch den BWGV gegründeten Stiftung für Entwicklungszusammenarbeit GESTE – Baden-Württemberg. Die GESTE fördert vor allem genossenschaftliche Projekte, die der Deutsche Genossenschafts- und Raiffeisenverband e.V. (DGRV) in Abstimmung mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) durchführt. Dazu zählen der Know-how-Transfer aus der baden württembergischen Genossenschaftsorganisation in die Projekte oder der Transfer von Projektergebnissen auf andere Gruppen.

Dr. Eckhart Ott, Vorstandsvorsitzender des DGRV, stellte die Bedeutung genossenschaftlicher Entwicklungsarbeit vor. Der DGRV betreibe an 18 Standorten rund um den Globus Projektbüros.Dr. Ewald Glaser, Vorstandsvorsitzender der ZG Raiffeisen eG, Karlsruhe, skizzierte eine genossenschaftliche Bewegung in Indien, die auf der Ideenbasis Raiffeisens aufbaut: die  Mother Teresa Rural Development Society.

Food Security Center kooperiert weltweit

Das Food Security Center (FSC) unter der Leitung von Prof. Dr. Reiner Doluschitz, welcher zudem Leiter der Forschungsstelle für Genossenschaftswesen an der Universität Hohenheim ist, ist ein Exzellenzzentrum der Universität Hohenheim und kooperiert mit Partnerinstitutionen in Afrika, Asien und Lateinamerika. Das FSC leistet wissenschaftliche Beiträge, um den Hunger in der Welt zu vermindern und die Ernährungssicherung zu verbessern. Damit trägt es zum Erreichen der UN Sustainable Development Goals (SDGs) bei. Das FSC vereint Kompetenzen aus den Agrar-, Natur-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.

Die vier Arbeitsschwerpunkte des FSC liegen in der Forschung, der Aus- und Weiterbildung von jungen Wissenschaftlern, dem Wissenstransfer weltweit sowie in der Öffentlichkeitsarbeit und (Politik-)Beratung. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert das FSC, neben vier weiteren deutschen Exzellenzzentren, im DAAD-Rahmenprogramm „exceed – Hochschulexzellenz in der Entwicklungszusammenarbeit“.

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