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Finanzbildung: Praxis-Workshop bereitet den Weg für MoneyCoaster

Mann erklärt Begriffe, die auf ein Whiteboard geschrieben sind.
Union Investment

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Finanzielle Bildung ist und bleibt ein wichtiges Thema: Noch nicht einmal jeder zehnte Aktien- beziehungsweise Aktienfondsbesitzer hat jemals in der Schule etwas zum Thema Geldanlage gehört. Der Impuls, sich mit finanziellen Themen zu beschäftigen, kommt bei den meisten Menschen erst später. Oft jedoch ist das Gespräch mit einem Bankberater der erste Kontakt mit Finanz- und Anlagethemen. Union Investment setzt sich daher bereits seit einiger Zeit intensiv mit diesem Thema auseinander. Dabei wurde schnell deutlich, dass der Bedarf zum Austausch mit und zwischen den Banken in der Genossenschaftlichen FinanzGruppe enorm groß ist. Um den Dialog zum Thema Finanzbildung zu fördern, Erfahrungen auszutauschen und Tipps im Umgang mit Schulen eine Plattform zu geben, diskutierte Union Investment mit Experten aus der Genossenschaftlichen FinanzGruppe beim Workshop „Finanzbildung in der Praxis“ in Frankfurt.

Im Fokus standen interessante, praxisnahe Vorträge. So berichtete Christina Kühn von der Volksbank Chemnitz über ihre Tätigkeit als Geldlehrerin an Schulen. Michael Jäger, Geschäftsführer der Eduversum GmbH, die für Ministerien, Verbände und Unternehmen Bildungsprojekte realisiert, erläuterte die Rahmenbedingungen für Kooperationen zwischen Banken und Schulen. Greta Hoffmann und Matthias Steffen stellten spielerische Lernansätze vor. Schließlich berichte Markus Hörmann, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Tirol, über das erfolgreiche Projekt „Fit for Finance“ .

Nach den Vorträgen waren beim Workshop dann die Teilnehmer selbst gefragt. Sie diskutierten in mehreren Gruppen vier Fragestellungen, die für Projekte an Schulen ausschlaggebend sind:

  1. Wie müsste ein Finanzbildungswettbewerb angelegt sein, damit Banken daran teilnehmen?
  2. Was braucht es, um Schulen für die Teilnahme zu begeistern?
  3. Was braucht es, um Berater für den Unterricht fit zu machen?
  4. Was ist erforderlich, um regionale/bundesweite Öffentlichkeit zu erreichen?

 

Es folgte ein reger Austausch untereinander, bei denen die Diskutanten eigene Erfahrungen einbrachten, aber auch konkrete Wünsche und Anforderungen formulierten.

Die Ergebnisse des Workshops

Sehr oft wurde darauf hingewiesen, dass es im Klassenzimmer immer um Wissensvermittlung, nicht um Werbung gehen dürfe. Die Inhalte von Schulstunden sollten aber auch den Lehrerinnen und Lehrern einen Nutzen bringen. Das tun sie dann, wenn sie sich am Lehrplan orientieren. Berater müssten gut vorbereitet in den Unterricht gehen, sowohl mit Blick auf didaktische Mittel als auch mit gut aufbereiteten und an den Lebenswelten der Schulklasse orientierten Themen. Eine gute Vorbereitung der Beraterinnen und Berater könnte durch entsprechende Schulungen im Vorfeld gewährleistet werden („Train the Trainer“). Den Banken sollten zudem Materialien zur Verfügung gestellt werden, mit denen sie auf die Schulen zugehen können.

Wichtig waren den Workshop-Teilnehmern auch „Erfa-Runden“, in denen man sich über Erfahrungen austauschen und an einer Weiterentwicklung des Unterrichtmoduls mitarbeiten kann. Als attraktiv betrachteten alle bei einer möglichen Initiative zum Thema Finanzbildung eine Preisverleihung mit einer lokalen, regionalen und landesweiten Staffelung sowie den „Promi-Faktor“, also eine prominente Person beziehungsweise einen Schirmherrn, der den Wettbewerb als Testimonial begleitet. Aber auch monetäre Anreize wie ein paar Euro für die Klassenkassen machen es nach Meinung der Finanzbildungsexperten leichter, Schulen zur Teilnahme zu motivieren und auch öffentliche Aufmerksamkeit zu bekommen. Für die Öffentlichkeitsarbeit der Banken sei es zudem wichtig, passende Bausteine für die Internetseiten und die Social Media Kanäle zu haben. Grundsätzlich ist es wichtig, dass die Führungskräfte hinter den Projekten stehen und sie unterstützen – durch zeitliche Freiräume, aber auch durch entsprechende Kommunikation innerhalb der Banken.

Grundsätzlich einig waren sich alle darin, dass Finanzbildung ein Thema ist, das wichtig ist und viele Menschen umtreibt. Besonders die Beraterinnen und Berater erleben dies täglich – oftmals in Form von Wissenslücken - im Gespräch mit Kundinnen und Kunden. Grund genug also, sich auch weiter intensiv damit zu beschäftigen.

MoneyCoaster: Unterrichtsmaterial und Wettbewerb

Union Investment möchte daher gemeinsam mit den Genossenschaftsbanken die nächsten Schritte gehen – und zwar mit MoneyCoaster. Dabei handelt es sich um einen Wettbewerb für Schulen, bei dem es darum geht, das beste Finanzwissen zu haben. Entwickelt wurde ein Unterrichtsmodul rund um die Themen Geld, Geldmanagement und Geldanlage für die Klassenstufen 8 bis 12.

Dabei können Beraterinnen und Berater aus den Genossenschaftsbanken nach entsprechender Vorbereitung per webbased Training eine 90-minütige Unterrichtseinheit gestalten. Nach der Doppelstunde können die Schülerinnen und Schüler mit einer App ihr Wissen in einem Quiz ausprobieren sowie einen Test absolvieren. Ist das Ergebnis positiv, erhalten sie ein Zertifikat, das den erfolgreichen Abschluss bescheinigt. Neben diesem „Finanzführerschein“ hat der Test auch die Teilnahme an einem Wettbewerb zum Ziel, bei dem die besten Schüler und die besten Klassen ermittelt werden.

Darüber hinaus werden zur Unterstützung der Banken geeignete Kommunikationsmaterialien entwickelt. Diese sollen sie dabei unterstützen, Schulen aus ihrer Region für eine Teilnahme zu gewinnen sowie für öffentliche Aufmerksamkeit sorgen. Auch Content für die Social-Media-Kanäle und Internetseiten werden im Paket enthalten sein.

Geplant ist, dass das Projekt in einer Pilotphase zunächst in Baden-Württemberg startet. Alle Anregungen, Wünsche und Hinweise der Workshop-Teilnehmer sind in die Konzeption eingeflossen. Erste Informationen stehen in den nächsten Wochen zur Verfügung.

BWGV und seine Mitglieder mischen mit

Der BWGV und seine Mitglieder wirken aktiv bei der Entwicklung des „MoneyCoaster“ von Union Investment mit, unter anderem durch den Austausch von Informationsmaterial und Mitarbeit bei verschiedenen Workshops. Baden-Württemberg ist mit dem neuen Schulfach Wirtschaft/Berufs- und Studienorientierung das einzige Bundesland, das über eine einheitlich Konzeption zur ökonomischen Bildung über alle Schularten hinweg verfügt. Daher eignet sich Baden-Württemberg besonders gut als Pilotregion für den „MoneyCoaster“. Der BWGV unterstützt Union Investment bei der Umsetzung.

Darüber hinaus hat der BWGV zusammen mit dem Genossenschaftsverband Bayern (GVB) kürzlich einen Relaunch des Unterrichtskonzepts „VR-Finanz- und Wirtschaftstraining“ präsentiert. Das Konzept wurde komplett überarbeitet und bietet eine Hilfestellung zur erfolgreichen Umsetzung eines Trainingsangebots zu den Themenbereichen Genossenschaften, Geld und Wirtschaft, Sparen und Anlegen sowie Konsum und Kredit. Für jeden Themenbereich stehen ein Trainerleitfaden, PowerPoint-Präsentationen, ein Wissensquiz und gegebenenfalls Arbeitsblätter oder ergänzende Add-Ons zur Verfügung, die direkt zur Trainingsgestaltung übernommen oder individuell angepasst werden können. Das VR-Finanz- und Wirtschaftstraining steht allen BWGV-Mitgliedern zur Verfügung und ist über VR-Works abrufbar.

 

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