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150 Jahre BWGV: Ministerpräsident gratuliert den Genossenschaften in Baden-Württemberg

150 Jahre BWGV: Ministerpräsident gratuliert den Genossenschaften in Baden-Württemberg
BWGV

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„Die Idee der Genossenschaft ist heute lebendiger als je zuvor“, sagt Ministerpräsident Winfried Kretschmann zur Feier des 150-jährigen Bestehens des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands (BWGV). Mit 3,73 Millionen Menschen ist mehr als jeder dritte Einwohner im Südwesten Mitglied mindestens einer Genossenschaft. Und die Unternehmensform boomt weiter: Rund 250 Genossenschaften sind in den vergangenen zehn Jahren gegründet worden, mehr als 350.000 Menschen im Südwesten haben sich im gleichen Zeitraum entschieden, Mitglied einer Genossenschaft zu werden – und es werden immer mehr. „Baden-Württemberg ist das Land der Genossenschaften“, betont BWGV-Präsident Dr. Roman Glaser beim Festakt am Freitagabend vor mehr als 600 Vertretern von Genossenschaften aus ganz Baden-Württemberg in der Stuttgarter Liederhalle.

„Die Idee der Genossenschaft ist Ausdruck von Solidarität, der Bereitschaft, Eigenverantwortung zu übernehmen, und dem Wunsch nach Selbstbestimmung und Unabhängigkeit. Genossenschaften sind damit die gelebte Kultur des Mittelstands“, so Ministerpräsident Kretschmann. „Auch bei der Bewältigung der großen Herausforderungen unserer Zeit spielen Genossenschaften eine wichtige Rolle, etwa bei der Energiewende. Viele genossenschaftliche Neugründungen im Land sind Bürger-Energiegenossenschaften, die in Projekte der erneuerbaren Energien investieren – eine ideale Form der Teilhabe der Bürgergesellschaft an der Energiewende“, so Kretschmann weiter.

 Glaser: „Die Lösung für viele Zukunftsherausforderungen“

„Die Unternehmensform der eingetragenen Genossenschaft boomt – und das völlig zu Recht. Denn sie ist perfekt für die Lösung vieler Zukunftsherausforderungen geeignet. Die eG ist bewährt, nahe an den Menschen und außerordentlich flexibel einsetzbar“, verdeutlicht BWGV-Präsident Glaser. So erlebt der Verband im Jahr seines 150-jährigen Bestehens eine nie dagewesene Vielfalt unter seinen Mitgliedern. Neben 140 Energiegenossenschaften wurden in den vergangenen Jahren auch Dorfläden, Gasthäuser, Gesundheitsgenossenschaften, Kooperationen für Berater, Gärtnerbetriebe und Druckereien sowie ein genossenschaftliches Hallenbad gegründet. „Die eingetragene Genossenschaft verbindet in idealer Weise wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Verantwortung – und sie kommt dem Wunsch der Menschen nach Mitbestimmung entgegen“, verdeutlicht Glaser die Vorteile der Unternehmensform. „Gerade deshalb ist sie zeitlos modern.“

Die eingetragene Genossenschaft (eG) bietet sich an, wenn Wirtschaftsakteure ihre Kräfte bündeln und die Vorteile der Kooperation nutzen möchten, ohne dabei ihre Eigenständigkeit aufzugeben. Dies geschieht vermehrt unter Freiberuflern, in den Bereichen Pflege und neue Wohnformen, bei der örtlichen Nahversorgung, im Bereich Bildung und bei der Erzeugung und dem Vertrieb erneuerbarer Energie, so Glaser. Entsprechend rechnet der Verbandspräsident mit weiteren Gründungen in den kommenden Jahren. Ganz nach dem Jubiläumsmotto „Wir leben Genossenschaft“ unterstützt der BWGV als starker und eigenständiger Verband die Gründungsaktivitäten in Baden-Württemberg tatkräftig.

„Genossenschaften sind das Rückgrat vieler Regionen“

Ganz besondere Bedeutung kommt Genossenschaften schon seit jeher im ländlichen Raum zu – man denke nur an die landwirtschaftlichen Genossenschaften und die vielen Volksbanken und Raiffeisenbanken mit ihrem dichten Filialnetz in der Fläche. „Genossenschaften sind das Rückgrat vieler Regionen in Baden-Württemberg“, betont Glaser. Und im ländlichen Raum sieht er noch erhebliches Potenzial für Genossenschaften – etwa zur Sicherung einer ausreichenden Nahversorgung oder beim Erhalt von Kultur-, Bildungs- oder auch Freizeiteinrichtungen, gerade vor dem Hintergrund, dass sich die Öffentliche Hand vielerorts immer mehr zurückzieht. Auch in den Bereichen Pflege, neue Wohnformen, medizinische Versorgung und örtliche Infrastruktur gibt es genossenschaftliche Betätigungsfelder. „Genossenschaften haben einen gesellschaftlichen Gestaltungsauftrag“, so Glaser.

Enorme Vielfalt an genossenschaftlichen Unternehmen

Die Vielfalt an genossenschaftlichen Unternehmen in Baden-Württemberg ist enorm: Sie reicht von den Handelsriesen Intersport und Euronics bis zum Landgasthof, Dorfladen oder zur genossenschaftlichen Schule. Traditionell sehr stark sind die Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie der landwirtschaftliche Sektor. In den vergangenen Jahren gab es mit 140 Gründungen die größten Zuwächse bei den Energiegenossenschaften.

Der BWGV, der 2009 aus dem Badischen und dem Württembergischen Genossenschaftsverband hervorgegangen ist, hat aktuell gut 900 Mitglieder, davon etwa 850 Genossenschaften mit mehr als 3,73 Millionen Einzelmitgliedern. Sein ältester Vorgängerverband, der „Verband der wirtschaftlichen Genossenschaften in Württemberg und Baden“, wurde im Jahr 1864 in Stuttgart gegründet. Die aktuell 217 Volksbanken und Raiffeisenbanken im Land weisen eine Bilanzsumme von mehr als 135 Milliarden Euro aus. Die 632 ländlichen und gewerblichen Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften erwirtschaften einen Umsatz von rund 8,6 Milliarden Euro. Mehr als 34.500 Menschen in Baden-Württemberg arbeiten für genossenschaftliche Unternehmen, darunter gut 3.100 Auszubildende. Weitere Informationen zur Geschichte des BWGV und der Genossenschaften in Baden-Württemberg sind auf der Jubiläumsseite im Internet zu finden: www.bwgv-wir-leben-genossenschaft.de.

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