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150 Jahre BWGV: EU-Kommissar Günther Oettinger sieht Genossenschaften als Vorbild für ganz Europa

 (v.l.) BWGV-Präsident Dr. Roman Glaser, EU-Kommissar Günther Oettinger, BWGV-Verbandsdirektor Gerhard Schorr
BWGV

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„Der spanische Beamte oder der Europaabgeordnete aus Bulgarien hat nichts gegen die Genossenschaftsidee, er kennt sie nur nicht“, verdeutlicht Energie-Kommissar Oettinger. Deshalb fordert er die deutsche Genossenschaftsorganisation auf, noch mehr für ihre seit 160 Jahren erfolgreiche Rechts- und Unternehmensform in Brüssel zu werben. Ein weiterer Schritt des BWGV in diese Richtung wird eine sogenannte GENO-Tour sein, bei der Oettinger sowie weitere hochrangige Politiker und EU-Entscheider vom 25. bis 27. Februar 2014 ausführlich die genossenschaftliche Vielfalt in Baden-Württemberg kennenlernen werden. „Wir wollen mit dieser besonderen Form einer Informationsveranstaltung auf unsere ebenso bewährte wie moderne Rechtsform aufmerksam machen und ihre vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten in der Praxis demonstrieren“, erläutert BWGV-Präsident Dr. Roman Glaser. „Die eingetragene Genossenschaft ist perfekt zur Lösung vieler Zukunftsherausforderungen geeignet – etwa in den Bereichen Energie, Bildung und Pflege oder in der Versorgung des ländlichen Raums.“

Genossenschaft macht „mittelständische Struktur leistungsfähig“

„Die Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft ist ein hervorragendes Instrument, um in vielen Bereichen der Wirtschaft – zum Beispiel in Einkaufsgenossenschaften, bei Handelsgenossenschaften oder bei Finanzdienstleistungen – die mittelständische Struktur leistungsfähig zu machen“, sagt Oettinger im Geno-Graph-Gespräch. „Im Energiesektor können viele kleinere Investoren, also Genossenschaftsmitglieder, ein großes Investitionsvolumen aufbringen und sich so an Windrädern oder anderen Projekten beteiligen. Einzelne allein könnten das nicht stemmen“, erläutert der EU-Kommissar. Im Südwesten existieren mittlerweile mehr als 130 Energiegenossenschaften mit gut 25.000 Mitgliedern. Damit ist Baden-Württemberg das Flächenland mit der größten Dichte an Energiegenossenschaften. Unter den mehr als 30 genossenschaftlichen Neugründungen im Jahr 2013 befinden sich gut 20 Energiegenossenschaften.

„Die Genossenschaftsidee führt dazu, dass viele Bürger Miteigentümer werden und damit Verantwortung übernehmen für das Funktionieren von Wirtschaft, egal in welchem Sektor“, sagt Oettinger. „Damit kann eine sehr breite Akzeptanz von wirtschaftlichen Entwicklungen entstehen.“

150 Jahre Genossenschaftsverband in Baden-Württemberg

Die Ursprünge des heutigen Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands liegen im Jahr 1864. Damals wurde der „Verband der wirtschaftlichen Genossenschaften in Baden und Württemberg“ aus der Taufe gehoben. Danach kam es zu diversen Aufspaltungen und Neugründungen in den beiden Landesteilen sowie auf gewerblicher und ländlicher Seite. Erst 1970/1971 wurden die jeweiligen Verbände in Baden und Württemberg gebündelt. Zum 1. Januar 2009 schlossen sich die beiden bis dahin eigenständigen Verbände in den beiden Landesteilen zum BWGV zusammen. Dieser zählt heute 930 Mitgliedsunternehmen. Mit 3,7 Millionen Menschen ist mehr als jeder dritte Einwohner im Südwesten Mitglied mindestens einer Genossenschaft. Damit ist der BWGV die bedeutendste mitgliedergetragene Wirtschaftsorganisation in Baden-Württemberg. Der Verband prüft und berät die eingetragenen Genossenschaften im Land. Zudem ist der BWGV in der beruflichen Weiterbildung aktiv und vertritt die Interessen seiner Mitglieder gegenüber Politik und Öffentlichkeit.

Mitgliederfest mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann

Durch das Jubiläumsjahr werden sich zahlreiche Veranstaltungen ziehen, bei denen der BWGV die enorme Vielfalt und Stärke der Genossenschaften in Baden-Württemberg aufzeigen wird – von den Volksbanken und Raiffeisenbanken über die landwirtschaftlichen Genossenschaften, Kooperationen in Handel und Handwerk bis hin zu den zahlreichen neuen Genossenschaften. Höhepunkt des Jubiläumsjahres wird ein großes Mitgliederfest am 18. Juli 2014 in Stuttgart sein, bei dem auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann der Genossenschaftsorganisation gratulieren wird.

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