Springe direkt zum Inhalt , zum Menü .

12. Genossenschaftstag in Aalen: „Familientreffen“ feiert Raiffeisens geniale Idee

12. Genossenschaftstag in Aalen: „Familientreffen“ feiert Raiffeisens geniale Idee
BWGV

/

Genossenschaften feiern sich und das Raiffeisen-Jahr 2018: Ganz im Zeichen von Genossenschaftspionier Friedrich Wilhelm Raiffeisen und dessen genialer Idee steht der 12. Genossenschaftstag, den der Baden-Württembergische Genossenschaftsverband (BWGV) gemeinsam mit der VR-Bank Ostalb am Samstag, 7. Juli, in Aalen veranstaltet. Bei dem „Familientreffen“ auf dem Spritzenhausplatz präsentieren die Genossenschaften der Region sich und ihre vielfältigen Geschäftsmodelle. „Unsere Idee lebt und ist so aktuell wie nie zuvor“, sagt BWGV-Präsident Dr. Roman Glaser. Gefeiert wird ein neuer Mitgliederrekord und der 200. Geburtstag Raiffeisens. Sein Satz „Was den Einzelnen nicht möglich ist, das vermögen viele“ habe nach wie vor Gültigkeit. Sowohl die Vielfalt an Genossenschaften als auch die Zahl der Mitglieder nimmt immer weiter zu. Mit mehr als 3,92 Millionen Mitgliedern ist Baden-Württemberg das „Land der Genossenschaften“ – der Südwesten hat deutschlandweit die mit Abstand höchste Dichte an Mitgliedern.

„Unsere Mitgliederentwicklung zeigt, wie beliebt Genossenschaften bei den Menschen sind, aber auch, wie sehr sich unsere Rechts- und Unternehmensform für die Bewältigung vieler Zukunftsherausforderungen eignet“, sagt Glaser. In den vergangenen zehn Jahren sind allein im Südwesten 280 neue Genossenschaften gegründet worden. Im Raiffeisen-Jahr 2018 erinnern die Genossenschaften in Deutschland unter dem Motto: „Mensch Raiffeisen. Starke Idee!“ an einen ihrer Gründerväter, Friedrich Wilhelm Raiffeisen, und seine einzigartige Idee. Genossenschaften bieten ein alternatives Wirtschaftsmodell, bei dem alle Mitglieder gleichermaßen teilhaben. Es zählt das Wohl aller, nicht der Profit weniger. Entsprechend denken zwei Drittel der Menschen, dass Genossenschaften für mehr Gerechtigkeit sorgen. Dies ist das Ergebnis einer Forsa-Meinungsumfrage anlässlich des Raiffeisen-Jahres. Drei Viertel der Befragten halten die Wirtschaftsform für zeitgemäß.

Noch erhebliches Potenzial für Genossenschaften im Land

Die Genossenschaftsidee und ihre Umsetzung in der Praxis wurden 2016 von der Weltkulturorganisation UNESCO in die renommierte Liste des „Immateriellen Kulturerbes der Menschheit“ aufgenommen. Diese Auszeichnung ist eine „ganz besondere Ehre für uns und eine großartige Anerkennung für alle Genossenschaften“, so Glaser. „Noch erhebliches Potenzial für Genossenschaften besteht unter anderem in der kommunalen Infrastruktur, bei sozialen Dienstleistungen und im Gesundheitswesen“, ist der BWGV-Präsident überzeugt. In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Genossenschaftsmitglieder in Baden-Württemberg um 500.000 angewachsen. Ursache dieser Entwicklung sind viele Neugründungen. Zudem werden immer mehr Menschen bewusst Mitglied bei ihrer Volksbank oder Raiffeisenbank – gerade seit der Finanzmarktkrise 2008. Noch nie gab es so viele unterschiedliche Genossenschaften im Südwesten wie heute. Die aktuell 800 Genossenschaften verteilen sich auf rund 50 Branchen.

Neugründungen in vielen interessanten Feldern

Die Vielfalt an genossenschaftlichen Unternehmen reicht von Intersport und Euronics über die Volksbanken und Raiffeisenbanken, landwirtschaftliche Genossenschaften bis zum Gasthof, Dorfladen oder zur Schwimmbad-Genossenschaft. Bisher entstanden beziehungsweise entstehen neue Genossenschaften in den Bereichen Handel, Gastronomie, Handwerk, Landwirtschaft, Marketing, Beratung, Mobilität, Energie, Gesundheit, Soziales sowie Forschung und Entwicklung – etwa als Zusammenschluss von Unternehmen. Ein Schwerpunkt in der Gründungsberatung sind derzeit Genossenschaften im kommunalen Umfeld. Neben der ärztlichen Versorgung stehen auch Themen wie Mobilität, Infrastruktur, Betreuung und Bildung auf der Agenda. Genossenschaftliche Modelle der ärztlichen Versorgung etwa können dazu beitragen, dem zunehmenden Hausärztemangel – gerade im ländlichen Raum – zu begegnen. „Genossenschaften können dort eine Lösung sein, wo Infrastruktur und Dienstleistungen nicht mehr allein von der öffentlichen Hand, sondern auch von den Menschen und Unternehmen vor Ort mitgestaltet werden. Die eingetragene Genossenschaft verbindet in idealer Weise wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Verantwortung – und sie kommt dem Wunsch der Menschen nach Mitbestimmung entgegen“, sagt Glaser.

Genossenschaftstag in Aalen: Unterhaltung und spannende eGs

Der immer am ersten Samstag im Juli begangene Internationale Genossenschaftstag steht ganz im Zeichen der mehr als 160 Jahre alten Rechts- und Unternehmensform – und in diesem Jahr auch von Genossenschaftspionier Raiffeisen. Auf dem Spritzenhausplatz in Aalen präsentieren sich am Samstag, 7. Juli, von 10 bis 15 Uhr zahlreiche Genossenschaften mit ihren vielfältigen und erfolgreichen Geschäftsmodellen. Neben der VR-Bank Ostalb, der Bezirksvereinigung der Volksbanken und Raiffeisenbanken im Ostalbkreis und der Genossenschaftlichen FinanzGruppe präsentieren sich in Aalen auch die OstalbBürgerEnergie, die Energiegenossenschaft Virngrund, Elek-tromobilität für Alle, das genossenschaftliche Kino am Kocher, der genossenschaftliche Dorfladen Welland-Mitte eG, der Gewinnsparverein der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Baden-Württemberg sowie der BWGV. Daneben ist für reichlich Unterhaltung gesorgt: Auftritte des städtischen Orchesters Aalen stehen ebenso auf dem Programm des Genossenschaftstags wie eine Show der MTV-Sportakrobatik Choice Acrobatic Bewitched. Die nötige Prise Humor liefern Ernst Mantel, Komödiant, Liedermacher und Schwabe, sowie die Band Diebold und Kollega, die schwäbischen Unsinn in bekannte Melodien verpackt. Zudem stellen junge Nachwuchskräfte der VR-Bank Ostalb das Nachhaltigkeitsprogramm des Kreditinstituts vor. Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch MdL überreicht der VR-Bank Ostalb gemeinsam mit Präsident Glaser die Beitrittsurkunde zum Nachhaltigkeitsmanagement-System WIN-Charta des Landes Baden-Württemberg. Der Genossenschaftstag wird um 10 Uhr von Aalens Oberbürgermeister Thilo Rentschler, BWGV-Verbandsdirektorin Monika van Beek sowie den beiden Vorstandsvorsitzenden der VR-Bank Ostalb, Hans-Peter Weber und Kurt Abele, eröffnet.

„Hilfe zur Selbsthilfe“ auf der Ostalb

Genossenschaften sind auch auf der Ostalb ausgesprochen beliebt. Das belegen die insgesamt 18 Genossenschaften und zwei Schülergenossenschaften sowie deren mittlerweile mehr als 113.000 Mitglieder. Allein in den vergangenen zehn Jahren sind in der Region sieben Genossenschaften neu gegründet worden – fünf Bürger-Energiegenossenschaften, aber auch ein Dorfladen und eine genossenschaftliche Gaststätte. „Wir freuen uns sehr, dass wir dieses Jahr den Genossenschaftstag in Aalen ausrichten und dabei die Vielfalt der Genossenschaften in der Region zeigen können“, sagt Hans-Peter Weber, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Ostalb. Das Institut ist 2017 durch die Fusion der Volksbank Schwäbisch Gmünd mit der VR-Bank Aalen entstanden und fungiert als Gastgeber des Genossenschaftstags. „Uns als Genossenschaftsbank vor Ort liegen vor allem die Menschen in unserer Region am Herzen, aber auch die genossenschaftlichen Werte und das wichtige Thema Nachhaltigkeit mit all seinen Facetten“, betont Weber. Bei der VR-Bank Ostalb, die dieses Jahr 150 Jahre alt wurde, vertrauen mehr als 100.000 Kunden, von denen 55.000 auch Mitglieder ihrer Genossenschaftsbank sind, auf die Stärke des genossenschaftlichen Geschäftsmodells. 375 Mitarbeiter betreuen ein Kundenvolumen von mehr als 3,7 Milliarden Euro. Und auch sozial bewegt die Bank einiges: 2017 hat das Kreditinstitut mit einem Budget von annähernd 400.000 Euro rund 400 Vereine, Schulen und Institutionen im Geschäftsgebiet unterstützt. Genossenschaftsbanken sind als leistungsfähige, kompetente und vertrauenswürdige Partner der Menschen und Unternehmen fest in ihren jeweiligen Regionen verankert. Sie übernehmen Verantwortung als Arbeitgeber, Ausbilder, Sponsor, Investor und als Finanzierer des örtlichen Mittelstands. Insgesamt gibt es in Baden-Württemberg 180 Volksbanken und Raiffeisenbanken, deren Bilanzsumme mehr als 158 Milliarden Euro beträgt. Sie zählen knapp 22.700 Mitarbeiter und über 3,75 Millionen Mitglieder.

Genossenschaft: Die Kräfte bündeln – und dabei eigenständig bleiben

Die eingetragene Genossenschaft bietet sich immer dann an, wenn Wirtschaftsakteure ihre Kräfte bündeln und die Vorteile der Kooperation nutzen möchten, ohne dabei ihre Eigenständigkeit aufzugeben. Der Wesenskern einer jeden Genossenschaft ist: Das Mitglied steht immer im Mittelpunkt, es bestimmt mit und wird gefördert – immer nach dem Motto „Gemeinsam mehr erreichen“. Im Südwesten gibt es neben den Volksbanken und Raiffeisenbanken aktuell 308 gewerbliche Genossenschaften, die 69.000 Mitglieder zählen und einen Umsatz von fast 5,4 Milliarden Euro erwirtschaften. Die 319 landwirtschaftlichen Genossenschaften (101.700 Mitglieder) erzielen einen Umsatz von mehr als 3,5 Milliarden Euro – mit Getreide, Obst, Gemüse, Milch, Wein und vielem mehr. Insgesamt arbeiten 10.600 Menschen für Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften. Aktuelle Meldungen auch auf dem BWGV-Twitter-Kanal: https://twitter.com/genobw. Unseren Newsletter können Sie hier abonnieren: https://www.wir-leben-genossenschaft.de/newsletter/.

Artikel versenden